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Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen. Foto. Britta Pedersen/Archiv

Zweiter Prozess

Lebenslange Haft für heimtückischen Mord gefordert

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Weil er seine Lebensgefährtin mit einem Hammer erschlagen haben soll, fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für einen 30-Jährigen.

Geht es nach der Staatsanwaltschaft, bleibt es im Mordprozess um den gewaltsamen Tod der als „schöne Hilda“ bekanntgewordenen Kosmetikerin aus Nied alles beim Alten. Am Ende des zweiten Prozesses gegen den früheren Lebensgefährten der getöteten Frau solle die Verurteilung zu einer lebenslangen Haftstrafe stehen, sagte Staatsanwalt Jens Dallmeyer in seinem Plädoyer vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Frankfurt.

Der Italiener, der die 29-Jährige laut Anklage im Juli 2014 mit mehreren Hammerschlägen in ihrer Wohnung getötet und danach auch noch mit Messerstichen in Hals und Gesicht verstümmelt hatte, habe sich eines heimtückischen Mordes schuldig gemacht. Er habe die „Arg- und Wehrlosigkeit“ des Opfers bei seiner Attacke ausgenutzt. „Hätte die Frau die Möglichkeit dazu gehabt, hätte sie sich nach Leibeskräften wehren können“, sagte der Anklagevertreter. Sie sei größer als ihr Partner gewesen. So aber habe es kaum Abwehrspuren gegeben, ein Indiz für Ahnungslosigkeit zum Zeitpunkt des Angriffs.

Ursprünglich wurde die Mordanklage vor dem Landgericht auf die Verdeckungsabsicht bezüglich vorausgegangener Misshandlungen der Frau gestützt. Diese Version wurde jetzt aber ebenso fallen gelassen, wie das Merkmal der „niedrigen Beweggründe“, auf die die Schwurgerichtskammer im ersten Urteil 2015 die lebenslange Haftstrafe gestützt hatte. Ausschlaggebend hierfür war die Revisionsentscheidung des Bundesgerichtshofes BGH), die für „niedrige Beweggründe“ nicht genügend Anhaltspunkte gesehen hatte. Das zusammengebrochene „Lügengebäude“ des 30-Jährigen, seine leeren Versprechungen vom Leben mit Reisen und Eigentumswohnung, denen Hilda auf die Schliche gekommen war, taugten laut BGH nicht für das Mordmerkmal der „niedrigen Beweggründe“. Dazu kamen Vernehmungsmethoden der Frankfurter Kripo, die den Karlsruher Oberrichtern offenbar die Schweißperlen auf die Stirne trieben. Kurz nach seiner Festnahme hatte man ihm im Polizeipräsidium plötzlich mit seiner laut zeternden Mutter konfrontiert – wohl um ein schnelles Geständnis zu erreichen.

All dies führte dazu, dass der Schuldspruch komplett kassiert wurde und die zweite der beiden Schwurgerichtskammern in Sachen Hilda noch einmal an die Arbeit musste. Ein Urteil soll am 26. September verkündet werden.

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