Elf Jahre zwischen Sperrung und Wiedereröffnung

Das lange Warten auf die Schwedlerbrücke

Die Stadt möchte die Schwedlerbrücke im Ostend sanieren und teilweise neu bauen lassen. 10 Millionen Euro sollen die Bauarbeiten an der Verbindung zwischen Ferdinand-Happ-Straße und Ostpark kosten. Sie werden erst im Jahr 2022 abgeschlossen sein.

Seit dem Jahr 2011 ist die Schwedlerbrücke bereits gesperrt. Zu marode war das Bauwerk, als dass sich Fußgänger noch sicher darauf bewegen könnten. Im vergangenen Oktober ließ die Stadt den nördlichen Brückenbogen entfernen. Dessen Bestandteile waren zuvor heruntergefallen. Durch den entfernten Brückenbogen können Ingenieure nun aber auch einen genaueren Blick auf Bestandteile der Schwedlerbrücke werfen und herausfinden, wie es um deren Bausubstanz bestellt ist. Manche Teile wie die Betonträger sind bereits mehr als 100 Jahre alt. Die Brückenfelder am Ostpark sind in den Nachkriegsjahren entstanden, da sie im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.

10 Millionen Euro sollen Sanierung und Neubau kosten. Die Haushaltsmittel müssen noch von den Stadtverordneten abgenickt werden. Gestern informierte Hans-Jörg Beyer vom Amt für Straßenbau und Erschließung den Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) über den geplanten Ablauf der Bauarbeiten.

Das nächste Jahr möchte das Amt dazu nutzen, die Brückenarbeiten zu planen. „Ende 2019, Anfang 2020 können wir dann eine Firma mit der Bauausführung beauftragen“, erklärte Beyer. 2022, elf Jahre nach der Sperrung, soll die Brücke dann wieder begehbar sein. Ganz neugebaut werden kann sie nicht, da sie zum Teil denkmalgeschützt ist. Auch müssen die Bauarbeiten in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn erfolgen. Schließlich führt die Brücke über ein Areal des Unternehmens, auf dem sich ein Containerterminal sowie Gleise für Frachtzüge befinden.

Die Stadt hatte im vergangenen Jahr einen Architekturwettbewerb ausgelobt, an dem sich 30 Büros beteiligten. Den ersten Platz belegte ein Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Christoph Mäckler Architekten und Bollinger und Grohmann Ingenieure. Vom Ostpark bis zum Bereich nach den Gleisen sieht er eine gerade Konstruktion aus Gitterträgern vor, die sich an den historischen Bögen orientiert. Auch soll jener Teil der Brücke an einem Stück gebaut werden, um somit die Gleise der künftigen nordmainischen S-Bahn und die übrigen Eisenbahngleise überqueren zu können. Daher überzeugte der Entwurf auch die Deutsche Bahn am meisten.

Sobald die Mittel für die neue Schwedlerbrücke bereitgestellt sind, gilt es für die Stadt, sich ein weiteres Mal mit der Deutschen Bahn zu einigen. „Denn diese möchte drei Jahre zuvor über den Ablauf der Bauarbeiten informiert werden“, sagte Beyer. Ob die Brückenteile für die Arbeiten in eine Werkstatt gefahren werden müssten entscheide dann die zuständige Baufirma.

Errichtet wurde die Schwedlerbrücke im Jahr 1910 im Zuge des Baus des Osthafens von der Preußischen Staatseisenbahn und der Stadt Frankfurt. Sie ist insgesamt 245 Meter lang und drei Meter breit. Die Fußgängerbrücke verbindet den Osthafen und den Ostpark.

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