Holger Lack, Gregor Steiger, Sina Jansohn und Bernard Casper (von rechts) von der Nassauischen Heimstätte und im Hintergrund Philipp Harter von Sigo freuen sich über die neuen Lastenräder in der Adolf-Miersch-Siedlung. foto: enrico sauda
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Holger Lack, Gregor Steiger, Sina Jansohn und Bernard Casper (von rechts) von der Nassauischen Heimstätte und im Hintergrund Philipp Harter von Sigo freuen sich über die neuen Lastenräder in der Adolf-Miersch-Siedlung. foto: enrico sauda

E-Mobilität für Anwohner

In Niederrad kann man Lastenräder ausleihen

In der Adolf-Miersch-Siedlung bietet die Nassauische Heimstätte zwei neue E-Lastenräder an

In den breiten Holzkasten des E-Lastenrads passen genau zwei Getränkekästen nebeneinander. "Das haben wir berücksichtigt und genau ausgemessen", sagt Philipp Harter, einer von drei Geschäftsführern der Sigo Gmbh, die die Lastenräder entwickelt hat. "Zwei Wasserkästen oder zwei Bierkästen passen hinein."

Oder zwei Kinder. Die müssen sich anschnallen, zwei Gurte sind vorhanden. "Viele leihen sich sonntags ein Rad für einen Familienausflug", erzählt Philipp Harter. In der Melibocusstraße vor dem Studentenwohnheim Cubity stehen seit kurzem zwei E-Lastenräder des in Darmstadt ansässigen Unternehmens wettergeschützt unter einem Dach.

Partner von Sigo ist die Nassauische Heimstätte, die ihren 1300 Mietparteien in der Adolf-Miersch-Siedlung das Angebot zur Verfügung stellt. Alle Mieter bekommen für die Ausleihe ein Startguthaben von 25 Euro. Man muss aber nicht Mieter sein, um eins der Räder zu leihen, sie stehen jedermann zur Verfügung.

Pilotprojekt an fünf hessischen Standorten

Für die Nassauische Heimstätte sind die Lastenräder ein Pilotprojekt, das an fünf Standorten ausgetestet wird. Neben Niederrad sind jeweils zwei Fahrzeuge in Preungesheim, Wiesbaden, Langen und Kelsterbach erhältlich.

Wer eins der Räder leihen will, braucht die Sigo-App auf dem Handy, die man kostenlos runterladen kann. Die Ausleihe funktioniert ähnlich wie bei den E-Rollern oder Leihfahrrädern: Per QR-Code liest man das jeweilige Rad in die App ein und kann es entschließen. Die Räder stehen sicher angeschlossen an einer Vorrichtung, in der sie zugleich Strom laden.

Unterwegs lässt sich das Lastenrad mit einem Schloss am Hinterrad verriegeln. Wer also beispielsweise einkaufen fährt, kann das Rad sicher abstellen und hinterher damit weiterfahren, ohne dass jemand anderes es "wegleihen" kann. Eine Ausleihe kostet 1,50 Euro plus einen weiteren Euro für jede angefangene halbe Stunde. Macht 2,50 Euro mindestens pro Ausleihe.

Das junge Start-Up-Unternehmen Sigo betreibt Standorte nicht nur in Hessen, sondern in ganz Deutschland von Darmstadt bis Hannover. "Die Räder kommen gut an", sagt Harter, jeder könne sie nutzen, auch ältere Menschen. "Das Fahren ist ganz einfach, und es macht großen Spaß." 5000 Euro koste ein solches E-Lastenrad, würde man es kaufen. Die Räder seien hochwertig ausgestattet und robust, so Harter. "Gerade weil E-Räder recht teuer sind, sind sie das ideale Sharing-Objekt". Jeder kann das komfortable Angebot für wenig Geld nutzen.

Fahrradboxen stark nachgefragt

"Die Elektro-Lastenräder haben viele Vorteile", sagt der stellvertretende Nachhaltigkeitsbeauftragte der NH, Gregor Steiger. "Sie sind umweltfreundlich, man spart sich die Parkplatzsuche und hat auch noch Spaß dabei."

Dass die Räder auch in Niederrad künftig oft genutzt werden, sobald sich das Angebot herumgesprochen hat, glaubt auch der langjährige Hausmeister der Siedlung, Bernard Gaspert. Er weiß, dass die Mieter viel Rad fahren, denn auch die neuen, individuellen Fahrradboxen seien stark nachgefragt. "Davon könnten wir noch mehr haben, immer mehr Leute möchten eine Box mieten." Die Fahrradboxen sind abschließbare und wettergeschützte Parkgaragen für Räder, Rollatoren oder Rollstühle. Sukzessive werden mehr und mehr von ihnen in den Siedlungen der Nassauischen Heimstätte aufgestellt.

Die Fahrradangebote wie auch das E-Car-Sharing von stadtmobil sind Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Nassauischen Heimstätte. Damit soll auch die Lebensqualität gefördert werden. Das E-Mobilitätsprogramm der NH wird zu 40 Prozent vom Land Hessen gefördert. 

Von Stefanie Wehr

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