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Ein Frankfurt-Schriftzug eingerahmt von Heinz Schenk und Goethe: Auf dem 120 Meter langen Graffiti ist aber noch mehr zu sehen.

Motive auf Wand gegenüber Kleinmarkthalle

Das längste Graffito der Stadt enthüllt

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Goethe und Heinz Schenk, Anne Frank und Otto Hahn, dazu jede Menge Schinken und Gemüse, Handkäse und Apfelwein: An der Rückseite der Kleinmarkthalle ist ein Graffiti entstanden, das künftig illegale Schmierereien verhindern soll.

Es war schon eine schlimme Ecke nördlich der Kleinmarkthalle. Wo Händler ihre Fahrzeuge parken, urinierten abends die Angetrunkenen an die Wand, die mit jeder Menge Graffiti und Schmierereien bedeckt war. Es war kein schöner Ort.

Schön ist der abgegrenzte Parkplatz immer noch nicht – aber zumindest hat er an Charme gewonnen. Frankfurt-typische Lebensmittel prangen da jetzt in knalligen Farben neben Eintracht-Maskottchen. Eine Brücke symbolisiert den Fluss, als Hintergrund der Motive zeichnet sich die Skyline ab. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) war gestern sichtlich stolz, als sie das Wandbild präsentierte. „Es ist mit 120 Metern das längste Graffiti Frankfurts“, sagt sie. „Es ist abgestimmt mit den Eigentümern, dem Denkmalamt und allen anderen.“ Die Vorbereitung des hochoffiziellen Frankfurt-Riesengraffiti habe rund ein Jahr gedauert, weiß Claudia Gabriel, Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Die eigentliche Malerei erledigten Künstler der Agentur Artmos4 binnen drei Wochen, wie Laura Kuchel von der Agentur sagte.

Die ganze Wand – die Rückwand der gegenüber der Markthalle liegenden Wohnbebauung – hat einen frischen, hellen Anstrich bekommen. Darauf konnten sich dann bis zu einer Höhe von etwa vier Metern die Künstler von Artmos4 betätigen. „Wir haben vorher Künstler vom Jugendladen Bornheim gefragt, wie sie die Fläche gestalten würden“, sagte Claudia Gabriel. Aber es sei wirklich nicht schwierig gewesen, Künstler zu finden, die bereit waren, die Spraydosen in die Hand zu nehmen. „Quasi alle, die in der Szene einen Namen haben, haben hier ihre Bilder hinterlassen“, wie Heilig sagte. „Es musste nur jemand die Gestaltung übernehmen, der von allen anerkannt wird.“

Das Bild, kann man sagen, ist gelungen. Frankfurt-Motive und Motive aus der Kleinmarkthalle gehen ineinander über. So bilden etwa der Frankfurter Kranz oder der Flughafen einzelne Buchstaben des Wortes „Frankfurt“, das im Zentrum der Wand steht, eingerahmt von Heinz Schenk zur Linken und Goethe zur Rechten. Mit der Neugestaltung der Wand erhofft sich die Stadt, dass jetzt illegale Sprayereien ausbleiben. „Für alle Fälle haben wir eine Isolierschicht aufgetragen“, sagte Claudia Gabriel. Auch ein Urinal steht seit einigen Wochen vor der Wand, Toiletten gibt es aber auch in der Kleinmarkthalle.

„Wir Händler sind alle sehr angetan“, sagte Alieza Alasti, Inhaber von Alastis Feinkost in der Großmarkthalle und Sprecher der Händler. Das Gemälde hat 60 000 Euro gekostet. 10 000 kamen von den Händlern und aus der Stabsstelle, 50 000 Euro aus dem Topf, der im Hochbauamt zur Beseitigung von Graffiti vorgesehen war. Hier hätten Hausbesitzer Geld erhalten können, wenn sie Graffito beseitigen. Doch dieses Angebot wurde so schlecht angenommen, dass der Betrag umgewidmet worden ist.

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