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Krähen und Bäume setzen Parkplatz-Plänen klare Grenzen

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Von: Judith Dietermann

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Bitte umsteigen. FOTO: leonhard hamerski
Bitte umsteigen. © hamerski

Stadt rechnet mir Anstieg der Benutzerzahlen in Kalbach - Bislang Raum für knapp 380 Fahrzeuge

Wer im Frankfurter Norden wohnt und in der Innenstadt arbeitet, der steigt gerne vom Auto auf die U-Bahn um. Eine Möglichkeit für den direkten Umstieg ist ein Park-and-Ride-Platz, wie der an der Haltestelle in Kalbach. 376 Fahrzeugen bietet das Areal derzeit Platz, teilt der Magistrat jetzt in einer Stellungnahme mit. Nachdem sich der Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg) danach erkundigte hatte, ob und wie man die Kapazitäten des Platzes erweitern kann. Zumal der Öffentliche Nahverkehr in Frankfurt ausgebaut und attraktiver gestaltet werden soll.

Vor Corona hohe Auslastung

Vor Beginn der Corona-Pandemie vor knapp zwei Jahren sei die Auslastung des Park-and-Ride-Platzes hoch bis sehr hoch gewesen, so der Magistrat. Der zeitweise starke Einbruch der Fahrgastzahlen in Bus und Bahn habe sich aber auch dort gezeigt. In Zukunft rechne man allerdings wieder mit einem deutlichen Anstieg. Schon jetzt verfüge die Station Kalbach durch die Linien U 2 und U 9 über ein sehr gutes Angebot. Was durch den geplanten Lückenschluss der U 4 zwischen Ginnheim und der Bockenheimer Warte indirekt noch verbessert werde. Daher könne mit einem Anstieg der Nachfrage an Pkw-Stellplätzen gerechnet werden. Dabei geht der Magistrat zudem davon aus, dass die Nachfrage dann das Angebot überschreitet.

Prinzipiell sei es durchaus auch sinnvoll, die Park-and-Ride-Angebote außerhalb Frankfurts einzurichten. So könnten längere Autofahrten vermieden werden. Es könne aber ebenso zielführend sein, bereits bestehende Angebote auszubauen, um Autofahrer für den ÖPNV zu gewinnen. Dazu zähle eben auch das Angebot in Kalbach.

Vögel stehen unter Schutz

Ohne bauliche Maßnahme oder Veränderungen sei dies allerdings nicht möglich, so der Magistrat. Erschwert würden diese zudem durch die inzwischen vorliegenden Untersuchungen eines Baumgutachters und eines Ornithologen. Denn die dort lebenden Saatkrähen stünden unter Schutz. So wie die Bäume. Deshalb ließe sich die Nutzung der großen Grünfläche für eine Erweiterung des Parkraums nur sehr eingeschränkt und mit erheblichem Aufwand realisieren. Wir durch umfangreiche Wurzelschutzmaßnahmen oder die Einhaltung größerer Abstände. Soll heißen: Es könnte nur eine sehr begrenzte Zahl an Stellplätzen neu entstehen. Mit einer Verschmutzung der Autos durch die Saatkrähen sei ebenfalls zu rechnen.

Alternativ auf dem Areal ein Parkhaus zu bauen - auch danach hatte sich der Ortsbeirat erkundigt - sei derweil nicht möglich. Zum einen müsse der Baumbestand geschützt werden. Zum anderen sei aufgrund des dort gültigen Bebauungsplanes eine andere als die derzeitige Nutzung nicht möglich.

Ladesäulen werden kommen

Positive Nachrichten gibt es derweil bezüglich der Installation von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Es hätten sich bereits mehrere Anbieter gemeldet und Interesse am Standort in Kalbach bekundet, so der Magistrat. Wenn konkrete Anträge vorliegen, würden diese entsprechend geprüft. Zudem habe die Mainova AG in der Heinrich-Lanz-Allee einen Schnellladestandort geplant. judith dietermann

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