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Von links: Susanne Kassold, Gernot Grumbach, Arijana Neumann, der Frankfurter SPD-Chef Mike Josef, Turgut Yüksel, der Landes-vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, Petra Scharf und Stefanie Then.

Politik

Landtagswahl: SPD strebt Direktmandate an

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Die SPD will in den sechs Frankfurter Landtagswahlkreisen mehrere Direktmandate holen. Das erklärte der Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel bei der Vorstellung der Kandidaten.

Die Themen sozialer Wohnungsbau, Mobilität, aber auch Bildung will die Frankfurter SPD im Landtagswahlkampf in den Vordergrund rücken. 70 000 Euro stellt der Unterbezirk für die Kampagne zur Verfügung.

Seit mehr als zehn Jahren hat die SPD in Frankfurt kein Direktmandat mehr gewonnen. Besonders dramatisch ist die Situation im Frankfurter Süden, dem Wahlkreis 37 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen), in dem Stefanie Then kandidiert. Diesen Wahlkreis hatte zuletzt der Frankfurter Bürgermeister Rudolf Menzer (SPD) 1966 gewonnen, seitdem ist er in CDU-Hand. Bei der Landtagswahl im Januar 2008 gewann Gernot Grumbach den Wahlkreis 35 (Bockenheim, Hausen, Heddernheim, Niederursel, Praunheim und Rödelheim). Diesen Erfolg möchte Grumbach am 28. Oktober wiederholen.

Chancen rechnet sich auch Arijana Neumann aus. Die 38-Jährige ist Referentin im Büro von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Sie kandidiert im Wahlkreis 38 (Bornheim, Nordend und Ostend), einer Hochburg der Grünen, in der aber auch die SPD stark ist. Zudem ist der CDU-Kandidat Bodo Pfaff-Greifenhagen relativ unbekannt, da er noch nicht einmal ein Jahr dem Landtag angehört. „Der Kandidat ist blass und farblos“, sagte Neumann über ihren Mitbewerber.

In diesem Wahlkreis hofft die SPD bei der Erststimme auf Unterstützung der Grünen-Wähler, denn: „Eine Erststimme für die Grünen ist eine Stimme für Bouffier“, erklärte Schäfer Gümpel.

Auch Turgut Yüksel hofft auf das Direktmandat, weil er den Abstand gegenüber dem CDU-Bewerber Ralf-Norbert Bartelt zuletzt verkürzen konnte.

Grumbach ist mit Platz fünf auf der SPD-Landesliste auch ohne Gewinn des Direktmandats wieder im Landtag vertreten, das Gleiche gilt auch für Yüksel auf Platz 19 und Neumann auf Platz 28.

Die Listenplätze von Petra Scharf, Kandidatin im Wahlkreis 34 (Griesheim, Höchst, Nied, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach und Zeilsheim), Susanne Kassold im Wahlkreis 39 (Bergen-Enkheim, Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Fechenheim, Frankfurter Berg, Harheim, Kalbach, Nieder-Erlenbach, Nieder-Eschbach, Preungesheim, Riederwald und Seckbach) sowie Stefanie Then reichen dagegen nicht aus, um in den Landtag einzuziehen.

Der SPD Unterbezirksvorsitzende Mike Josef lobte das Kandidatenteam als „echten Querschnitt aller Frankfurter, keine Männerbande wie die CDU-Kandidaten.“ Die CDU tritt in Frankfurt ausschließlich mit Männern an.

Er und Schäfer-Gümbel rechnen mit einem knappen Wahlausgang. Schäfer Gümbel zitierte aktuelle Umfragen, nach denen die CDU mit 29 Prozent nur fünf Prozentpunkte über der SPD liege, für die 24 Prozent vorausgesagt werden. Mit diesem Ergebnis liege die hessische SPD acht Prozentpunkte über dem Bundestrend, „der für uns keine Hilfe ist“, wie Yüksel ergänzte.

Eine Hilfe im Landtagswahlkampf soll dagegen Oberbürgermeister Feldmann sein, der im zweiten Wahlgang am 11. März dieses Jahres mit 70,8 Prozent der Stimmen als Stadtoberhaupt wiedergewählt wurde. „Der OB bietet den Kandidaten gemeinsame Hausbesuche an“, sagte Josef.

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