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Tobias Braun muss den Gürtel nicht enger schnallen ? sein Lederwaren-Geschäft läuft bestens.

Weihnachten

Die kreativsten Geschenk-Ideen des Frankfurter Weihnachtsmarkts 

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Sie haben noch keine Geschenke für die Liebsten? Und einen Horror vor den immergleichen Geschäften? Wir haben schöne, individuelle Dinge gefunden – auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt, der viel mehr bietet als nur Bratwurst und Glühwein.

Das 300 Jahre alte Vogelsberger Fachwerkhaus vor der Paulskirche gefällt der (fiktiven) Familie aus Bornheim auf Anhieb: Mama Steffi, Papa Marc, die Kinder Ben (10 Jahre), Sophie (5) und Anton (3) sowie Oma Rosi und Opa Klaus sind angetan von der Imkerei Wagner an der Paulskirche. Erfunden hat den Clan die Tourismus- und Congress GmbH Frankfurt (TCF), und auf den Frankfurter Weihnachtsmarkt „eingeladen“, um innerhalb von einer Stunde Geschenke für jedes Alter und jeden Geschmack zu finden. „Wir wollen zeigen, dass der Markt mehr bietet als nur Essen und Getränke, auch wenn das dazu gehört“, erklären Ines Philipp und Elena Holschier-Rupprecht von der TCF. Schließlich bieten fast 50 Prozent der insgesamt 200 Stände Geschenkartikel, Handarbeiten, Kunsthandwerk und Dekoratives an.

Leder, Honig, Töpferware

Zuerst geht’s an den TCF-Stand: Hier findet Ben eine Strickmütze und andere Frankfurt-Devotionalien mit der Aufschrift Frankfurt. Bei Leder Braun sucht sich Papa Marc einen Gürtel aus, hat die Qual der Wahl: Norbert und Anita Braun aus Rödermark bieten seit 40 Jahren Offenbacher Lederwaren aller Art an: Sohn Tobias (35) erklärt, dass alle Schnallen und Gürtel rund 500 Kombinationsmöglichkeiten erlauben. Roller, Adler oder Totenkopf, derb bis glitzernd – die Auswahl überfordert. Die Preise reichen von 25 bis 350 Euro, für letztere Summe gibt’s zertifiziertes Alligatoren-Leder.

Wie im Märchen fühlt man sich bei der Imker-Familie Wagner aus Jugenheim: Im Obergeschoss der Hütte lockt eine Probierbar. Zahllose Honigsorten, Weine, Met, Wikingertrunk, Honig-Malt-Whisky (0,5 l, 25,90 Euro), Eierlikör (0,5 l, 13,90 Euro) wollen versucht sein. Handgezogene Kerzen sind Klassiker, die Auswahl ist riesig, das Geschäft brummt. Die Wagners standen früher auf der Konstablerwache, seit neun Jahren an der Paulskirche. Oma Rosi und Opa Klaus kosten und kaufen; sie mögen das Ambiente. Vor allem den Grappa für 23,50 Euro.

?Voll de Honisch!?, sagt Badesalz. Was Lisa und Ina Wagner nicht stört, denn sie lieben alles, was Bienen so herzustellen vermögen.

Auf Tradition legt auch der Töpfer Ronny Seifert aus dem Hunsrück Wert: Hier bei Bembel-Seifert gibt’s schon seit 50 Jahren Steingut aller Art, vieles in Grau-Blau, etwa den Handkäs’-Topf. Der kleine kostet 9,50, der große 34,50 Euro. „Kann man auch online bei uns bestellen, muss man nicht schleppen“, rät Seifert. Und weist auf eine Premiere hin: Ab Samstag gibt’s Häusernachbauten der neuen Altstadt aus Keramik. Am besten aber gehen klassische Bembel.

Krippen, Leder, Lebkuchen

In Tracht wirkt der junge Johannes Bachmann aus Südtirol ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Seine romantische Hütte birgt feinste Schnitzereien: Ställe, Engel, Tiere, Baumschmuck aus Fichte, Kirsche, Esche. Es gibt Krippen aller Art – für über 200 Euro und handfeste Kindermodelle zum Spielen. Ein echtes Stück Weihnachten!

Autohandschuhe aus dem Leder des südafrikanischen Wildschweins sind griffig, bei Leder-Weiker kostet das Rallye-Modell 39,95 Euro. „Es ist das einzige Leder, welches man gut mit der Hand waschen kann“, berät Fachfrau Petra Mieden. Mutter Steffi streichelt feine, fleece-gefütterte Damenlederhandschuhe (24,95 Euro).

Der Verein Europäische Pioniersiedlung aus der Südpfalz verkauft seit 30 Jahren Lammfell- und Woll-Produkte in der Neuen Kräme: Hausschuhe (32 bis 45 Euro), Muffs, Mützen, Pullover, Fäustlinge, Socken (10 bis 15 Euro). Erwärmend. Und Stephan Schmid erzählt gern von den Nähern in Griechenland und der Türkei. Erstmals dabei ist die „Hunde Bäckerei“ aus Hanau. Am Stand auf der Zeil locken Leckerlis in Brezel-, Tannenbaum oder Sternschnuppenform. Steven Golz fertigt sie glutenfrei, aus Soja, Wildfleisch, Roggen, Dinkel, Öl.

Lebkuchen aus dem Odenwald gibt’s bei „Lebkuchen Ernst“ auf dem Paulsplatz. Attraktion ist der Beschriftungsservice auf Wunsch, verrät Inhaberin Stephanie Ernst, die das Geschäft 2005 vom Onkel übernahm. Derweil malt Manuela Gerlach Ornamente, Namen und mehr aus buntem Zuckerguss auf Herzen und Rechtecke. Viel zu schön, um sie zu vernaschen!

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