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Lange Wartezeiten am Airport einplanen

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Von: Julia Lorenz

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Derzeit bilden sich lange Warteschlangen vor den Sicherheitskontrollen am Flughafen.
Derzeit bilden sich lange Warteschlangen vor den Sicherheitskontrollen am Flughafen. © Frank Rumpenhorst (dpa)

Zu viele Passagiere, zu wenig Personal und dann auch noch Ferien: Die Bundespolizei warnt derzeit vor lange Wartezeiten vor den Sicherheitskontrollen am Flughafen. Es gibt sogar schon Passagiere, die ihre Flüge verpasst haben.

Wer vom Frankfurter Flughafen aus in den Urlaub fliegen will, der soll sich möglichst zwei Stunden vor Abflug dort einfinden. So lautet die Empfehlung der Airlines. Doch derzeit reicht diese Zeit oftmals nicht aus. „Wir raten den Passagieren, einen größeren Zeitpuffer einzuplanen“, sagt der Sprecher der Bundespolizei Reza Ahmari. Mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug sollten die Fluggäste am Terminal sein. Der Grund: Derzeit kommt es zu langen Warteschlangen vor den Sicherheitskontrollen. Es soll schon zu „tumultartigen Zuständen“ gekommen sein. Fluggäste versuchten immer wieder, sich an den Wartenden vorbeizudrängen. Das führt zu Gezanke und Geschrei. Schon einige Passagiere haben ihren Flieger verpasst.

„Das ist sehr ärgerlich und wir bedauern dies sehr“, sagt Ahmari. Die Engpässe seien eine Folge der immer noch grassierenden Grippewelle unter den 3000 Luftsicherheitsassistenten an den Kontrollstellen gepaart mit einem erhöhten Passagieraufkommen in der Ferienzeit. Seit dem Wochenende gilt der Sommerflugplan. 5280 Flüge starten nun im Schnitt pro Woche vom Frankfurter Airport. Ein Plus von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr und etwa 1000 Flüge in der Woche mehr als im abgelaufenen Winterflugplan. Am Wochenende wurden pro Tag 200 000 Passagiere abgefertigt. Alle 174 Kontrollspuren waren dabei laut Bundespolizei besetzt – dennoch kam es zu langen Wartezeiten.

„Situation bleibt schwierig“

„Die Situation ist schwierig und sie wird es auch bleiben“, sagt Ahmari. „Wir arbeiten an Lösungen, schauen uns die Abläufe genauer an, schauen, wo die Prozesse schneller vonstatten gehen können.“ Zudem sei man im Dialog mit den drei Dienstleistern. Diese führen die Sicherheitskontrollen am Flughafen im Auftrag der Bundespolizei durch.

Die Ausbildung der Luftsicherheitsassistenten dauert sechs Wochen, sprich: Es dauert, bis neues Personal eingesetzt werden kann. Zudem gibt es zu wenige Interessenten für den Job. „Unsere Dienstleister haben umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um der Personalnot entgegenzuwirken“, sagt Ahmari. So würden sie auf der Suche nach neuem Personal etwa Werbung im Radio machen.

Tipps für Passagiere

Und so bleibt dem Sprecher der Bundespolizei nur, den Passagieren zu raten, mehr Zeit einzuplanen. Zudem sollten sie das Handgepäck so klein wie möglich halten. „Je weniger Gepäck die Passagiere mit an Bord nehmen wollen, desto schneller können wir die Kontrollen durchführen“, sagt Ahmari. Auch könne es helfen, schon vor der Kontrolle Mäntel und Gürtel auszuziehen und ohne Aufforderung in die dafür bereitstehenden Wannen zu legen. „Ratsam ist es auch, sofort nach dem Check-in in Richtung Sicherheitskontrolle zu gehen, um keine Zeit zu verlieren.“

Erst kürzlich hatte Fraport-Chef Stefan Schulte die Prozesse an den Sicherheitskontrollen moniert. Der Durchsatz an deutschen Kontrolllinien sei nur halb so groß wie etwa in Amsterdam oder London. Neben technischen Neuerungen müsste es auch die Möglichkeit geben, innerhalb der Kontrolllinie besonders langsame Passagiere zu überholen. Doch dies ist zumindest für die aktuellen Osterferien noch Zukunftsmusik.

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