Anti-Terror-Sperren in der Freßgass': Die Römerkoalition will nun eine schönere Gestaltung prüfen lassen.
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Anti-Terror-Sperren in der Freßgass': Die Römerkoalition will nun eine schönere Gestaltung prüfen lassen.

Terrorschutz

Kreative Lösung für Betonklötze

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    VonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Die Römerkoalition will die Anti-Terror-Sperren in der Stadt günstig aufhübschen.

Noch mehr Betonklötze stehen derzeit in der Innenstadt - zum Schutz der Weihnachtsmarktbesucher. Aus dem Stadtparlament kommt nun ein neuer Vorstoß, die Zufahrtssperren gegen Terroranschläge schöner zu gestalten. Wann das umgesetzt wird, ist weiter offen.

Denn die Römer-Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt will noch keine Lösung beschließen, sondern nur einen Schritt dorthin. Sie will den Magistrat beauftragen, "kreative Vorschläge zu erarbeiten und vorzulegen, wie die Sicherheitssperren ästhetisch anspruchsvoller zu gestalten und harmonischer in das öffentliche Stadtbild zu integrieren sind".

Rund um die Hauptwache, in der Freßgass', am Opernplatz und in Sachsenhausen stehen die Betonklötze seit Anfang 2018 als Reaktion auf die Anschläge mit Lastwagen in Nizza und Berlin. Von Anfang an wurden Forderungen aus den Ortsbeiräten Innenstadt und Sachsenhausen sowie mehreren Römer-Fraktionen laut, die Betonklötze durch schönere Sperren zu ersetzen. Mehrere Vorschläge, etwa versenkbare Poller, wurden geprüft, aber nicht umgesetzt. Andere Ideen wie massives Stadtmobiliar blieben in der Diskussion hängen. Pflanzkübel etwa mit Bäumen darin lehnte der Magistrat erst 2019 unter Verweis auf den hohen Pflegeaufwand ab.

In der Regierung schoben sich Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU), Verkehrsstadtrat Klaus Oesterling und Planungsdezernent Mike Josef (beide SPD) mehrere Jahre lang gegenseitig die Verantwortung zu - und nichts passierte. Besonders die FDP kritisierte dies scharf. Als die Aufgabe Oesterling übertragen wurde, lehnte er ein Vorgehen ab unter Verweis auf fehlendes Geld im Haushalt. Daher verzichtete er im Frühjahr auch darauf, zusätzliches Fördergeld des Landes für solche Vorhaben zu beantragen.

Jetzt erwähnt die Koalition in ihrem Vorstoß auch "Sicherheitsmobiliar" und Pflanzkübel - aber nur in der Begründung des Antrags. Konkreter schlagen die Koalitionäre vor, Initiativen, Schulen, Anwohner, Einzelpersonen, Künstler oder Gewerbetreibende könnten die Betonklötze gestalten. Das schlägt Michael Paris seit Jahren vor, um auf den Klötzen Werbung für seinen Abenteuerspielplatz Riederwald zu machen.

Prüfen soll der Magistrat laut Vorschlag der Koalition, ob er diese Verschönerung "mit kreativen Mitteln" finanziell unterstützen kann. Die Schutzwirkung müsse natürlich voll erhalten bleiben und die Neugestaltung dürfe "nicht zulasten der Ästhetik" gehen. Dennis Pfeiffer-Goldmann

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