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Der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs, nach dessen Vorbild das Hilgenfeld entsteht - hier eine Animation aus dem Entwurf - stammt von Thomas Schüler Architekten Stadtplaner (Düsseldorf) und Faktorgrün Landschaftsbau (Freiburg).

Bezahlbarer Wohnraum

Frankfurter Berg: Mit Hilfe von Wohnprojekten will die Stadt die Mietpreise langfristig niedrig halten

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Im Hilgenfeld reserviert die Stadt erstmals in einem Baugebiet 15 Prozent der Fläche für genossenschaftliches und gemeinschaftliches Wohnen. Bis Mai können Bewerber ihre Konzepte einreichen.

Frankfurt - Mehr als 80 Initiativen für gemeinschaftliche Wohnformen suchen zurzeit in Frankfurt einen Ort, an dem sie ihren Traum des zumeist generationsübergreifenden Zusammenlebens umsetzen können. Auch die Wohnungsbaugenossenschaften, die ihren Mitglieder meist preiswerte Wohnungen bieten, wollen sich erweitern. Nun bietet die Stadt Frankfurt ihnen erstmals systematisch in einem Neubaugebiet die Gelegenheit, ihre Ideen umzusetzen: Vier Baufelder im Hilgenfeld, im Niddatal am Frankfurter Berg gelegen, sind für sie reserviert. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und ABG-Holding-Geschäftsführer Frank Junker gaben nun den Startschuss für ein Konzeptverfahren, in dem sich diese Wohnprojekte bis zum 29. Mai bewerben  können.

Frankfurter Berg: Bezahlbarer Wohnraum

Das 18 Hektar große Baugebiet entwickelt zwar die ABG Holding, die sich bereits die Grundstücke gesichert hat. Doch 15 Prozent der entstehenden 850 Wohnungen  – so die Vorgabe der Stadtverordneten – sollen gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Projekten überlassen werden. In Frankfurt mangele es an bezahlbarem Wohnraum, sagt Mike Josef. „Wir versprechen uns von dem Konzeptverfahren eine nachhaltige und langfristige Stabilisierung der Mietpreise.“ Und weil gemeinschaftliche Wohnprojekte sich stets auch – wie im Konzeptverfahren gefordert – für ein gutes Zusammenleben alle Menschen im Quartier einsetzen, erhofft sich Josef eine Belebung des Wohngebiets mit seinen 2200 Einwohnern. So sollen die Bewerber auch überlegen, wie sie die Erdgeschosse zumindest zum Teil für Stadtteilcafés, öffentliche Fahrradwerkstätten, Nachbarschaftstreffs und andere Zwecke nutzen, die allen Anwohnern zugute kommen.

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Dass es vier Baufelder gibt, bedeute nicht automatisch, dass auch nur acht Projekte zum Zuge kommen, sagt Mike Josef: Genossenschaften und Wohnprojekte könnten auch kooperieren. „Das bietet sich vor allem im Baufeld A nahe der Homburger Landstraße an, das aus mehreren Gebäuden besteht.“ Auf drei bis vier Stockwerken sollen hier 5000 Quadratmeter  Bruttogeschossfläche – also Wohnungen sowie Geschäfts-, Gewerbe- und Gemeinschaftsräume – entstehen.

Wohnen am Frankfurter Berg: Vier Baufelder

Mit 3380 Quadratmetern etwa ist das Baufeld B im Zentrum des Hilgenfelds, das aus zwei Gebäuden besteht. Direkt nebenan liegt Baufeld D nahe der Bahngleise. In diesem Karree sollen auch Geschäfte, Arztpraxen, Werkstätten, Cafés und ein Supermarkt Platz finden können, darüber entstehen Wohnungen. Auf Baufeld C ist ein einzelnes kleineres, fünf Stockwerke hohes Haus am zentralen Quartiersplatz vorgesehen.

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Gänzlich neu ist das Konzeptverfahren nicht: Seit 2016 führte die Stadt bereits fünf derartige Verfahren durch, stellte dafür stets eigene Liegenschaften zur Verfügung. Wie dort, entscheidet auch im Hilgenfeld ein aus Politikern, städtischen Vertretern, der ABG und Experten besetzter Beirat, wer den Zuschlag für die Baufelder  erhält. Das reicht jeder Bewerber mit Hilfe eines Architekturbüros ein fünfseitiges Konzept ein. In der anschließenden „Anhandgabephase“ arbeiten die Bewerber, die ausgewählt wurden, zusammen mit der Stadt die Details ihres Bauprojekts aus.

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