Noch ist die Brücke an der BGU dicht, um aus den Stufen Rampen zu machen. foto: hamerski
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Noch ist die Brücke an der BGU dicht, um aus den Stufen Rampen zu machen.

Seckbach: Schneller hinüber

Kritik an radfreundlicher Brücke

  • vonFriedrich Reinhardt
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Gitter sollen ein wenig bremsen - Griffiger Belag gibt Senioren mehr Halt

Ein dichter Staubnebel umhüllt die Bauarbeiter. Seit einigen Tagen hacken sie auf der Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Friedberger Landstraße, an der BG Unfallklinik, die Stufenkanten ab. Stufe um Stufe. Laut dem Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) soll die Rampe in vier bis sechs Wochen - je nach Witterung - fertig sein und dann für Radfahrer leichter zu befahren sein. Die etwa 15 Zentimeter hohen Stufen werden mit Betonkeilen abgeflacht. Statt Stufen wird die Rampe dann eher eine Wellenform haben.

Forderung des Ortsbeirats

Die Stadt kommt damit einer Forderung des Ortsbeirats 11 (Seckbach, Fechenheim, Riederwald) nach. Doch nun, da die Arbeiten begonnen haben, regt sich auf der anderen Seite der Autobahn 661 Kritik an dem Umbau. Eine Preungesheimerin - sie möchte ihren Namen nicht in der Zeitung sehen - gehört zu denen, die skeptisch auf eine fahrradfreundlichere Version der Brücke über die Friedberger Landstraße blickt. Die Brücke gehöre zu ihrem liebsten Spazierweg. Die Autobahn und die Friedberger sind zwar nicht so schön, der Huthpark dahinter dafür umso mehr. Sie nennt grundsätzlich drei Kritikpunkte und ist mit ihrer Sicht nicht allein:

Angst vor Rasern

Die erste Befürchtung ist, dass Radfahrer die Rampe hoch und runter rasen werden, "so dass man als Fußgänger nur noch beiseite springen kann", sagt die Preungesheimerin. Diese Befürchtung teilt auch Julian Langner, FDP-Fraktionsvorsitzender im Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim). Die Rampe sei schmal und "extrem steil". Wie schnell Radfahrer fahren, wenn sie nur können, könne man an der Brückenabfahrt am Anfang des Marbachwegs beobachten - sie fahren, so schnell es eben geht. "Bisher waren die Stufen ein guter Kompromiss", sagt Langner. Eine bauliche Trennung von Fuß- und Radverkehr wird es nicht geben, bestätigt das ASE.

"Um sicherzustellen, dass Radfahrer ihre Geschwindigkeit frühzeitig reduzieren, soll am Ende der Rampe ein zusätzliches Gitter errichtet werde", heißt es dazu aus dem ASE. Aber: "In Gänze ist es natürlich nicht auszuschließen, dass einzelne Verkehrsteilnehmer nicht mit der gebotenen Vorsicht fahren werden." Die Fahrradstaffel der Polizei solle daher gebeten werden, ein Auge auf die Brücke zu werfen.

Achtung, Rutschgefahr!

Die zweite Befürchtung ist, dass es bei Regen und Eis für Fußgänger rutschig auf der Rampe werden könnte. Da die Stufen abgerundet werden, ändert sich am Gefälle der Rampe allerdings nicht viel. Zudem verweist das ASE darauf: "Für den Bau der Oberschicht wurde ein besonders griffiges Material gewählt. Gerade Menschen, die unsicher zu Fuß unterwegs sind oder eine Gehhilfe benötigen, profitieren enorm von dem Umbau." Immerhin ist die Rampe mit Rollstühlen und Rollatoren dann leichter zu befahren - und die Brücke steht direkt neben einem Krankenhaus.

Autos nehmen die Übersicht

Der dritte Punkt kritisiert die Verkehrsführung am Ende der Rampe. Fußgänger und Radfahrer stehen dort direkt an einer Kreuzung. Fahrzeuge können aus drei Richtungen kommen. Zwar gibt es einige Meter weiter einen Fußgängerüberweg. Geparkte Autos blockieren aber oft den Weg dorthin und versperren den Blick in die Straße. "Ich sehe viele Menschen, die dort den Hals lang machen müssen, um über die Autos schauen zu können", erzählt die Preungesheimerin. Im ASE ist das Problem bekannt, nach einer Lösung werde gesucht. Denkbar seien zusätzliche Poller, um das Parken zu verhindern.

Wie die Stufen nach dem Umbau aussehen werden, sieht man bereits an der ersten, die als Musterstufe schon hergerichtet wurde. Das ASE hat damit Passanten befragt wie sie diese Stufenform finden. "Die Resonanz war durchweg positiv", sagt Michaela Kraft, Leiterin des ASE. "Bei Radfahrern ohnehin, aber auch Eltern mit Kinderwagen begrüßten den Umbau. Auch die Baufirma berichte von Passanten, die den Umbau für sinnvoll erachteten.

Friedrich Reinhardt

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