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Kommentar: Bei Tempo 30 kommt es auf die Einsicht der Autofahrer an

Den meisten Autofahrern ist nicht erklärbar, warum eine Tempo-30-Zone solch einen Verwaltungsakt darstellt. Da gibt es Straßen, für welche die Stadt nicht entscheiden darf, weil das Land zuständig ist.

Den meisten Autofahrern ist nicht erklärbar, warum eine Tempo-30-Zone solch einen Verwaltungsakt darstellt. Da gibt es Straßen, für welche die Stadt nicht entscheiden darf, weil das Land zuständig ist. Und da gibt es gefährliche Ecken, an denen es häufig kracht, aber wo keine Vorfahrt-beachten- Schilder aufgestellt werden dürfen, weil in einer Tempo-30-Zone ohnehin Rechts vor Links gilt. Mit Zebrastreifen ist es auch so ein Ding: Die Hürden sind hoch. Zumindest haben im neuen entschleunigten Schwanheim die bestehenden Fußgängerüberwege Bestandsschutz.

Und so mancher Autofahrer fühlt sich gegängelt von den Tempo-30- Schildern. Vor der eigenen Tür hat es jeder gern ruhig, aber anderswo möchte man, bitteschön, doch zügig ans Ziel kommen...

CDU und Grüne liefern sich seit Jahrzehnten in Ortsbeirat und Stadtparlament ermüdende ideologische Grundsatzdebatten, ob’s bei Tempo 30 nun leiser für die Anwohner wird oder sich vielleicht das Geräusch des Rollwiderstandes gegen den Motorenlärm aufrechnen lässt und Tempo 30 viel lauter ist als die Regelgeschwindigkeit von 50 Sachen.

Kaum ein Feld der Kommunalpolitik ist so von Ideologie beherrscht wie die Tempo-30-Thematik. Wenn man sich nun dazu durchgerungen hat und noch dazu den Schilderwald auslichten möchte, dann heißt das aber auch: Wenn die Autofahrer nicht mitspielen, wird’s nichts. Schon bald wird es die ersten Forderungen geben, die Einhaltung von Tempo 30 zu kontrollieren. Wer sich an die Geschwindigkeit hält, wird – vor allem auf der Rheinlandstraße – den ein oder anderen Hintermann am Heck kleben haben.

Wer nicht verantwortungsbewusst Auto fährt, ist auch mit Tempo-30- Schildern nicht zu reglementieren. Und wenn es dann blitzt, schreien die ersten schnell: Abzocke!

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