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Die historischen Fassaden und Gebäudeteile des ehemaligen Elektrizitätswerkes bleiben erhalten. Neu errichtet werden die beiden jeweils sechs Stockwerke hohen Wohntürme. Im Erdgeschoss eröffnet ein Supermarkt. Ansicht: Karl Dudler Architekten

34 Wohnungen und ein Supermarkt entstehen auf Areal in der City-West

Leben im alten Kraftwerk an der Voltastraße

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Das alte Elektrizitätswerk in der Voltastraße ist für eine neue Nutzung vorgesehen: Im Erdgeschoss eröffnet ein Supermarkt, in zwei Wohntürmen entstehen insgesamt 34 Wohnungen.

Ein rund 800 Quadratmeter großer Park an der Ecke Volta-/Kuhwald-/Ohmstraße ist das einzige, was von den ursprünglichen Plänen, die Bernd Lunkewitz auf dem Areal des alten Elektrizitätswerks hatte, übriggeblieben ist. Die Bewohner der City-West wird das aber freuen, schließlich sind Grünflächen im Stadtteil rar. Der Immobilienunternehmer hatte das 8500 Quadratmeter große Areal bereits im Jahr 1989 erworben, doch erst 28 Jahre später ist die Zeit für eine neue Nutzung des Geländes gekommen.

34 Mietwohnungen in zwei neuen Türmen sowie ein 1350 Quadratmeter großer Supermarkt im Erdgeschoss der ehemaligen Maschinenhalle entstehen laut Christian Schier und Andrzej Roszczyk, beide Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft BFL Investment GmbH. Gemeinsam mit Architekt Karl Dudler stellten sie in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) das Bauprojekt vor.

Der Baubeginn stehe unmittelbar bevor, nach rund anderthalb Jahren sollen die ersten Mieter ihre Wohnungen beziehen können. Zeitgleich soll zudem der Supermarkt eröffnen. „Wir haben mit allen Großen verhandelt, letztlich haben wir uns aber für

Rewe als Mieter

entschieden“, erklärte Schier. Für die Bewohner der City-West sei der neue Lebensmittelmarkt ein großes Plus, denn Einkaufsmöglichkeiten gebe es in dem Quartier nicht viele.

Lärmbelästigung durch Lieferverkehr müssen Mieter und Nachbarn nach Angaben von Dudler allerdings nicht fürchten. „Es wird eine vollkommen geschlossen Anlieferung geben, es kann ein Tor runtergelassen werden, so dass es nahezu keinen Lärm geben wird“, erklärte er.

Seit drei Jahren ist Dudlers Büro mit der Planung für die Revitalisierung des denkmalgeschützten Elektrizitätswerks beschäftigt. Nach eigenen Angaben wollte er das Areal auch möglichst behutsam entwickeln. Denn: „Die Gebäude haben eine Identität und eine Geschichte, beides soll noch erkennbar sein.“ Deshalb bleiben die markanten Türme, der Schornstein, die äußeren Fassaden und einzelne bauzeitliche Teile erhalten, so dass der historische Charakter des Gebäudes stilgebend sichtbar bleibe.

Die beiden neuen Wohntürme bekommen die gleiche prägnante Backsteinfassade wie die Bestandsgebäude und werden mit roten und gelben Ziegeln gemauert. Die zwei sechsstöckigen Türme sind knapp 20 Meter hoch und bieten 34 Wohnungen mit Größen zwischen 65 und 140 Quadratmetern – insgesamt entsteht eine Wohnfläche von 3300 Quadratmetern. In einer Tiefgarage gibt es 34 Stellplätze. Mehr Stellplätze seien nicht möglich gewesen, weil Rewe dort noch Lagerräume benötigt.

Kritik gab es von Hans-Jürgen Hammelmann (Linke), der wissen wollte, warum nicht wie mittlerweile üblich bei Bauprojekten 30 Prozent geförderter Wohnraum entstehe. Nach Angaben von Dudler sei diese Vereinbarung zu einem Zeitpunkt getroffen worden, als der Bauantrag schon eingereicht worden sei – dieser sei Anfang 2015 abgegeben worden, die Baugenehmigung sei im Oktober 2016 erteilt worden. Wie hoch die Mieten sind, konnten Schier und Roszczyk noch nicht sagen.

Auf Nachfrage von Grünen-Sprecher Thomas Gutmann erklärte Dudler, dass Rewe in zwei der drei historischen Türme die Verwaltung und Büros einrichte, der dritte diene der Erschließung der beiden Wohntürme. Für Supermarktkunden wird laut dem Architekten an der Ecke Volta-/Kuhwaldstraße ein Parkplatz mit 26 Stellplätzen gebaut. Die Baustelleneinrichtung soll laut Schier ausschließlich auf dem Areal des Elektrizitätswerkes erfolgen, so dass Nachbarn nicht mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen hätten.

Lunkewitz hatte das Elektrizitätswerk schon im Jahr 2003 revitalisieren wollen. Damals hatte er als Berater den ehemaligen Planungsdezernenten Martin Wenz (SPD) gewonnen und Architekt Christoph Mäckler mit der Entwicklung des Geländes beauftragt. Geplant war, 22 000 Quadratmeter Büroflächen und 2000 Quadratmeter Wohnfläche zu schaffen, letztlich konnte sich Lunkewitz aber nicht mit der Stadt einigen.

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