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Karstadt, Bershka und Eckerle auf der Zeil schließen – Zukunft der Innenstadt ungewiss

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Karstadt, Bershka, Eckerle: Die Krise des Einzelhandels macht auch vor der Frankfurter Innenstadt keinen Halt. Was sich noch alles auf der Zeil ändert.

Frankfurt – Das Schicksal der Innenstädte scheint überall in Deutschland gleich: Leere Läden, kaum Gastronomie und die allgegenwärtige und wachsende Online-Konkurrenz halten Kunden fern. Auch in Frankfurt ist das spürbar. Auf der Zeil summieren sich die Ladenschließungen.

Leerstand auf Frankfurter Zeil nimmt zu

Nach der Schließung von Karstadt auf der Zeil verkündete im Juli auch Eckerle, ein Herrenausstatter mit Markenangebot, die Frankfurter Filiale Ende Februar 2024 zu schließen. Nach fast 24 Jahren auf rund 1250 Quadratmetern ist Schluss am Frankfurter Standort. Grund dafür ist laut der Hirmer-Gruppe aus München, dem Eigentümer des Modegeschäfts, eine unmögliche Einigung über die Miete und eine langfristige Laufzeit. Nachmieter soll der Sneaker-Händler Snipes werden. Die Modekette Aachener übernimmt die Räumlichkeiten der einstigen Karstadt-Flächen.

Auch die spanische Modekette Bershka, ein Tochterunternehmen von Zara, verlässt die Frankfurter Innenstadt. Auf der Geschäftsfläche im Erdgeschoss des Einkaufszentrums MyZeil sollen künftig sportliche Schuhe und Streetwear von JD Sport verkauft werden. Die Marke gehört zu einem britischen Einzelhandelsunternehmen. Ob sich die Modekette Bershka an einem alternativen Standort in der Frankfurter Innenstadt niederlässt, bleibt offen.

Passanten auf der Frankfurter Zeil.
Passanten auf der Frankfurter Zeil könnten künftig weniger werden, denn die Leerstände nehmen zu. © Enrico Sauda

Nicht nur Modeläden, sondern auch Schuhgeschäfte kehren der Zeil den Rücken. Ende Juli hat die Schuhkette Görtz ihre letzte Innenstadtfiliale an der Konstablerwache geschlossen. Auch Sidestep, eine beliebte Anlaufstelle für Sneaker-Fans, macht dicht. Anfang des Jahres verkündete der Mutterkonzern Foot Locker, alle Filialen in Europa zu schließen. Der Online-Shop von Sidestep ist bereits geschlossen. Wie lange man noch im Geschäft auf der Zeil einkaufen kann, ist nicht bekannt.

Wie geht es weiter auf der Zeil in Frankfurt?

Zu den Neuansiedlungen gehört das Zalando-Outlet, welches kürzlich an der Adresse Zeil 119 eröffnete. Neben dem Shop im Stadtteil Bockenheim hat der Onlinemodehändler damit seinen zweiten Standort in Frankfurt etabliert. Zuvor hatte Samsung die Ladenfläche gemietet.

Das ehemalige Karstadt-Haus soll renoviert werden. Umbauten oder Abrisse werden zudem auch an den ehemaligen Filialen von Conrad und Esprit erwartet, berichtete die FAZ.

Büroetagen statt Shoppingmeile auf der Zeil in Frankfurt

Ebenso unklar ist die Zukunft des großen Modekaufhaus Peek & Cloppenburg (P&C) auf der Zeil. Das Düsseldorfer Unternehmen hat Anfang März Insolvenz angemeldet. „Wenn wir über die Belebung der Innenstadt nachdenken, sind moderne, zukunftsfähige Büroflächen ein wesentlicher Aspekt“, so Kevin Meyer, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens JC Real Estate Holding, das der Eigentümerfamilie von P&C Düsseldorf gehört, im Gespräch mit der FAZ. Für Teile der insgesamt 16.700 Quadratmeter großen Fläche auf der Zeil könne er sich einen Mix aus Gastronomie, Büros und Sportangeboten vorstellen. (Josefin Schröder)

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