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Kommentar: Wertvolle Zeit verloren

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Es ist erfreulich, wie intensiv das Frankfurter Gesundheitsamt nach der Herkunft von Klebsiella pneumoniae sucht. Eine Spur zu dem multiresistenten Keim, der vor gut fünf Wochen wegen dreier Todesfälle

Es ist erfreulich, wie intensiv das Frankfurter Gesundheitsamt nach der Herkunft von Klebsiella pneumoniae sucht. Eine Spur zu dem multiresistenten Keim, der vor gut fünf Wochen wegen dreier Todesfälle in der Uniklinik für Schlagzeilen gesorgt hat, führt von einem Patienten zum Eschbach in den Norden der Stadt. Die Intensivstation ist mittlerweile gereinigt und wieder in Betrieb, weitere Fälle sind ausgeblieben. Die Öffentlichkeit hat sich beruhigt.

Und doch zeigt gerade die unvermindert intensive Suche, dass das Gesundheitsamt sowie der Bonner Keim-Experte Martin Exner den Fall nach wie vor ernst nehmen. Umso unverständlicher ist es, dass sie an der falschen Stelle suchen, in diesem Fall: im Mühlgraben statt im Eschbach. Wertvolle Zeit ist dadurch verloren gegangen. Sollte der Erreger tatsächlich aus dem Eschbach stammen und womöglich aus der Bad Homburger Kläranlage dorthin gelangt sein, wird es immer schwieriger, dies aufzuklären.

Unabhängig davon macht der Fall darauf aufmerksam, dass bessere Klärtechnik notwendig ist. Experten schätzen die Gefahr einer Ausbreitung multiresistenter Keime über das Abwasser als hoch ein. Investitionen in die Abwasseraufbereitung wären angebracht. Die Kommunen dürfen damit nicht alleingelassen werden.

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