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Schweizer Straßenfest rückt näher - Doch Veranstalter müssen kämpfen

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Von: Stefanie Wehr

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Beim Schweizer Straßenfest in Frankfurt erwarten die Veranstalter 200 000 Besucher. (Archiv)
Beim Schweizer Straßenfest in Frankfurt erwarten die Veranstalter 200 000 Besucher. (Archiv) © Michael Faust

Das Schweizer Straßenfest in Frankfurt soll in diesem Jahr wieder 200.000 Besucher anlocken. Doch den Organisatoren fehlen Sponsoren und 15 000 Euro.

Frankfurt - Torsten Schiller ist besorgt: "Uns fehlt ein nicht gerade geringer Betrag, weil mehrere Sponsoren und Unterstützer abgesprungen sind", erklärt der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße (AGS), die das beliebte Fest im Herzen des Stadtteils ausrichtet. "Das macht mir Bauchschmerzen, weil wir persönlich haften."

200 000 Besucher erwarten die Organisatoren auf dem ersten Fest nach drei Jahren Corona-Pause auf der Einkaufsmeile in Frankfurt. Hauptsponsor bleiben die Darmstädter Bierbrauerei Braustübl und die Frankfurter Volksbank. "Die Volksbank hat ihren Beitrag noch mal erhöht", freut sich Schiller. Die Standmieten sind dieses Jahr trotz allem nicht teurer geworden.

Schweizer Straßenfest in Frankfurt: 200 000 Besucher werden erwartet

Dem drohenden Finanzloch zum Trotz haben die Organisatoren beschlossen, dass das Traditionsfest stattfinden soll: Am 9. und 10. Juli wird zwischen Gartenstraße und Kaulbachstraße die Festmeile eröffnet, auf dem Schweizer Platz steht wie immer die Hauptbühne. Am Samstag, 9. Juli um 14 Uhr wird dort wie immer mit Bieranstich das Fest eröffnet, danach gehört die Bühne diversen Rock-Pop-Bands. Auch auf der kleineren Volksbank-Bühne und der an der Ecke Schweizer/Textorstraße treten verschiedene Bands auf. Programm-Flyer sind noch nicht gedruckt, womöglich müssen sie dieses Jahr eingespart werden. An den Ständen sollen aber Festpläne und Programm aushängen.

Gerade die Bühnen schlagen mit hohen Beträgen zu Buche: "Die Technik ist seit Corona sehr viel teurer geworden", erläutert Markus Philipp. Der bekannte Moderator vom Hessischen Rundfunk hat wieder das Bühnenprogramm des Schweizer Straßenfests zusammengestellt. "Viele Konzerttechnik-Anbieter gibt es nicht mehr, sie haben die Pandemie nicht überdauert. Weil nur noch wenige am Markt sind, sind die Preise immens gestiegen."

Schweizer Straßenfest in Frankfurt: Deutlich weniger Vorbereitungszeit als zuletzt

Insgesamt 13 Musikgruppen sind gebucht. Top-Act ist das Duo "Gorilla Funk": Johnny Strange von "Culcha Candela" und der Songschreiber Albert N'Sanda, der zurzeit mit "Jazzkantine" durch Deutschland tourt, treten am Sonntagabend zwischen 18.30 und 21 Uhr dort auf. "Das Duo spielt eigene Songs, zusammen mit einer starken Band, die Musiker aus ganz Deutschland auf dem Schweizer Platz zusammen-bringt." Außerdem wird auf der Hauptbühne die Deutschpopband "Salma mit Sahne" zu hören sein, bekannt ist auch der Songschreiber Julian Camargo.

Auf einer Haupt- und zwei Nebenbühnen soll es einen Mix aus Coverbands und Gruppen geben, die "eigene Sachen spielen, die die Leute noch nicht gehört haben", kündigt Philipp an. Das volle Programm wird erst Ende des Monats feststehen.

Das Fest wurde in Rekordzeit organisiert und vorbereitet. "Wir hatten die Hälfte der üblichen Vorbereitungszeit, weil wegen Corona lange nicht klar war, ob und wie das Fest unter welchen Auflagen stattfinden kann", berichtet der HR-Moderator.

Schweizer Straßenfest in Frankfurt: Stadt soll aushelfen

Den Fehlbetrag von 15 000 Euro hoffen die Veranstalter von der Stadt zu bekommen und haben im Wirtschaftsdezernat um Unterstützung gebeten. Wiebke Schmidt, Sprecherin der Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP), sagt, dass das Dezernat zwar mit der AGS in Kontakt stehe, weil die Stadt die Straßenfeste in den Stadtteilen gerne unterstütze, weil diese für die Gewerbetreibenden eine gute Gelegenheit seien, "um sich zu präsentieren". Zur Finanzierung sei aber noch nicht gesprochen worden.

Nicht beim Schweizer Straßenfest dabei sind auch dieses Jahr wieder die Sachsenhäuser Vereine. Wegen der Absage an den Traditionssponsor Binding im Jahr 2019 baut der Vereinsring erneut keinen Stand auf, bestätigt der Vorsitzende Markus Mannberger: "Da zeigen wir klare Kante. Aber irgendwann wird das sicher wieder werden." (Stefanie Wehr)

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