Ein Landhaus mit mediterranem Flair

Ich bin ein echter Frankfurter Bub“, sagt Michael Schmidt, der neue Pächter im Landhaus zum Stöffche . „In Heddernheim bin ich aufgewachsen und nach Heddernheim bin ich jetzt zurückgekehrt.

Ich bin ein echter Frankfurter Bub“, sagt Michael Schmidt, der neue Pächter im Landhaus zum Stöffche . „In Heddernheim bin ich aufgewachsen und nach Heddernheim bin ich jetzt zurückgekehrt.“ Dazwischen lagen freilich einige Lehr- und Wanderjahre, die er im Schlosshotel Kronberg begann. Nach bestandener Prüfung zog es den Jungkoch in die Restaurants anderer Nobelherbergen, darunter das Westin Grand Hotel an der Konstablerwache und das Sheraton am Flughafen. In der folgenden Zeit verfeinerte er seine beruflichen Fähigkeiten sowohl in der Schweiz als auch in den USA. Wieder auf deutschem Boden arbeitete er in Berlin, und zwar im International Club. An die Zeit in der privaten Einrichtung nach englischem Vorbild erinnert er sich bis heute gern: „Hier habe ich zum ersten Mal das Küchenteam geleitet und beispielsweise für Botschafter aus verschiedenen Ländern gekocht.“ Doch bald darauf lockten die Heimat – und die Selbstständigkeit. Mit der Golden Kron in Eschersheim hat er 2006 sein erstes eigenes Restaurant eröffnet und bis heute viele Gäste gewonnen.

Seine Erfolgsgeschichte setzt er seit nunmehr zwei Wochen unter anderem Namen und in anderen Räumen fort. „Ich wollte mich vergrößern“, sagt er. „Und im Landhaus zum Stöffche habe ich wesentlich mehr Sitzplätze.“ Diese verteilen sich auf die lange Tafel vor der Bar, den Gastraum daneben und die Galerie darüber. Um alles nach seinen Wünschen zu gestalten, hat er selbst mit angepackt und einen Landhausstil kreiert, der alte und neue Elemente harmonisch miteinander verbindet. Frisch aus dem Laden stammen etwa die bequemen Stühle und passenden Sitzbänke, die sich ganz leicht verschieben lassen. „Dadurch bin ich sehr flexibel“, betont Schmidt, „kann ich den Raum im Handumdrehen für eine große Gruppe herrichten“.

Was er auch schon getan hat – überhaupt herrscht im Landhaus zum Stöffche seit Eröffnung reger Betrieb. In das neue Restaurant hat er sein Stammpublikum ebenso mitgenommen wie sein Serviceteam und natürlich Johannes Giegerich. Mithilfe seiner rechten Hand bereitet der Inhaber und Chefkoch deutsche Gerichte zu, die er zeitgemäß interpretiert. Sein Repertoire ist breit, ermöglicht den Gästen außerdem Abstecher in mediterrane Länderküchen. Das kulinarische Angebot umfasst Bekanntes und Beliebtes aus der Golden Kron, beispielsweise die Kartoffel-Hummer-Suppe (6,50 oder 8,90 Euro), aber auch neue Gerichte wie die Vorspeisen-Variation für zwei Personen (je 12,50 Euro). „Dazu gehören Rindertatar, frisch durch den Fleischwolf gedreht, Vitello Forello und Ziegenkäsetarte sowie mit Apfelwein gebeizter ’Schoppe-Lachs’ und Kartoffelrösti. Eben von allem etwas“, erklärt Schmidt.

Wer Appetit auf gutbürgerliche Küche verspürt, kann auch mit knackigem Feldsalat starten, der zudem geröstete Kerne und krossen Speck enthält sowie Karottenspiralen und Alfalfasprossen (6,50 Euro). Die Ziegenkäsetarte, ein würziges Mousse auf Mürbeteig, wird dagegen von frischem Rucola, grünen Oliven, Cocktail-Tomaten und knusprigen Rote-Bete-Chips flankiert (9,50 Euro). Einen geübten Koch lässt außerdem das Wiener Schnitzel erkennen – dünn geklopftes Kalbfleisch mit soufflierter Panade, warmem Kartoffelsalat und Preiselbeeren. Diesen Klassiker können die Gäste übrigens als Probier- (9,50 Euro), kleine (14,50 Euro) oder normale Portion (21,50 Euro) bestellen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist grundsätzlich fair – auch bei dem lactose- und glutenfreien Kürbis-Curry-Kokos-Risotto (12,30 Euro). Anstelle von Butter und Käse verleiht also Kokosmilch dem klassischen Reisgericht seine gewünschte sämige Konsistenz.

Das verlangt nach einem Weißburgunder mit frischer Säure und feiner Frucht von Johannes Geil aus Rheinhessen (23,50 Euro). „Dabei handelt es sich um einen Winzer, der tolle Weine für kleines Geld liefert“, sagt der Betreiber. Seine übrige Kollektion setzt sich vor allem aus Erzeugnissen deutscher Winzer zusammen, bietet aber auch österreichische, italienische und französische Weine. Wie gut, dass die Gäste ihre Autos auf den reservierten Parkplätzen stehen lassen und in den Landhauszimmern übernachten können.

Landhaus zum Stöffche: Heddernheim, Heddernheimer Landstraße 108, Tel. 069 57003339, öffche.de, Mo–Sa ab 17, So 12–14 + ab 17 Uhr, Sitzplätze: 70 innen/80 außen, Küche: deutsch

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