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Ist das Gretchen aus Goethes Faust nicht eigentlich ein Mann? Die Schauspieler Detlev Nyga und Claudia Brunnert rollen in einem Sketch das Verhältnis von Schauspieler und Dramaturg auf.

Benefizveranstaltung

Künstler engagieren sich für Wiederaufbau des Goetheturms

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Der Schock über den Verlust des Goetheturms sitzt in Frankfurt tief. Für Thomas Bäppler-Wolf hilft da nur eins: Sich engagieren und dafür sorgen, dass das Wahrzeichen wieder aufgebaut werden kann. Bei einer Benefizveranstaltung, die er organisierte, kamen hierfür 3000 Euro zusammen.

Hatte Frankfurts berühmtester Sohn Johann Wolfgang von Goethe einst bei seiner Figur des Gretchens etwa einen Mann vor Augen, als er diese niederschrieb? Was in den Köpfen von Dramaturgen so vor sich geht und wie Schauspieler darauf reagieren müssen - Detlev Nyga und Claudia Brunnert bringen dieses Verhältnis gekonnt in einem Sketch auf die Bühne im Leopold Sonnemann Saal des Historischen Museums. Und haben die Lacher auf ihrer Seite.

Die beiden Schauspieler sind langjährige Darsteller der Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau. An diesem Abend engagieren sie sich für die gute Sache und beteiligen sich an einer Benefizveranstaltung zugunsten des Wiederaufbaus des Goetheturms. Unter dem Motto „Power fer de Tower“ hat Thomas Bäppler-Wolf, der den meisten als Travestie-Darsteller „Bäppi La Belle“ bekannt ist, 17 Künstler gewinnen können, die gemeinsam mit ihm den dreistündigen Abend gestalten, darunter Alexander Beck vom Theater Alte Brücke, hr-Wettermann Tim Frühling, Marlene Zimmer von den Landungsbrücken sowie Darsteller des Ensembles des Comedytheaters „Theatrallala“, dessen Leiter Bäppler-Wolf ist. Sie alle haben Sketche, Lieder und Texte vorbereitet, die sich rund um Goethe drehen.

Alle Teilnehmer verzichten auf ihre Gagen, so dass die Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf zu einhundert Prozent als Spende für den Wiederaufbau des im Oktober abgebrannten Wahrzeichens im Sachsenhäuser Stadtwald fließen kann. 30 Euro kostet das Ticket pro Person, der Leopold Sonnemann Saal, der vom Historischen Museum zu diesem Anlass kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, ist kurz vor Beginn der Veranstaltung fast bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Idee zu dem Ereignis kam Bäppler-Wolf bereits wenige Stunden nachdem bekannt war, dass der Goetheturm bis auf seine Grundmauern niedergebrannt ist. Ein großer Schock für alle Frankfurter, auch für ihn selbst. „Mit dem Goetheturm verbinden viele Menschen besondere Erinnerungen“, sagt Bäppler-Wolf. „Pärchen haben sich dort verlobt, Familien sich getroffen, um zu picknicken oder um die wunderbare Aussicht zu genießen.“

Der Goetheturm gehöre zu Frankfurt wie der Ebbelwei und der Handkäs’. „Und wenn der schiefe Turm von Pisa umfallen würde, dann würde der auch wieder aufgebaut werden“, ist Bäppler-Wolf sich sicher.

Kurzerhand hat er bei befreundeten Künstlern angefragt. Bäppler-Wolf freut sich, dass so viele bereit sind mitzumachen und auf ihre Gagen verzichten. Einer von ihnen ist Alexander Beck, Schauspieler sowie Gründer und Leiter des Theaters Alte Brücke in Sachsenhausen. „Als Sachsenhäuser Bub habe ich natürlich viele

Jugenderinnerungen

an den Goetheturm“, erzählt Beck während er sich auf seinen Auftritt vorbereitet. Für ihn sei es selbstverständlich, sich an diesem Abend zu beteiligen. Den Gästen gefällt das, was ihnen geboten wird. Das Engagement der Künstler wird mit viel Applaus honoriert. 3000 Euro kommen am Ende des Abends für den guten Zweck zusammen.

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