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In der Grafik sind zwei der beteiligten Künstler in der Fabrik zu sehen: Annick Moerman und Nikolai Muck.

Kultur während Corona

Konzert mit improvisierten Melodien im Gewölbekeller der Fabrik in Sachsenhausen

  • vonAlexandra Flieth
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Besondere Zeiten fordern besondere Formate: Statt auf der Bühne zusammen zu spielen, teilen sich zwölf Musiker in Dreiergruppen auf und improvisieren gemeinsam.

Frankfurt Als Musiker zusammenkommen, um gemeinsam ein Konzert zu geben, ist in Zeiten der Corona-Pandemie ein Wagnis, das gut vorbereitet werden muss. Vor gut sechs Monaten, also schon während des Lockdowns im Frühjahr, starteten Christof Krause und Jürgen Werner damit, eine kleine Konzertreihe mit improvisierter und Neuer Musik für den Herbst zu organisieren. Den IT-Spezialisten und den Architekten verbindet Begeisterung für diese musikalischen Stile. "Forum improvisierter Musik" (F.I.M.) heißt ihr Label, unter dem sie seit 2016 regelmäßig Sessions in der Stadt organisieren.

Unter dem Motto "Formationen+" laden sie am morgigen Mittwoch um 20 Uhr zu einem Konzert in die Fabrik in Sachsenhausen, Mittlerer Hasenpfad 5 (Innenhof) ein. Zwölf Musiker werden spielen - unter Corona-Bedingungen und nach einem bewährten Konzept. "Unser letzte Konzert hatten wir im Januar im Club Voltaire", erzählt Krause.

Dreier-Gruppen statt offener Bühne

"Dieses Konzert hatte mit dem Konzert von morgen etwas gemeinsam, nämlich das Format." Statt einer offenen Bühne, wie sonst üblich und in den aktuellen Zeiten nicht durchführbar, werden sich die zwölf Musiker in Dreier-Gruppen zusammensetzen und spontan miteinander musizieren, ohne zuvor ein festgelegtes Werk einstudiert zu haben. "Mit Dreier-Gruppen kann der notwendige Abstand zueinander auf der Bühne eingehalten werden", erklärt Krause weiter.

Bevor die frei zusammengestellten Dreier-Ensembles spielen, stehen in der ersten Stunde des Konzerts zwei Gruppen im Mittelpunkt, die von F.I.M. zu dem musikalischen Ereignis eingeladen wurden. "Sie kommen über Artist Wiesbaden", sagt Krause.

Bei Artist Wiesbaden handelt es sich um eine Kooperative, die unter "Kooperative New Jazz" 1979 als gemeinnütziger Verein zur Förderung des modernen Jazz gegründet wurde und aus einer Musiker-Initiative heraus erwuchs.

Ähnlich verhält es sich mit der Geschichte von F.I.M. - denn auch in der Mainmetropole hat die improvisierte Musik eine lange Tradition. Ebenfalls aus einer Musiker-Initiative heraus wurde in den 1990er Jahren das "Forum improvisierender Musiker" gegründet. Zu den Organisatoren von damals gehörten der Jazz-Pionier Alfred Harth und der Gitarrist und Komponist Christoph Korn, die zu monatlichen Musik-Sessions ins Gallus-Theater luden.

Diese Tradition ließ Jürgen Werner, der selbst Musik macht, 2015 mit dem F.I.M. wieder aufleben. In Christof Krause fand er einen Mitstreiter.

Der morgige Konzertabend steht daher ganz im Zeichen von "F.I.M. Frankfurt trifft Artist Wiesbaden". Die beiden Gruppen aus Hessens Landeshauptstadt, ein Duo mit Sängerin Silvia Sauer und Uwe Oberg am Klavier sowie ein Trio mit Dirk Marwedel am Saxofon, Georg Wolf am Kontrabass und Jörg Fischer am Schlagzeug, werden jeweils zu Beginn 20 Minuten mit Pause spielen. "Eigentlich sollte auch noch Jeff Platz mit dabei sein", sagt Krause. Der in den USA in Boston lebende Musiker könne aus aktuellem Anlass aber derzeit nicht reisen.

Weitere Konzerte auf Frühjahr verschoben

"Die Frankfurter Musiker kommen aus der freien Szene für Neue und improvisierte Musik", erklärt Krause weiter. Mit dabei sind Naoko Kikuchi am Koto, der japanischen Form einer Zither, Uwe Dierksen an der Posaune, Nikolai Muck an der E-Gitarre, Lutz Jahnke am Schlagzeug und Sängerin Annick Moerman. Außerdem wird auch Mitorganisator Jürgen Werner, dessen Instrumente verschiedene Flöten und das Saxofon sind, mit auf der Bühne stehen. "Es wird in diesem Jahr das einzige Konzert bleiben, das wir organisieren. Alle weiteren für November und Dezember geplanten Konzerte werden auf das Frühjahr kommenden Jahres verschoben."

Tickets gibt es nur noch an der Abendkasse. Pro Person kostet das Konzert 10 Euro Eintritt. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 40 Zuschauer begrenzt. Die Tische werden zugeteilt. Reservierungen müssen mindesten paarweise gemacht werden. Außerhalb des zugewiesenen Platzes ist Mund-Nasen-Schutz erforderlich.

Infos und Reservierung

Weitere Infos unter www.fim-ffm.de oder www.die-fabrik-frankfurt.de

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