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Diese Information zu den Gebühren für die Kurzzeitparkplätze am Nordwestkrankenhaus übersehen manche Besucher.

Kurzzeitparken

Krankenhaus Nordwest: Parken für zehn Euro die Stunde

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Parkplätze in Frankfurt sind Mangelware – nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch an vielen Krankenhäusern. Allerdings gibt es dort große Unterschiede: Während manche Kliniken keine eigenen Parkplätze haben, ist es an anderen schwer, einen Stellplatz zu bekommen. Oder entsprechend teuer.

Als Viktor M. sein Parkticket in den Automaten am Krankenhaus Nordwest steckt, verschlägt es ihm fast die Sprache: 7,50 Euro soll er zahlen. 46 Minuten hat er auf dem Parkplatz vor dem Haupteingang sein Auto abgestellt. Nur kurz wollte er seine Frau besuchen, die einen Tag zuvor dort eingeliefert worden war. „Ich dachte, mich trifft der Schlag. Das sind die teuersten Parkgebühren, die ich jemals in Frankfurt bezahlt habe. Da stelle ich meinen Wagen sogar in der Innenstadt günstiger ab“, schimpft der 85-Jährige.

Es ist der Kurzzeitparkplatz des Krankenhauses, auf dem der Rentner gelandet ist. Vor rund zwei Jahren wurde dieser saniert und die Preisstruktur anders gestaltet. Früher waren die Gebühren niedriger, die Parkplätze aber auch meist alle belegt. Schlecht für Notfälle. Das sollte geändert werden und hat auch funktioniert. Nur wenige Autos stehen auf der neu gepflasterten Fläche, daneben einige Taxis.

Eine Woche lange habe es nach der Eröffnung allerlei Verwirrung und auch einige Beschwerden gegeben, dann habe sich jedoch alles eingependelt, sagt die Klinik-Sprecherin Brigitte Ziegelmayer. „Es ist ein Kurzzeitparkplatz, und er ist auch entsprechend gekennzeichnet“, erklärt sie. Die ersten 15 Minuten sind kostenlos, jede weitere Viertelstunde kostet 2,50 Euro. Wäre Viktor M. nur eine Minute früher zu seinem Auto zurückgekehrt, hätte er 2,50 Euro gespart.

Noch mehr gespart hätte er allerdings, wenn er einen der „regulären“ Besucherparkplätze genutzt hätte. Denn sowohl für das Parkhaus wie auch für den Parkplatz direkt neben dem Krankenhaus werden lediglich Gebühren von 1 Euro pro Stunde erhoben.

Das Parkhaus war für Viktor M. keine Option – rund 300 Meter Fußweg hätte er von dort zurücklegen müssen. „Ich lag drei Wochen im Koma, ich kann nicht mehr so weit laufen“, sagt der 85-Jährige. Und dass es einen zweiten Parkplatz gibt, der barrierefrei mit dem Haupteingang verbunden ist, habe er nicht gesehen. Erst am zweiten Tag wurde er darauf hingewiesen, einen freien Parkplatz fand er dort aber nicht. Zumal dort viele der Stellplätze für Bedienstete der Klinik ausgewiesen seien. „Es sind einfach zu wenig Stellplätze für solch ein großes Krankenhaus“, sagt er.

Brigitte Ziegelmayer hat für den Ärger des Rentners nur bedingt Verständnis. „Es ist alles gut ausgeschildert, eine Übersicht zeigt unsere Parkmöglichkeiten“, sagt sie. Zudem werde bei den Kurzzeitparkplätzen auf die Kosten hingewiesen. Mit einem Zettel an der Einfahrt, der aber, wie der Fall von Herrn M. zeigt, übersehen werden kann. Passiert das, gebe es immer noch ein kulantes Beschwerdemanagement, an das man sich wenden könne. „Wir haben für solche (Not-)Fälle Ausfahrtickets“ sagt die Sprecherin. Und betont, dass die Parkplatznot an anderen Krankenhäusern noch viel schlimmer sei. Etwa am Bürgerhospital.

Wegen der sehr zentralen, innerstädtischen Lage sei es dort gar nicht möglich, einen Klinikparkplatz anzulegen, erklärt Kristin Brunner, Sprecherin des Bürgerhospitals. Aktuell gibt es noch nicht einmal einen „Storchenparkplatz“, also einen Stellplatz für werdende Eltern. Man überlege, dies zu ändern. „Ansonsten muss im Parkhaus der Nationalbibliothek oder in der Umgebung geparkt werden“, sagt Brunner. Oder man nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel. Die U-Bahn-Linie U 5 hält direkt um die Ecke.

Auch im Krankenhaus Sachsenhausen, in der engen Schulstraße gibt es keine eigenen Parkplätze, nur das etwa 300 Meter entfernte öffentliche Parkhaus Walter-Kolb-Straße. 408 Parkplätze gibt es dort, für 1 Euro pro Stunde. „Das ist unser Glück“, sagt Sprecherin Alexandra Kirsch. Zudem gebe es Parkplätze für Notfälle und werdende Eltern im Hof. „Wenn es eilig ist, muss keiner weit laufen. Aber eine zentrale Lage und Parkplätze sind leider ein Widerspruch in Frankfurt.“

Das Argument gilt auch für die Lage des Katharinen-Krankenhauses – mehr als 200 Parkplätze gibt es dort. Die erste halbe Stunde ist gratis, jede angefangene Stunde kostet 1 Euro. „Bei uns gibt es nie Probleme“, sagt Sprecherin Karoline Ohlmeier. Weitere Abstellmöglichkeiten gibt es am Universitätsklinikum Frankfurt – 1925 Parkplätze, großteils im Parkhaus, es gibt aber auch Parkbuchten. „Die ersten 30 Minuten sind kostenlos, für das Abholen und Bringen fallen somit keine Kosten an. Das ist für uns selbstverständlich und kundenfreundlich“, erklärt Sprecherin Theresa Seubold. Danach kostet jede Stunde zwischen 1 und 1,80 Euro – je nach Lage des Parkhauses.

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