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Auch Kleine können Massenstart! Im Niddapark machte der Benefiz-Lauf für Mehrsprachigkeit wieder Furore.

„Lauf für Mehrsprachigkeit“ lockt über 1000 Teilnehmer

Lauf für Mehrsprachigkeit

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Sport verbindet über Sprachbarrieren hinweg, weshalb der „Lauf für Mehrsprachigkeit“ im Niddapark immer beliebter wird. Bei der vierten Ausgabe gingen gestern über 1000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene über fünf Distanzen an den Start.

Der April konnte sich nicht recht entscheiden, welches Wetter den vierten „Lauf für Mehrsprachigkeit“ begleiten sollte – Sonne, Regen, Hagel und sogar ein bisschen Schnee wechselten sich ab, während 1138 Kinder, Jugendliche und Erwachsene gestern über fünf Distanzen durch den Niddapark liefen: 200 Meter für die Kleinsten, 900 Meter für Grundschüler, drei Kilometer für Jogger ab neun Jahren sowie fünf und zehn Kilometer für geübte jugendliche und erwachsene Läufer.

Auch wenn sich einige Profis unter den Teilnehmern befanden, die sich auf größere Läufe vorbereiteten, stand beim „Lauf für Mehrsprachigkeit“ nicht die Leistung im Vordergrund, sondern sprachliches und sportliches Miteinander. Organisationen sind die deutsch-russischen „Nezabudka“-Kindergärten, die deutsch-spanische Kita „2SonMás“ und die multilinguale Kindereinrichtung „Le Jardin“.

Julia Zabudkin, Geschäftsführerin der „Nezabudka“-Kindergärten, versteht den „Lauf für Mehrsprachigkeit“ als Plattform für Völkerverständigung und gemeinnützige Aktionen. „Wir haben Teilnehmer aus über 40 Nationen, sogar ein bisschen mehr als der Frankfurt Marathon“, erläuterte sie. „Unsere gemeinsame Sprache ist aber der Sport“.

Dass es diese multilingualen Einrichtungen überhaupt gibt, ist dem Einsatz vieler Eltern mit ausländischem Hintergrund zu verdanken. Ihnen ist eine zwei- oder mehrsprachige Erziehung ihrer Kinder wichtig, „damit sie die deutsche Welt verstehen, aber die andere ebenfalls behalten“, erklärte Zabudkin. Dies nämlich sei eine Bereicherung für das Leben insgesamt, weil man lerne, mehrere Entscheidungsmöglichkeiten als Vorteil zu betrachten. „Die multilinguale Erziehung fördert Offenheit, Toleranz, den Blick über den Tellerrand und die Kompetenz, mit dem ,Nicht-Verstehen’ besser umzugehen“. Menschen, die es gewohnt seien, mit nur einer Sprache das Leben zu bestreiten, reagierten auf Herausforderungen manchmal steifer als jene, die sich auf vielen Sprachen verständigen können. Zabudkin: „Der Lauf für Mehrsprachigkeit stellt deswegen eine Ebene dar, auf der man sich verstehen will, um gemeinsam etwas zu tun“.

Sportdezernent Markus Frank (CDU) lobte die Initiative, die dem Lauf auch ein buntes Nebenprogramm beistellte und finanzielle Überschüsse für den guten Zweck spendet, in den höchsten Tönen. „Der Lauf für Mehrsprachigkeit ist ein erfreuliches Statement, das sehr gut in die internationale Stadt Frankfurt passt“, sagte er. Kinder erlebten in den multilingualen Einrichtungen von ihren kulturellen Wurzeln, ohne jedoch dabei die deutsche Kultur zu vergessen. „Dadurch verhindert man, dass Parallelgesellschaften entstehen“, betonte der Dezernent.

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