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Kritik an Volkshochschule Frankfurt: Chaos bei der Anmeldung

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Von: Judith Köneke

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VHS-Leiter Daniel Dejanovic will näher an die Kunden rücken. Boeckheler
VHS-Leiter Daniel Dejanovic will näher an die Kunden rücken. Boeckheler © christoph boeckheler*

Viele Hindernisse versperren einer Peruanerin den Weg zum Deutschkurs. Der Leiter der VHS Frankfurt verspricht Besserung und will Anmeldeverfahren vereinfachen.

Frankfurt - Volker Bach ist immer noch verärgert, wenn er an seine Erfahrungen mit der Volkshochschule Frankfurt (VHS) zurückdenkt. Das hört man ihm selbst am Telefon an. Der 57-Jährige hatte versucht, für seine Freundin aus Peru einen Deutschkurs zu buchen. Die Probleme begannen damit, dass er die VHS telefonisch erreichen wollte, um ein paar Fragen zum Anmeldeverfahren zu klären, berichtet Bach. Doch nie sei jemand zu sprechen gewesen.

Auf zwei E-Mails habe er ebenfalls keine Antwort erhalten. Da er nicht weit entfernt von der VHS-Zentrale im Ostend wohnt, ging Bach dort vorbei, um seine Partnerin persönlich anzumelden – das klappte. „Bei der Anmeldung kam dann der irritierende Hinweis, dass meine Partnerin vorab ein Telefongespräch führen müsse, bei dem sie sich schon in Deutschland aufhalten muss“, sagt Bach.

VHS-Sprachkurs kurzfristig verschoben

Ziemlich schwierig, da sie an einem Samstag in Deutschland ankommen wollte, um direkt in der Folgewoche in den Kurs einzusteigen. Was der Hintergrund dieses Gesprächs sei, habe man ihm nicht beantworten können. Nur, dass es notwendig sei, obwohl er erläutert habe, seine Partnerin verfüge über keinerlei Vorkenntnisse, und dass der Kurs privat bezahlt werde.

Als klar war, dass die Peruanerin an dem Kurs würde teilnehmen können, erfuhr Bach von einer VHS-Mitarbeiterin telefonisch, der Kurs werde aufgrund zu geringer Teilnehmerzahl verschoben – was für Bachs Freundin insofern unpraktisch war, als sie bereits über ein Visum verfügte und die Monate, in denen sie sich in Deutschland aufhalten durfte, für den Sprachkurs nutzen wollte.

Ärger über VHS Frankfurt: „Die Abläufe funktionieren überhaupt nicht“

„Die organisatorischen Abläufe funktionieren überhaupt nicht“, ärgert sich Bach über die VHS. Und jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin mache wohl nur das, was im jeweiligen Arbeitsbereich liege. Das sei Beamtenmentalität in ihrer schlechtesten Form. „Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Menschen, die sich für einen Deutschkurs anmelden wollen, dabei scheitern.“

Gerade wenn man des Deutschen nicht so mächtig und niemand für Fragen oder Beschwerden erreichbar sei. Letztlich buchte Bach einen Kurs bei einer privaten Sprachschule in Rödelheim. Nach drei Tagen sei das Prozedere für ihn als Kunden abgeschlossen gewesen, sagt er. „Und das Beste: Der Kurs war sogar preisgünstiger.“

Peruanerin braucht Sprachkurs: VHS sieht Häufung der Probleme als „Extremfall“

Dem Leiter der Volkshochschule, Danijel Dejanovic, liegt Bachs Mail ebenfalls vor – ein Antwortschreiben sei in Abstimmung. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass es einige Probleme gebe, aber die Häufung bei Bach sei schon ein Extremfall. Einige Prozesse liefen nicht so gut, sagt Dejanovic, die VHS sei dabei, sie zu verbessern.

Ein neuer Kundenpfad werde im August fertiggestellt, die Mitarbeiter:innen geschult. „Wir garantieren, dass Kunden maximal eine Woche auf einen Termin warten müssen“, verspricht Dejanovic. Das Anmeldeverfahren werde radikal vereinfacht. An einem Tag und mit einem Termin soll es erledigt sein.

Leiter der VHS Frankfurt: Kommunikation ist nicht gut gelaufen

Zudem ist das Ziel, jeden Monat einen Deutschkurs anzubieten. „Nur bei Integrationskursen sind zukünftig Tests verpflichtend“, erklärt Dejanovic. Wenn Selbstzahler einen Kurs buchten, müssten sie weder einen Test machen noch ein Telefonat führen, das sei seit einiger Zeit freiwillig.

Bei Bach sei dies wohl schiefgelaufen. Und dass ein Deutschkurs wegen zu geringer Anmeldezahlen verschoben werde, passiere äußerst selten; normalerweise seien diese Kurse sehr gefragt.

Bezüglich des Vorwurfs, die Kommunikation bei der VHS laufe nicht gut, müsse er Bach recht geben, sagt Dejanovic. Aber: „Es ist ein sehr großer Betrieb, der allmählich die pandemiebedingten Systeme und Regulierungen zur Kontaktminimierung hinter sich lässt“. Auch hier wolle man nachbessern und näher an den Kunden rücken. (Judith Köneke)

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