Der neue Pächter der Gerbermühle, Maximilian Hirsch, nutzt die Krümelmonster und Elmos aus der Sesamstraße als Platzhalter im Winter- und im Biergarten - und verkauft sie für den guten Zweck. Und feiert am Sonntag die Neueröffnung. Foto: Leonhard Hamerski
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Der neue Pächter der Gerbermühle, Maximilian Hirsch, nutzt die Krümelmonster und Elmos aus der Sesamstraße als Platzhalter im Winter- und im Biergarten - und verkauft sie für den guten Zweck. Und feiert am Sonntag die Neueröffnung.

Krümelmonster-Invasion

Frankfurt: Traditionslokal Gerbermühle hat neuen Pächter

  • vonSabine Schramek
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Das Traditionslokal Gerbermühle in Frankfurt hat einen neuen Pächter – und erste bunte Besucher. Die Betreiber hoffen bald auf mehr.

Frankfurt – Quietschrot und Knallblau sitzen sie auf Bänken, Stühlen, Kronleuchtern und Sesseln. Elmo und das Krümelmonster, bekannt aus der Kinderfernsehserie Sesamstraße, haben die Gerbermühle fest im Griff. "Wir wollten, dass es schön aussieht und gleichzeitig etwas Gutes tun. Der Erlös für jeden verkauften Sesamstraßen-Star geht zu 100 Prozent an den Kinderschutzbund Frankfurt", sagt Betriebswirt Maximilian Hirsch, der nicht nur Kuscheltierbändiger ist, sondern auch neuer Betreiber der Gerbermühle am Oberräder Mainufer.

"Den Mutigen gehört die Welt", sagt er und lacht. Denn bisher hat er weder ein Hotel noch ein Lokal oder gar Restaurant geführt. Allerdings ist er ein echter Experte für Catering. "Bumb Junior Finest Catering" ist aus der 100-jährigen Gastro-Familientradition gegründet worden, die vor vielen, vielen Jahren mit einem Gasthaus in der Münchener Straße begann und immer weiter wuchs.

Frankfurt: Traditionslokal Gerbermühle hofft auf Öffnung der Außengastronomie

Zwischen Krümelmonstern und Elmos wuseln noch Haushund Bruno und viele bekannte Gesichter. Hirsch hat das gesamte Personal von den bisherigen Betreibern Micky Rosen und Alex Urseanu (Gekko Group) übernommen. "Das Team ist rundum toll und ich bin richtig froh, dass sie alle geblieben sind", betont er.

Küchenchef Jörg Ludwig zaubert beispielsweise nicht nur eine ausgezeichnete Grüne Soße, sondern auch famosen Spargelsalat mit Roastbeef, knackige Garnelen oder zartes Matjes- oder kräftiges Rinder-Tartar. Neu ist die "Worscht von Opa Bumb aus dem Kessel". Ob Handkäs', Radi oder Schnitzel - für jeden ist etwas dabei. "Jetzt erst einmal nur zum Mitnehmen, aber wir hoffen doch sehr, dass ab Juni die Außengastronomie wieder öffnen kann", erklärt Hirsch.

Gerbermühle Frankfurt: Lokal engagiert sich für Kinderschutz

Bis dahin sind die 260 Krümelmonster und Elmos Platzhalter. "Es sind genauso viele Figuren wie Sitzplätze im Biergarten. Wir verkaufen sie zum Selbstkostenpreis von je 39 Euro. Der Erlös geht zu 100 Prozent an den Kinderschutzbund. Wenn alle weg sind, runden wir selbst auf 10 000 Euro auf", sagt Hirsch. Seine Frau Seran und seine Kinder Neo (3) und Emma (9) haben ihn auf die Idee gebracht. "Wir wollten keine hässlichen Absperrbänder für das To-Go-Geschäft und meiner Frau hat die ,Panda-Mie'-Aktion von Pino an der Freßgass' gut gefallen. Die Sesamstraßen-Figuren sollen dafür stehen, wie schwer es viele Kinder während der Pandemie haben", so Hirsch. Häusliche Gewalt, Enge und Einsamkeit würden zu wenig berücksichtigt. "Sie sind die, die wirklich mitsamt ihrer Familien Hilfe brauchen", betont der neue Wirt.

Auch seine Mutter Britta und seine Schwester Kira überzeugt die Aktion. "Wir werden sehen, wie hoch das Interesse ist, anderen zu helfen", sagen sie. Die Mitarbeiter haben keine Zweifel an ihren Gästen, die sie teils schon seit Jahren bedienen. "Das läuft schon, auch wenn es derzeit sehr bunt hier ist", sagen sie.

Frankfurt: Team der Gerbermühle freut sich auf Gäste

Seit März warten sie darauf, endlich wieder Gäste begrüßen zu können. Auch, wenn alles vorerst nur zum Mitnehmen ist. "Stammkunden wiederzusehen und neue Besucher zu treffen, kann einfach nur schön sein", freut sich das Team.

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Auch Familie Hirsch kann es kaum noch erwarten. "Am Muttertag gibt es auf jeden Fall auch Kuchen", sagt Hirsch. 27 Grad Celsius warm soll es dann werden. "Hoffentlich gehen dann alle Väter mit ihren Frauen und Kindern am Main spazieren. Mit Hunger, Durst, Abstand, Maske - und Lust auf Krümelmonster".

Ein bisschen nervös sind alle. Aber auch froh, dass es nach sieben Monaten Pause wieder los geht. Das Team hofft auf gutes Wetter und dass die Frankfurter Lust auf Leckeres haben. Den Eye-Catcher haben sie: Seit dem Aufbau der Figuren bleiben immer wieder Leute lachend stehen. Weil entweder der Biergarten oder bei Regen der Wintergarten samt Krümelmonstern und Elmos bunt leuchten. (Sabine Schramek)

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