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Präsident Mathias Müller sieht sich zu Unrecht beschuldigt

IHK kontaktiert die Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in Sachen Untreue gegen den Präsidenten der Frankfurter Industrie- und Handelskammer, Mathias Müller. Der gibt sich bei der Vollversammlung ahnungs- und schuldlos.

Von HERMANN WYGODA

Die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen den Präsidenten der Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK), Professor Mathias Müller, und die breite Berichterstattung über dieses Thema führen bei den Mitgliedern der IHK zu Besorgnissen. Müller hatte in der Vollversammlung in Hofheim in seinem Bericht erwähnt, das die IHK sich „anwaltlich beraten lassen“ werde und mit der Staatsanwaltschaft Kontakt aufnehmen will.

Hörbar ungehalten antwortete der Präsident auf die Frage der Unternehmensberaterin Martina Rosanski seit wann die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, dass man „nur die Informationen, die der Presse zu entnehmen waren“ habe. Das sei „bedauerlich“, fügte Müller hinzu.

Wie bereits berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen den IHK-Präsidenten und den Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Wiesbadener Stadtparlament, Bernhard Lorenz, nach einer anonymen Anzeige ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue bereits im Oktober vergangenen Jahres eröffnet. Der CDU-Politiker war von der Frankfurter IHK als Rechtsanwalt mit der Erarbeitung eines Compliance- Papiers für die IHK beauftragt worden, obwohl sie solche Kompetenzen auch im eigenen Haus hat.

Hauptgeschäftsführer der IHK, Matthias Gräßle, hatte damals auf die Frage, warum es gerade dieser Rechtsanwalt sein musste, keine Antwort parat, sondern wies darauf hin, man bewusst einen Rechtsanwalt ausgewählt habe, der nicht im Bezirk der Frankfurter Kammer tätig ist. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verfügt aber ebenfalls über eine Mustersatzung, die nur noch den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden müsse und kostenfrei wäre.

Die Beauftragung des Rechtsanwalts Lorenz hatte zu Diskussionen geführt, weil er als Aufsichtsratsmitglied des Wiesbadener Immobilienmanagements dem IHK-Präsidenten Müller nach seinem Ausscheiden aus dem Immobilienunternehmen einen Beratervertrag verschafft hatte, der mit einem Jahreshonorar von 90 000 Euro dotiert ist.

Wenn man an diesen Tag mit Mitgliedern der IHK-Vollversammlung spricht, hört man immer wieder die Befürchtung, dass „unsere Frankfurter Kammer wieder einmal in der Öffentlichkeit in ein ungutes Licht gerückt“ werde. Und auch die Erinnerung an die Wahl Müllers wird wieder wach. Im Jahr 2009, als er noch Geschäftsführer in Wiesbaden war, soll sein Vorgesetzter, Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU), aus der Zeitung von der Kandidatur seines Geschäftsführers für das Amt des IHK Präsidenten in Frankfurt gelesen haben.

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