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Fitness-Training in Zeiten von Corona: Die TG Bornheim hatte im Frühjahr auf Online-Übungsstunden gesetzt.

Pandemie

Kontaktsportarten stehen auf der Kippe

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Frankfurts Sportvereine bereiten sich auf weitere Einschränkungen im Winterhalbjahr vor

Für die Sportvereine in Frankfurt hat sich durch die neuen, strengeren Corona-Regeln nichts geändert. Noch nichts. Dennoch stellen die Vereinsvorstände sich auf noch schwierigere Bedingungen im Winterhalbjahr ein.

Roland Frischkorn, der Vorsitzende des Sportkreises Frankfurt, berichtet: "Wir sollten überlegen, Zuschauer auszuschließen." Ausnahmen seien natürlich die Eltern minderjähriger Sportler. Der Wettkampf sei bei Amateursportlern ohnehin nur schwer zu stemmen. "Wir können ja nicht wie die Profis vor jedem Spiel Corona-Tests machen."

Manche Verbände haben darauf reagiert - etwa der Handball-Bezirk Wiesbaden Frankfurt, der den Wettkampfbetrieb aufgegeben hat. Das Training hingegen gehe bei den meisten Vereinen weiter. Auch wenn Handball eine Kontaktsportart ist. "Wir haben ja schon einmal die Aufgabe bestanden."

Michael Sittig, Vorstand im Turnverein 1875 Sindlingen (1200 Mitglieder), sieht Probleme auf sich zukommen. "Eine Halle, die ständig gelüftet werden muss? Die Kinder frieren schon bald." Eine Konferenz im Vorstand stehe an. Sittig will vorschlagen, angesichts der steigenden Inzidenzzahlen das Kleinkinderturnen und die Kontaktsportarten ruhen zu lassen.

Zurück zu Online-Übungen

"Wir Sportvereine sind für alles selbst verantwortlich. Wir müssen selbst auf die Hygiene achten. Alle haben Angst, ihren Kopf hinhalten zu müssen, wenn es zu Infektionen kommt", so Sittig. Vielleicht werde man wieder, wie im Frühjahr, zu Online-Übungsstunden übergehen.

Von einem der kleinsten zu einem der größten Vereine: Die TG Bornheim ist mit 31 000 Mitgliedern ein Gigant. Und fast ein reiner Breitensportverein ohne Wettkämpfe und ohne Zuschauer. "Nur beim Jazztanz gibt es Meisterschaften, aber die sind abgesagt", wie der Geschäftsleiter Thomas Völker erläutert. Die Gründe sind die gleichen wie bei den Handballern.

Was bei der TG wird, wenn die Inzidenzzahlen weiter steigen? "Das ist nicht so einfach zu beantworten", sagt Völker. "Die Frage ist, was bei einem zweiten Lockdown geschieht." Völker ist optimistisch, dass es nicht dazu kommt. "Wir haben uns immer an die Regeln gehalten, achten auf den Mund-Nase-Schutz, wir lassen nur eine bestimmte Anzahl von Personen in die Räume und können immer nachverfolgen, wer wann in welchem Raum war." Nach jeder Einheit werden die Geräte desinfiziert, es gibt eine Personenbegrenzung in den Umkleiden, alle Regeln werden ständig überprüft. "Wir hatten gerade eine Vorstandssitzung, unsere Regeln sind genau richtig."

Anfangs, als am 12. Mai der Betrieb wieder aufgenommen wurde, hatte die TG sogar kleine Quadrate auf den Boden geklebt. "Wir werden genau so auch reagieren, wenn die Fallzahlen weiter hochgehen." Dennoch, bei der TG überlege man durchaus, die Kontaktsportarten einzustellen: Badminton, Volleyball, Prellball und Jazztanz nennt Völker als Beispiele.

Die Plätze sind limitiert

Auch die Sportart Basketball könnte Probleme bekommen, schätzt Dieter Kuch von der TSV 1875 Bonames. "Wir haben den Spielbetrieb von acht auf drei Teams reduziert", sagt er. Beim TSV fürchtet man das Ende der Kontaktsportarten Basketball und Hallenfußball. Alle anderen Sportarten sieht Kuch nicht gefährdet. "Wir haben ein Hygienekonzept, wir haben ein Online-Anmeldeportal, bei dem die Mitglieder ihr Ticket aufs Handy bekommen. Die Plätze sind halt limitiert." Kuch zufolge überlegt der TSV, Luftreinigungsgeräte anzuschaffen. Trotzdem gebe es in der Halle Lüftungspausen wie in der Schule. Die Mitglieder sind informiert und wissen, dass sie sich "wärmer anziehen" müssen bei den Gymnastik- und Fitnessübungen.

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