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Weil viele Bürger das Areal des Alten Höchster Schlosses dauerhaft kulturell genutzt sehen wollen, gibt es am Samstag eine Mahnwache auf dem Schlossplatz – also auf öffentlichem Gelände.

Zukunft ungewiss

Kulturelle Nutzung des Alten Höchster Schlosses ist noch in der Schwebe, Bürger mahnen zum Handeln

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Eine zeitnahe Klärung der Fragen um die Zukunft des Höchster Schlosses und ein langfristiges Nutzungskonzept stehen auf der Wunschliste der Höchster Bürger ganz oben. Am Samstag wollen sie ihren Forderungen mit einer besonderen Aktion Nachdruck verleihen.

Frankfurt-Höchst - Mit einer Mahnwache wollen Höchster Bürger am Samstag, 2. Februar, um 19 Uhr auf dem Höchster Schlossplatz ihre Besorgnis um die Zukunft des Höchster Schlosses zum Ausdruck bringen. Mit der Mahnwache möchten die Teilnehmer darauf hinweisen, dass es viele ungeklärte Fragen gibt, und betonen, dass ihnen sehr am Erhalt der öffentlichen kulturellen Nutzung und Zugänglichkeit des Schlosses gelegen ist. Sie wünschen sich eine zeitnahe Beantwortung dieser Fragen und ein langfristiges Nutzungskonzept für das Schloss.

Festivals ausgefallen

Das Alte Schloss ist für viele Bürger im Frankfurter Westen, aber auch über die Grenzen Frankfurts hinaus, als beliebter Veranstaltungsort bekannt. Zu nennen sind hier unter anderem die diversen Konzerte der Jazzfreunde Höchst, ein Kurzfilmfestival, die „Sommernacht am Schloss“ des Neuen Theaters Höchst und nicht zuletzt das Höchster Schlossfest.

Im vergangenen Jahr mussten das Kurzfilmfestival ausfallen und die Veranstaltungen der „Sommernacht“ in Hallen verlegt werden, weil ein tragfähiges Sicherheitskonzept fehlte. Eigentümerin und Vermieterin des Schlossgeländes ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD). Auch für 2019 plant das Neue Theater ohne die Schlossterrasse, da Verträge mit Künstlern etwa ein dreiviertel Jahr bis Jahr im Voraus geschlossen werden müssen.

Seit Mai vorigen Jahres wurde unter Federführung des Stadtplanungsamts und unter Beteiligung der relevanten Sicherheitsbehörden und des Kulturamtes an der Erstellung eines Sicherheitskonzeptes gearbeitet, doch bislang ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen: Die Stiftung hat dem Konzept, das ohne große bauliche Veränderungen wie der Schaffung eines zusätzlichen Fluchtwegs auskommt, noch nicht zugestimmt. „Das Fluchtwegekonzept für die Schlossterrasse liegt vor“, sagt dazu Dr. Ursula Schirmer, Pressesprecherin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. „Es muss nur noch eine Lücke geschlossen werden: Derzeit ist die Personenzahl der im Schloss ansässigen Berufsgruppen – DSD-Museum, Büroetage und Cafébetrieb – nicht bedacht.“

Das Konzept sieht vor, „die bestehende Flucht- und Rettungswegproblematik bei Veranstaltungen auf der Schlossterrasse durch bauliche und organisatorische Maßnahmen bis zu einer finalen Beordnung zunächst interimistisch zu lösen und damit eine Wiedernutzung“ zu ermöglichen, so drückt es die Stadt in einer Stellungnahme aus. Schirmer lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt: „Es gibt eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem zuständigen Bauordnungsamt, welches sich in der Sache sehr engagiert.“

Für Beunruhigung bei den Bürgern indes sorgt auch der Umstand, dass der Mietvertrag des aktuellen Pächters des Schlosscafés und Schlosskellers von der Stiftung gekündigt wurde. Allerdings hat die Stiftung unter anderem im Gespräch mit dem Höchster Kreisblatt betont, dass es weiterhin eine Bewirtschaftung im Schloss geben soll und keineswegs daran gedacht ist, das Schlossgelände für die Öffentlichkeit zu schließen. Das bekräftigt Ursula Schirmer noch einmal: „Wir planen auch zukünftig einen gastronomischen Betrieb auf dem Gelände zu beherbergen, damit viele Menschen die Anlage erleben können.“ Der Mietvertrag mit der Pächterfamilie Häusser laufe aus. Dazu sagt die Sprecherin der Stiftung: „Wir klären rechtlich die Punkte ab, die zwischen dem Pächter und der DSD unterschiedlich bewertet werden.“

Schließdienst organisiert

Schirmer stellt jedoch noch einmal klar: „Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hält an der öffentlichen Zugänglichkeit des Höchster Schlosses fest.“ Die Stiftung habe einen Wach- und Schließdienst organisiert, der das Gelände regelmäßig für Besucher öffne. Dass sich die Stiftung für das Schloss einsetze, sei nicht zuletzt daran erkennbar, dass derzeit umfangreiche Sanierungsmaßnahmen liefen, etwa an den Burgmauern und den Fenstern des Schlosses (wir berichteten).

Zur Mahnwache laden die Organisatoren alle ein, die ein Zeichen für den Erhalt der kulturellen Funktion des Höchster Schlosses setzen möchten. Der Protest findet auf dem Schlossplatz statt. Um 20 Uhr öffnet dann der Schlosskeller, wo um 21 Uhr ein Konzert der Sossenheimer Band „Die Quietschboys“ beginnt. Die Band versteht es als Solidaritätskonzert gegen eine Schließung des Kellers als Konzert-Ort und als Unterstützung für Wirt Holger Häusser. Der Eintritt zu diesem Konzert kostet 15 Euro.

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