Vom Büroturm zum Wohnhochhaus Riverpark Tower: Ob dieser Entwurf von Stararchitekt Ole Scheeren am bisher von Union Investment genutzten Hochhaus Realität wird, steht in den Sternen.
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Vom Büroturm zum Wohnhochhaus Riverpark Tower: Ob dieser Entwurf von Stararchitekt Ole Scheeren am bisher von Union Investment genutzten Hochhaus Realität wird, steht in den Sternen.

Projekte gestoppt

Probleme mit Luxus-Wohnungen in Frankfurt – Hochhaus-Investoren ziehen Reißleine

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
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In vielen Wolkenkratzern in Frankfurt sind teure Wohnungen nicht vermietet – auch wegen Corona. Mehrere Luxus-Projekte werden gestoppt und geändert.

Frankfurt – Auch wenn der Blick auf die derzeit stetig wachsende Skyline in Frankfurt es nicht ahnen lässt: Beim Hochhaus-Bau könnte ein massiver Wandel anstehen. Der Boom beim Bau von Wolkenkratzern mit Luxuswohnungen scheint vorbei zu sein. Aktuell werden drei solcher Projekte gestoppt und umgeplant.

Schwarz, kantig, 80 Meter hoch: Höchst exklusives Wohnen verspricht der Porsche Design Tower von 2022 an im Europaviertel. Sogar 95 Meter hoch ist das frühere Hochhaus der Union Investment im Gallusviertel fast am Main. Zum „Riverpark Tower“ saniert soll er 130 Luxusappartements von 2023 an beherbergen, große Balkone mit viel Grün sollen der Fassade eine neue, abwechslungsreiche Form geben.

Luxus-Wohnungen in Frankfurt: Zwei Hochhaus-Projekte gestoppt

Allein: Beide Vorhaben werden aller Voraussicht nach so nicht Realität. Die bisherigen Investoren haben ihre Projekte auf Eis gelegt und inzwischen verkauft. Bereits vorigen Herbst übernahm Projektentwickler Groß & Partner aus Frankfurt den Porsche Design Tower. Nun stehen die Luxuswohnungspläne zur Disposition: „Wir prüfen konzeptionell die gesamte Bandbreite durch“, erklärt Firmensprecher Frederik Bartosch. Der Bebauungsplan gebe auch eine andere Nutzung, etwa für Büros, her. „Die Entscheidung ist offen, was wir realisieren möchten.“

Ganz frisch hat sich die DIC Asset AG im Auftrag eines hinter ihr stehenden konstitutionellen Anlegers vom Projekt Riverpark Tower getrennt. An wen das Ex-Union-Investment-Hochhaus in der Wiesenhüttenstraße ging, teilte die DIC am Dienstag (20.04.2021) nicht mit. Es sei unklar, ob das Vorhaben in der bisherigen Planung des deutschen Star-Architekten Ole Scheeren realisiert oder eine andere Nutzung umgesetzt werde, erklärt Peer Schlinkmann, Sprecher von DIC Asset.

Hochhäuser in Frankfurt: Tendenz geht laut Experten zur Übersättigung

Mit dem Great East in der Ferdinand-Happ-Straße im Ostend wechselte unlängst ein weiterer Wohnturm Besitzer und Konzept. In dem 16-Geschosser sollten eigentlich Eigentumswohnungen vermarktet werden. Nun will Neubesitzerin Deutsche Wohnen die 208 Wohnungen vermieten, erklärt Firmensprecherin Romy Mothes. Das passe zur Strategie des Konzerns als Bestandshalter.

Anhand der drei zeitgleichen Entwicklungen erkennt Florian Wenner, Studienleiter Wohnen beim Immobilien-Analysespezialisten Bulwiengesa, „erste Übersättigungstendenzen“ und eine Trendumkehr: „Gerade im Premiumbereich oberhalb von 25 Euro pro Quadratmeter wird es zunehmend schwieriger noch Mieter zu finden.“ Das gelte vor allem dann, wenn viele Wohnungen gleichzeitig auf den Markt kommen - wie zuletzt in der Stadt.

Frankfurt: Viele Luxus-Wohnungen im Grand-Tower nicht vermietet

Eine solche Übersättigung sei gerade zu beobachten, nachdem im vorigen Jahr mehr als 100 Luxus-Mietwohnungen aus dem Grand Tower im Europaviertel zugleich auf den Markt gekommen seien. Viele der Appartements im mit knapp 180 Metern höchsten Wohnhochhaus Deutschlands sind noch immer zu haben, erklärt Fachmann Wenner. Nun müssten die Investoren ihre offenbar zu optimistischen Erwartungen zurückfahren.

Zum Nachfrage-Einbruch trägt auch Corona bei: Die Reise- und Kontaktbeschränkungen aufgrund der Pandemie schränke das häufig sehr internationale Käuferklientel ein, ebenso erschwere es Besichtigungstermine. „Wegen der aktuellen Situation spüren wir im höherpreisigen Segment derzeit eher Zurückhaltung“, bestätigt Peer Schlinkmann.

Luxus-Wohnungen: Nur beim Hochhaus Four Frankfurt läuft es bestens

Für Investoren gelte aktuell: „Höherpreisiger Wohnraum ist nicht mehr die attraktivste Option.“ Ausweichen könnten Investoren in „weniger hochpreisige Wohnungen“ oder „eine andere Nutzung“ wie Büros. Die reduzierte Käufer-Nachfrage sei aber nur ein Grund - ein anderer die zuletzt explodierenden Baupreise, betont Schlinkmann. „Es ist gerade schwierig, zwei bis drei Jahre in die Zukunft zu schauen.“

Bei Groß & Partner bestätigt man, dass „die Situation vielschichtiger“ sei für den Porsche Design Tower. Derweil realisiert Groß & Partner aktuell aber ein noch viel größeres Vorhaben: Im Four Frankfurt mit seinen vier bis zu 233 Meter hohen Türmen im Bankenviertel bauen die Frankfurter sogar zwei Wohnhochhäuser: eins mit Miet-, eines mit Eigentumswohnungen, zusammen 600 Appartements. Probleme wie sie bei anderen Projekten auftreten, habe man hier aber nicht, sagt Frederik Bartosch. Dass weniger Luxus nachgefragt sei, „würden wir so nicht sehen“ - ganz im Gegenteil: „Der Frankfurter Wohnungsmarkt gibt noch etwas her.“

Allerdings haben Groß & Partner die Wohnungen im „Four“ bewusst nicht international angeboten. „Wir wollen, dass die Wohnungen ständig bewohnt sind und ein lebendiges Quartier entsteht.“ Viele Käufer kämen aus der Rhein-Main-Region. „Sie schätzen die besondere Attraktivität, mitten in der Stadt wohnen zu können“, sagt Bartosch. Dadurch habe das „Four“ auch einen „sehr speziellen Anziehungseffekt“. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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