Das Schicksal des Kronberger Hauses ist unklar. FOTO: reuss
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Das Schicksal des Kronberger Hauses ist unklar.

Frankfurter Kleinod

Kronberger Haus: Leerstand vermeiden

  • Michael Forst
    VonMichael Forst
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InHöchst herrscht Unklarheit, wie es weitergeht

Die Stadt Frankfurt scheint die Zukunft des Kronberger Hauses in Höchst bei den Plänen für das neue Porzellanmuseum im Bolongaropalast nicht wirklich mitgedacht zu haben. Das zumindest findet die CDU im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) - und mahnt in einem Antrag für die nächste Sitzung beim Magistrat binnen sechs Monaten ein Konzept zur Nachnutzung für das Gebäude an.

Ziel müsse sein, so Ortsbeiratsmitglied und Ortsvorsteherin Susanne Serke, dass ein Leerstand nach dem für 2023 avisierten Umzug vermieden werde. Auch müssten die notwendigen Mittel für die Sanierung des Kronberger Hauses neu ermittelt und in den Haushalt eingestellt werden.

Und schließlich fordern Serke und ihre Fraktionskollegen von der Stadt, vor der Freigabe der Mittel für den Umzug, zunächst die Finanzierung der Sanierungsarbeiten am Bolongaropalast sicher zu stellen. Und dabei auch die durch den Umzug bedingten gesteigerten jährlichen Folgekosten zu berücksichtigen. Denn sowohl über die Zukunft des Kronberger Hauses nach dem geplanten Umzug, als auch über den Umfang der notwendigen Sanierungen des traditionsreichen Gebäudes, herrsche Unklarheit.

Und in der Tat blieb die Stadt auf alle Fragen nach dem Schicksal des Kronberger Hauses bislang auffällig vage: "Es gibt bislang keine Überlegungen zu einer Nachnutzung des Kronberger Hauses", ließ der Magistrat etwa Mitte Mai 2020 verlauten. Und schien zwei Wochen später die Entscheidung unverblümt auf die lange Bank schieben zu wollen: "Sobald das Porzellanmuseum in den Bolongaropalast umzieht, wird eine mögliche Folgenutzung geprüft", zitiert die CDU die Stellungnahme.

Das sei aber zu spät, gibt Serke zu bedenken. Es werde einerseits der Bedeutung des historischen Gebäudes in der Bolongarostraße 152 nicht gerecht "und ist zudem auch wirtschaftlich betrachtet sinnlos", macht sie geltend - und befürchtet Schlimmes: "Man steuert damit bewusst einem langen Leerstand des Hauses entgegen."

Hinzu komme, dass das Kronberger Haus dringend sanierungsbedürftig sei. Die letzten genannten Zahlen stammen aus dem August 2018: Mit 1 317 000 Euro veranschlagte der Frankfurter Magistrat damals die zu erwartende Gesamtsanierungskosten. Doch ob dieser Betrag heute - mehr als drei Jahre später -noch ausreiche, sei mehr als fraglich, glaubt Susanne Serke. Insofern erscheine es dringend geboten, "den Sanierungsbedarf und die damit verbundenen Kosten neu zu ermitteln und endlich die Mittel dafür bereitzustellen".

Baustopp verhindert

Zwar habe unlängst die Stadtverordnetenversammlung die Mehrkostenvorlage für die Bolongaropalast verabschiedet und damit wohl einen Baustopp verhindert. Allerdings, mahnt Serke an, sei die Finanzierung der Mehrkosten noch gar nicht sichergestellt. Sie schlussfolgert daraus: "Während also nicht einmal die Finanzierung der aktuell laufenden Sanierungsarbeiten sichergestellt ist, beschließt man bereits weitere, auch jährlich erhöhte, Kosten."

Dies zeige, wie dringend die Mittelherkunft für die Sanierungsarbeiten am Kronberger Haus geklärt werden müsse und andererseits auch die wirtschaftlichen Folgen eines jahrelangen Leerstands dringend vermieden werden sollten. Michael Forst

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