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Tram-Ausfälle: Krankheitswelle bei der VGF ebbt nur langsam ab

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Die Krankheitswelle hat Frankfurt weiter fest im Griff. Gerade im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind diese Auswirkungen sehr direkt spürbar.

Frankfurt – Die krankheitsbedingten Ausfälle im Frankfurter Straßenbahnnetz werden nur langsam weniger. Während die Linie 15 von Montag an wieder nach dem regulären Fahrplan bis Oberrad rollt, bleibt es einen weiteren Monat lang bei Ausfällen auf der 14.

Sie soll nunmehr bis 20. Februar nur zwischen Ernst-May-Platz und Lokalbahnhof via Zoo und nur mit einem reduzierten Notfahrplan fahren, wie die lokale Nahverkehrsorganisation Traffiq und die Verkehrsgesellschaft (VGF) als Tram-Betreiberin ankündigten. Zwischen Allerheiligentor und der Mönchhofstraße im Gallus fällt die 14 weiter aus. Auf der Strecke in der Mainzer Landstraße sind die verbliebenen Bahnen der Linien 11 und 21 seit Wochen deswegen teils überfüllt.

Überfüllte Straßenbahnen wie hier im Gallus ein Zug der Linie 11 sind zurzeit an der Tagesordnung. Die Erkältungswelle bei den Fahrern sorgt für Ausfälle.
Überfüllte Straßenbahnen wie hier im Gallus ein Zug der Linie 11 sind zurzeit an der Tagesordnung. Die Erkältungswelle bei den Fahrern sorgt für Ausfälle. © Nikolai Kuhnert

„Die Krankheitswelle ebbt ab, aber nur langsam“, erklärt Traffiq-Sprecher Linek. Daher kehre man im Nahverkehr nun Stück für Stück zur Normalität zurück. So führen die Buslinie 31 und 79 wieder normal. Sie waren ebenfalls wochenlang stillgelegt worden. Natürlich sei die Lage „aus Kundensicht unbefriedigend“, räumt der Traffiq-Sprecher ein. Für die nicht erbrachten Fahrten werde die VGF auch nicht bezahlt. Da die VGF städtisch ist, sei das aus gesamtstädtischer Sicht aber nicht relevant. „Das ist linke Tasche, rechte Tasche“, sagt Linek. Entschädigungen für Fahrgäste hatte Traffiq schon mehrfach abgelehnt, da es alternative Angebote auf den Strecken gebe.

Die hohe Krankheitsquote sei kein Problem nur bei der VGF, sondern bei Verkehrsunternehmen überall im Land, betont der Traffiq-Sprecher. Auch bei der S-Bahn Rhein-Main entfielen im Dezember viele Fahrten, teils fuhren die Linien nur halb so oft wie gewöhnlich. Eine Linie mit Ansage teils oder ganz ausfallen zu lassen, biete den Fahrgästen zumindest Berechenbarkeit, erläutert Linek – anders, als wenn die Krankheitsfälle zu spontanen Ausfällen überall führten.

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Straßenbahnen in Frankfurt: Dann noch Gleisarbeiten auf der Wittelsbacher

Während die Linie 15 erst seit Ende November nicht mehr bis Oberrad fuhr, ziehen sich die Ausfälle der 14 schon seit Anfang Oktober hin. Zunächst war die Strecke zwischen Zoo und Ernst-May-Platz vier Wochen für Bauarbeiten gesperrt. Anschließend folgte der krankheitsbedingte Ausfall zunächst der gesamten Linie, den Traffiq und VGF immer wieder verlängerten. Erst fuhren Ersatzbusse zwischen Bornheim und Allerheiligentor, seit 21. November rollten wieder Trams, aber nur mit reduziertem Angebot und nur zwischen Bornheim und Zoo.

Das verlängerte die VGF dann vom 11. Dezember erst bis zum 8. Januar. Die nächste Verlängerung bis zum 23. Januar veröffentlichte die VGF nur noch als dürren Hinweis im Störungsmelder auf ihrer Internetseite, ebenso die Verlängerungen erst 18. Februar und dann bis 20. Februar. Erst diesen Mittwoch gaben VGF und Traffiq dazu eine Mitteilung heraus. Darauf fand sich dann auch der Hinweis, dass die 14 bereits seit 9. Januar vom Zoo bis Lokalbahnhof verlängert fährt. Dass dort, auf ihrer alten Strecke, plötzlich wieder Bahnen der 14 auftauchten, hatte manche Sachsenhäuser Fahrgäste überrascht. Normalbetrieb wird es jedoch auch nach dem 20. Februar bei der 14 noch nicht geben. Dann soll sie zwischen Zoo und Mönchhofstraße zwar wieder fahren, dafür aber entlang der Wittelsbacherallee bis 11. März eingestellt werden – wie schon im Oktober. Grund seien Gleisbauarbeiten, so Traffiq. Während der vierwöchigen Vollsperrung im Oktober hatte die VGF die Gleise zwischen Saalburgallee und Wingertstraße ausgetauscht. Die Ausfälle der Straßenbahn 14 werden somit fast fünfeinhalb Monate andauern. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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