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Kulturmeile weiter auf dem Prüfstand

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Von: Julia Lorenz

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Das Wolkenfoyer bei Nacht: Im Schauspielhaus und in der Oper, den Spielstätten der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz, finden noch Aufführungen statt. Die Stadt will für fast eine Milliarde Euro zwei neue Spielstätten bauen. FOTO: rolf oeser
Das Wolkenfoyer bei Nacht: Im Schauspielhaus und in der Oper, den Spielstätten der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz, finden noch Aufführungen statt. Die Stadt will für fast eine Milliarde Euro zwei neue Spielstätten bauen. © Rolf Oeser

Stadtverordnete haben noch nicht entschieden - Es gibt diverse Standortvarianten

Frankfurt -Die entscheidende Frage ist nach wie vor: Wo sollen die Städtischen Bühnen mit der Oper künftig stehen? Eine endgültige Entscheidung dazu hat die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung noch nicht getroffen. Jetzt soll der Magistrat aber die verschiedenen Standortvarianten einer abschließenden detaillierten Prüfung unterziehen. Eine entsprechende Magistratsvorlage wurde den Stadtverordneten kürzlich vorgelegt.

Neu ist, dass der Magistrat auch eine neue Variante prüfen soll. Und zwar soll "eine umgekehrte Variante 2" mit dem Schauspiel an der Neuen Mainzer Straße und der Oper am Willy-Brandt-Platz sowohl in die weiteren Prüfungen wie auch in die Grundstücksgespräche aufgenommen werden.

Umgekehrte "Variante 2"

Gemeint ist mit "Variante 2" die sogenannte Kulturmeile mit einem Neubau der Oper an der Neuen Mainzer Straße nördlich des Japan-Centers sowie einem Neubau des Schauspiels am Willy-Brandt-Platz. Das Grundstück an der Neuen Mainzer Straße 47-51 gehört allerdings der Hessischen Landesbank (Helaba). Heute befindet sich dort noch der Hauptsitz der Frankfurter Sparkasse. Deshalb heißt es in der Vorlage zu dem Areal auch, dass der Magistrat beauftragt wird, "die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen Neubau auf dem Grundstück" zu klären. Ebenso sollen "entsprechende Verhandlungen mit dem Ziel der Sicherung des Grundstücks" geführt werden.

Die anderen Standort-Möglichkeiten für die neuen Städtischen Bühnen sind ein Neubau der Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz oder die sogenannte Spiegel-Variante mit der Oper am Willy-Brandt-Platz und dem Schauspielhaus gegenüber in den Wallanlagen. Bei der finalen Bewertung der Varianten sollen "insbesondere Detailinformationen zu Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsgesichtspunkten und die Auswirkungen auf die Wallanlagen" näher dargestellt werden.

Nicht weiter verfolgt hingegen wird die Idee, die Oper am Willy-Brandt-Platz und das Schauspiel am Opernplatz gegenüber der Alten Oper neu zu bauen. Ebenfalls vom Tisch ist der Vorschlag die Städtischen Bühnen in den Osthafen zu verlegen.

Der Magistrat weist in seiner Vorlage daraufhin, dass "große Unterschiede in den ökologischen und städtebaulichen Auswirkungen der Varianten" bestünden. Insbesondere die Kulturmeile - der Favorit von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) - verspreche "einen nachhaltigen Gewinn für die Stadtbevölkerung sowie die Gäste der Stadt".

Weiter heißt es über die Kulturmeile, dass bei einer Bebauung des bereits heute nahezu vollständig versiegelten Sparkassen-Areals mit der Oper und trotz des Neubaus des Schauspielhauses auf der heute noch mit der Doppelanlage bebauten Teilfläche am Willy-Brandt-Platz "eine renaturierte neue Grün- und Freifläche von 5700 Quadratmeter" entstehen würde. Diese werde "die westliche Innenstadt erstmals über einen weitläufigen Freiraum mit all seinen ökologischen, klimatischen, sozioökonomischen, städtebaulichen und gesundheitlichen Potenzialen direkt mit dem Mainufer" verbinden. Eine "Jahrhundertchance", schreibt der Magistrat, und "wichtiger Baustein, im Bemühen auf die sich verschärfenden klimatischen Herausforderungen" zu reagieren.

"Hausaufgaben" für den Magistrat

Der Magistrat bekommt aber mit der Vorlage noch einige "Hausaufgaben" mit auf den Weg. Er soll prüfen, wie man das Eingangsbauwerk inklusive Wolkenfoyer des Bestandsgebäudes am Willy-Brandt-Platz in einen Neubau integrieren könnte. Zudem soll mit Bund und Land über eine Kostenbeteiligung verhandelt werden. Darüber hinaus sollen die allgemeingültigen Grundlagen zur Durchführung eines internationalen Architekturwettbewerbs erarbeitet werden. Ein Architekturwettbewerb könne aber erst nach einer Grundstücksentscheidung "final vorbereitet und ausgelobt" werden.

Über die Magistratsvorlage müssen nun die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung am 12. Mai entscheiden. Julia Lorenz

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