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In der Karl-von-Drais-Straße in Eckenheim soll wegen des Autohauses Euler wieder eine Ladezone mit Halteverbot eingerichtet werden, forderte der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung.

Neuausweisung von Parkplätzen

Ladezone vergessen: Autohaus muss Neuwagen auf der Straße abladen

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Lieferanten des Autohauses Euler haben ein Problem: Die bisherige Ladezone ist verschwunden – die Stadt vergaß diese bei der Neuausweisung von Parkplätzen. Prompt müssen Neuwagen nun verkehrswidrig abgeladen werden. Der Ortsbeirat 10 fordert die Ladezone zurück.

Bis zu 2500 Neuwagen verkauft das Autohaus Euler pro Jahr. Die Karossen werden auf großen Transportern angeliefert, die nicht auf das Autohaus-Gelände fahren können. Prompt befürchtet Euler, immerhin Arbeitgeber für rund 100 Mitarbeiter, das Aus. Denn als die Stadt kürzlich einen neuen Radstreifen auf der Karl-von-Drais-Straße markieren und infolgedessen die Parkplätze von der linken auf die rechte Seite der Einbahnstraße verlegen ließ – ging schlichtweg vergessen, für das Autohaus Euler erneut eine Ladezone einzurichten. „Momentan ist die Lage schwierig“, sagt der Filialleiter Hans-Martin Noll. Legal abladen könnten Lieferanten nicht. Wenn sie stehen, ist das illegal.

„Bis vor Kurzem gab es eine Ladezone auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo der Renault-Händler ist“, so Noll. „Dort ist jetzt der Fahrradweg, was ich ja befürworte.“ Doch dass die Autotransporter ihre Fracht auf seinem Gelände entladen, ist laut Noll illusorisch. „Darüber denken wir schon seit Jahren nach. Aber das ginge nur, wenn wir auf einen Teil des Angebots verzichten würden.“ Auf der vorhandenen Fläche mit der derzeitigen Verwendung sei dies nicht möglich. Das Autohaus sei darauf angewiesen, dass die Transporter die Neuwagen auf der Straße entladen.

Für die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) waren diese Argumente Grund genug, einen Antrag zu stellen. Danach wird die Stadtregierung aufgefordert, eine Ladezone direkt vor dem Autohaus Euler einzurichten. Der Antrag wurde mehrheitlich beschlossen. Grüne, FDP und die Linke kritisierten das Ansinnen.

„Euler soll auf seinem eigenen Gelände abladen wie andere Firmen auch“, forderte Klaus Georg von den Grünen. Julian Langner (FDP) stimmte ihm zu: „Andere Autohäuser wie etwa VW dürfen auch nicht die Straße zum Entladen nutzen. Und schließlich entfallen durch eine Ladezone Parkplätze.“ Lothar Kramer (Linke) stimmte inhaltlich zu und sagte: „Was man einem erlaubt, muss man allen erlauben.“

Die Befürworter waren jedoch in der Mehrheit. „Wenn man sich die Lage dort anschaut, dann ist klar, dass das Autohaus Euler nicht auf seinem Gelände abladen kann“, sagte Kurt Schomburg (SPD). Er schlug eine Präzisierung des Antragstextes vor: So sollten ab der Einfahrt zum Autohaus Euler 35 Meter Straßenfläche von 9 bis 16 Uhr zur Ladezone werden. Georg (Grüne) sagte, es sei ein Sicherheitsrisiko, auf der Straße zu entladen. Gero Gabriel (CDU) konterte: „Um die Sicherheit zu erhöhen, brauchen wir wieder die Ladezone.“

Die Anregung, den Fahrradstreifen auf die linke Seite der Einbahnstraße zu legen, stammt aus dem Ortsbeirat selbst. Das Gremium wollte Schülern, die die Straße auf dem Weg zur Schule nutzen, so mehr Sicherheit verschaffen. Die Kurve ist jetzt besser einsehbar, weil keine Autofahrer mehr auf der linken Seite parken. Sie tun dies jetzt rechts, direkt vor dem Autohaus Euler. Die Stadtverwaltung habe auf die Radweg-Anregung des Ortsbeirates so schnell reagiert, dass die Ladezone wohl schlicht vergessen worden sei, vermutete Gabriel: „Es war unser Fehler.“ Immerhin, der Antrag der CDU wurde angenommen: Jetzt muss die Stadt nur noch ebenso schnell reagieren wie bei der Ausweisung des neuen Radstreifens.

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