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Die VGF U-Bahn Linie U5

Verkehr

Kostenexplosion bei der Stadtbahn: Ausbau der Linie U 5 wird um ein Drittel teurer

Der Ausbau der U-Bahnlinie 5 ins Europaviertel wird massiv teurer und dazu noch später fertiggestellt. Vor allem die zahlreichen Bombenfunde im Baufeld machen das Projekt teurer als noch 2015 bei der Finanzierungsvorlage vorgesehen.

Frankfurt - Die Verlängerung der U-Bahn-Linie U 5 vom Hauptbahnhof ins Europaviertel verteuert sich um 101 Millionen auf insgesamt 373,5 Millionen Euro. Das gab Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) am Freitag bekannt.

Falls das Projekt nicht scheitern soll, müssten die Stadtverordneten bis zur Sommerpause einer Mehrkostenvorlage von 84,4 Millionen Euro zustimmen. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) wiederum müsste weitere 16,6 Millionen Euro an die Stadtbahn Europaviertel Projektbaugesellschaft (SBEV) zahlen. Die SBEV gehört zu 51 Prozent der VGF, zu 49 Prozent der Stadt.

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Gleich mehrere Ursachen führte der technische Geschäftsführer der SBEV, Ingo Kühn, für die kräftige Verteuerung an. So seien in der Bau- und Finanzierungsvorlage aus dem Jahr 2015 zahlreiche Risiken zwar benannt, aber nicht beziffert worden. Dazu zählten die inflationsbedingte Preissteigerung (plus 17,1 Millionen Euro), das Reinigen von Schadstoffen in Boden und Wasser (plus zwei Millionen Euro), die schlechte Qualität des Baugrundes (plus zwei Millionen Euro), das umfangreiche Monitoring des Grundwassers (plus 1,9 Millionen Euro) sowie Änderungen in technischen Regelwerken (plus 300 000 Euro).

Bei Bauarbeiten: Zahlreiche Bombenreste gefunden

Weitaus größer sind laut Kühn die Kosten, die in der Bau- und Finanzierungsvorlage gar nicht vorgesehen waren – etwa zur Kampfmittelräumung. Seinen Angaben zufolge wurden seit Baubeginn 2017 zahlreiche Bombenreste im Boden gefunden, was zu einer umfangreichen Kampfmittelsondierung geführt habe. Einzelne Bodenschichten mussten abgetragen und untersucht werden. Das habe die Bauzeit um 13 Monate verlängert und zu erheblichen Folgekosten geführt.

Allein für die Kampfmittelsondierung fielen demnach zehn Millionen Euro an. Die Bauzeitverlängerung schlug mit weiteren zehn Millionen Euro zu Buche, unter anderem für die Einlagerung der Tunnelvortriebsmaschine. Satte 34,5 Millionen Euro kostete die verzögerte Inbetriebnahme, unter anderem wegen Kosten für Projektleitung, Planung, Gutachten und Bauüberwachung. Nach derzeitigem Stand soll die U 5 im Laufe des Jahres 2024 zum ersten Mal durchs Europaviertel fahren – und nicht schon Ende 2022, wie zuletzt geplant.

U-Bahn-Ausbau: Weitere Kostentreiber

In seiner Präsentation führte Kühn weitere Kostentreiber auf. So weiche die Entwurfs- von der Ausführungsplanung um fünf Millionen Euro ab. Weil sich Bund und Land nicht an der Überdeckung des Tunnels Europagarten beteiligt hätten, gebe es Mindereinnahmen von 8,9 Millionen Euro. Umplanungen beim Anschluss der U-Bahn-Strecke an das Bestandsbauwerk unter dem Platz der Republik kosteten weitere 2,6 Millionen Euro – dies mindere aber das Risiko einer langen Vollsperrung am Platz der Republik. Kosten, die noch entstehen könnten, seien vier Millionen Euro für Kampfmittelsondierung in weiteren Baufeldern; eine mögliche Kostenabweichung zwischen der Ausführungsplanung und der Ausführung (plus 2,5 Millionen Euro) sowie Entschädigungen von Eigentümern (plus 200 000 Euro).

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Als erste Konsequenz aus der Kostensteigerung kündigte Oesterling an, bei künftigen Projekten die Risiken nicht nur zu benennen, sondern zu quantifizieren, und Inflation und Baurisiken mit zu berücksichtigen. Außerdem sollte bei Schienenbauten eher an der Oberfläche gebaut werden, um hohe Kosten für den Tunnelbau zu minimieren. Die Verlängerung der U 4 nach Ginnheim nannte er indes „unabdingbar“.

von FLORIAN LECLERC

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