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Markus Elsner, Eva Zinke, Viktor Naimark, Joachim Mennicken und Irmi Lang-Kummer (v. l) stehen häufiger in der Druckwerkstatt.

BBK zeigt zu seinem 70. Geburtstag eine Ausstellung

Künstler feiern buntes Jubiläum

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Als vor 70 Jahren der Berufsverband Bildender Künstler Frankfurt gegründet wurde, musste sich die Kunst erst wieder ihren Platz in der Kulturlandschaft der Stadt zurückerobern. Heute hat der Verband rund 320 Mitglieder und ist fest etabliert. Der runde Geburtstag wird mit einer großen Ausstellung gefeiert.

Irmi Lang-Kummer ist seit 50 Jahren Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Frankfurt und kann sich noch gut an die früheren Zeiten erinnern. „Ich kam von Düsseldorf hierher und war zuvor auch schon Mitglied im dortigen BBK“, erzählt sie. Beworben habe sie sich beim damaligen Vorsitzenden des BBK Frankfurt, Ludwig Becker und seinen Beisitzern. „Sie entschieden darüber, ob man aufgenommen wurde oder nicht.“

Zu dieser Zeit habe der BBK seine Räume noch im Karmeliterkloster in der Seckbächer Gasse gehabt. „Dort war auch die Klosterpresse untergebracht. Beide Institutionen haben zusammengearbeitet. Die größte Furcht, die zu dieser Zeit bestand war, die Räume zu verlieren“, beschreibt sie die Situation im Jahr 1966. Den BBK Frankfurt gab es zu dieser Zeit bereits 20 Jahre. Gegründet wurde der Künstlerverband ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf Initiative von Bildenden Künstlern, die der Kunst nach den dunklen und schrecklichen Jahren des Nationalsozialismus in der Frankfurter Kulturlandschaft wieder einen Raum geben wollten.

70 Jahre liegt dies zurück – sieben bewegte Jahrzehnte im Frankfurter Kulturleben, aus dem der BBK heute nicht mehr wegzudenken ist. Den runden Geburtstag feiert der Künstlerverband in seinen Räumen in der Hanauer Landstraße 89 mit einer großen Ausstellung, an der sich über 80 BBK-Künstler beteiligen. Zu diesem Anlass werden 110 Werke in einem einheitlichen Format von 30 mal 30 Zentimetern in einer Petersburger Hängung gezeigt.

Die Initiative zur Gründung ging einst aus von mehreren Künstlern, die über eine Anzeige in einer Tageszeitung Mitstreiter suchten und zu einem Treffen aufriefen. Der BBK verstand sich von Beginn an als berufsständische Vertretung der Frankfurter Künstler „ohne weltanschauliche oder politische Zielsetzung“, wie es die Künstlerin Sibylle Missoum-Spahlinger im Jahr 1996 in einem Text zum 50-jährigen Jubiläum des BBK formulierte. Es ging darum, den Beruf des Künstlers in einer Zeit des Neuanfangs und Aufbruchs wieder zu etablieren und Perspektiven aufzuzeigen.

Die Schaffung von Ausstellungsmöglichkeiten sowie die Wahrung wirtschaftlicher, sozialer und rechtlicher Belange der Künstler werden bis heute als zentrale Aufgaben des BBK verstanden. Seit mehr als 40 Jahren gibt es sogar einen Bundesverband Bildender Künstler, der hierfür eintritt „Der BBK vertritt die Interessen, fördert die Vernetzung untereinander und die Zusammenarbeit zwischen den Künstlern“, schildert Eva Zinke vom Vorstand des BBK-Frankfurt.

Bevor der BBK-Frankfurt in seine heutigen Räume ziehen konnte, standen einige Umzüge an. Als der Frankfurter Künstlerverband damit begann,

1948 erste Ausstellungen

zu organisieren, darunter „Die Frau als Bildnerin“, die erste nur von Frauen gestaltete Werkschau in Frankfurt, nutzte er noch Räume des katholischen Vereins in der Lange Straße. Dort organisierte er zu Beginn seine Treffen und Ausstellungen, außerdem in den damals wenige Künstlerateliers.

Mitte der 1950er Jahre wechselte der Künstlerverband ins Karmeliterkloster, wo seit 1966 auch die Klosterpresse untergebracht war. In ihrer Zusammenarbeit organisierten beide Institutionen in den folgenden Jahren regelmäßig freie, nicht-jurierte Ausstellungen und setzten damit ein Zeichen gegen die damals in der Stadt gängigen Auswahlverfahren für Ausstellungen, bei denen – so die Begründung – vor allem in Frankfurt ansässige Künstler benachteiligt worden seien.

Die Paulskirche war 1971 Gründungsort des Bundesverbandes Bildender Künstler anlässlich eines dort organisierten Kongresses. Im Jahr 1975 trat der BBK Frankfurt aus dem Bundesverband aus. Es kam zur Neugründung des Bundesverbandes Bildender Künstler Sektion Frankfurt, der neben dem BBK Frankfurt lief. 1990 zog der BBK Frankfurt in die Barckhausstraße 1-3 um, der Bundesverband war in der Hanauer Landstraße 139 untergebracht. Erst 1995 konnten beide Verbände zu einem BBK Frankfurt zusammengeführt werden.

Heute hat der Verband rund

320 Mitglieder

, Künstler aller Disziplinen, die ihre Werke regelmäßig in Ausstellungen zeigen unter anderem auch anlässlich des Weihnachtsmarktes in den Römerhallen und der Paulskirche.

Die Jubiläumsausstellung in den Räumen in der Hanauer Landstraße 89 läuft bis zum 2. Oktober und kann montags von 17 bis 20 Uhr sowie freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr besichtigt werden.

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