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Treburer Oberwald

Kommentar zur Räumung des Protestcamps am Flughafen: Bis hierhin und nicht weiter

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Der Zeitpunkt der Räumung ist sicherlich kein Zufall, schließlich befinden sich CDU und Grüne in Hessen gerade in Sondierungsgesprächen. "Doch so verständlich der Protest auch sein mag, die eigentlichen Fakten wurden schon lange vorher festgelegt", sagt Redakteur Olaf Kern. 

Ganz sicher war der Zeitpunkt kein Zufall. Während sich CDU und Grüne in Sondierungsgesprächen befinden, werden im Wald bei Mörfelden-Walldorf Tatsachen geschaffen. Das war schon 2009 bei der Räumung des Hüttendorfes von Flughafen-Ausbaugegnern in Kelsterbach so.

Doch so verständlich der Protest auch sein mag, die eigentlichen Fakten wurden schon lange vorher festgelegt. Für die Fläche an der A 5 gibt es einen höchstrichterlich bestätigten Planfeststellungsbeschluss. Daran gibt es nichts zu rütteln. Fraport setzt um, was ohnehin längst angekündigt war, um die Verkehrsanbindung und letztlich das dritte Terminal zu bauen.

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Dass einige Umweltschützer dies nicht akzeptieren wollen, verdient allein angesichts ihrer Beharrlichkeit Respekt. Dass sie dabei bis zum Äußersten gehen und sich selbst dafür in Gefahr begeben, nicht mehr.

Der materielle und personelle Aufwand, um das Camp gestern im Treburer Wald aufzulösen, war immens. Aber nicht übertrieben. Er war notwendig, um die Baumhäuser zu räumen und die Protestierenden aus ihren Ankettungen zu lösen. Er wäre aber nicht nötig gewesen, wenn die Ausbaugegner ein Einsehen gehabt hätten: Bis hierhin und nicht weiter.

Eine Diskussion über den Ausbau des Frankfurter Flughafens oder die Frage, wie wir künftig leben wollen, muss an anderer Stelle geführt werden. Nicht zwischen Wurzelgehölz und Gestrüpp in einem Waldstück und nicht zwischen erhitzten Gemütern. Wünschenswert wäre es aber mit derselben Vehemenz. Dies gilt für den Treburer Wald genauso wie für den Hambacher Forst, wenn es sonst auch keine Gemeinsamkeiten zwischen beiden Orten gibt.

Sondierungsgespräche zwischen zwei möglichen Partnern einer hessischen Landesregierung wären im Übrigen ebenso eine gute Gelegenheit für Grundsatzdiskussionen in der Umwelt- und Verkehrspolitik, zumal auf der einen Seite jetzt eine wählergestärkte Grünen-Partei steht, die vor Kraft kaum laufen kann.

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