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Christian Scheh

Kommentar: Den Tatsachen ins Auge schauen

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„Wir dürfen uns vom Terrorismus nicht einschüchtern lassen! Wir dürfen keine Angst haben! Wir dürfen uns unsere Freiheit und Lebensart nicht nehmen lassen!“ Appelle dieser Sorte waren nach jedem

„Wir dürfen uns vom Terrorismus nicht einschüchtern lassen! Wir dürfen keine Angst haben! Wir dürfen uns unsere Freiheit und Lebensart nicht nehmen lassen!“ Appelle dieser Sorte waren nach jedem der großen Anschläge in den vergangenen Monaten zu hören. Auf den ersten Blick scheinen die Deutschen die terroristische Bedrohung tatsächlich gelassen zu nehmen: Auch im Jahr nach der Lastwagen-Attacke am Berliner Breitscheidplatz waren die Weihnachtsmärkte gut besucht. Und auch zu den Silvesterfeiern in den Innenstädten strömten wieder zahlreiche Menschen.

Ist also alles beim Alten? Nein. Das zu glauben hieße, sich einer Illusion hinzugeben. Wir werden uns angesichts der Terrorgefahr an erhöhte Sicherheitsvorkehrungen wie Zufahrtssperren oder mehr Videoüberwachung gewöhnen müssen. Und wir werden trotz aller Bemühungen der Sicherheitsbehörden weitere tödliche Anschläge erleben, die uns betroffen machen.

Diesen Tatsachen ins Auge zu sehen, ist die große Herausforderung, vor der in Zeiten wie diesen jeder von uns steht. Die einen bewältigen sie besser, die anderen schlechter. Fest steht: Einschüchterung und Angst sind Gefühle, die sich weder durch Appelle noch durch Betonblöcke beseitigen lassen. Man muss sie den Menschen, die sie empfinden, zugestehen.

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