Kindertagesstätte St. Johannes

Lecker! Pasta ohne Basta

Mit frischem Gemüse und Kräutern aus Bioproduktion haben die Kinder der Tagesstätte St. Johannes in Goldstein mit dem Team des Hofladens „La Vialla“ eine leckere Tomatensoße gezaubert. Ihr Urteil: Nicht nur Fastfood schmeckt!

Misstrauisch beäugen die Kindergartenkinder der Kita St. Johannes die Blätter des kleinen Basilikumstrauchs, die ihnen Manuela Pellicia vom Team der „Fattoria La Vialla“ in die Hand gedrückt hat. „Es riecht ja lecker, aber ob man es auch essen kann?“ Auch wenn die Erwachsenen am Tisch das intensiv duftende Grünzeug überlebt haben, heißt das ja nichts, denkt sich wohl auch der Sechsjährige Joshua und legt das Basilikumblatt fein säuberlich neben seine Arbeitsfläche.

Auf der schneiden er und seine Freunde gleich Tomaten in kleine Stücke. Die sechsjährige Helena, die als erste mit den Tomaten fertig geworden ist, traut sich sogar an das Schneiden der Zwiebel, was sie aber sogleich bereut. Dass ihr gleich so sehr die Tränen in die Augen schießen, hätte sie dann auch nicht gedacht.

Ermöglicht hat die Kochaktion ein Gewinnspiel dieser Zeitung, bei dem sich Kindergärten bewerben konnten, die ihren Schützlingen mit Pasta aus biologischem Anbau beweisen wollten, dass gesund auch gleichzeitig lecker sein kann. Aus frischen Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Karotten, Petersilie und Basilikum haben die Kinder gemeinsam mit Stefan Maxeiner und Manuela Pellecia und der ehrenamtlichen Helferin Cornelia Fischer, die die Bewerbung für die Kindertagesstätte eingereicht hatte, eine leckere Tomatensoße gezaubert.

Der Spaß beim Kochen steht der sechsjährigen Evelyn ins Gesicht geschrieben, als sie die Tomaten verletzungsfrei in kleine Stücke schneidet. Auch zu Hause hilft das Mädchen gerne den Eltern beim Kochen, mischt die Salatsoßen und hat sich auch schon ans Kartoffelschälen mit dem Sparschäler gewagt. Dass sie auch im Kindergarten so leckeres Essen bekommen sollen und sogar selbst mit anpacken dürfen, findet Evelyn toll.

Aber auch wenn das Team der „Fattoria La Vialla“ nicht eine solche Aktion macht, sind die Kinder und Mitarbeiter der Kindertagesstätte an normalen Tagen mit der Verpflegung zufrieden. „Zweimal die Woche kümmert sich eine Köchin um den Hunger der Kinder, die die Ganztageseinrichtung nutzen, an drei Tagen wird speziell zubereitete Tiefkühlkost angeboten“, erklärt Elfriede Reissmüller, die die Kita leitet. Daneben gebe es täglich Rohkost und einen frisch zubereiteten Nachtisch oder frisches Obst für die Kinder. „Dabei legen wir auch Wert darauf, dass möglichst saisonale und regionale Produkte verarbeitet werden.“

Auf regionale Produkte legt auch die „Fattoria La Vialla“ großen Wert. Die jedoch liegt nicht in Frankfurt, sondern rund 1000 Kilometer südlich von hier in der Toskana, südlich von Florenz. Auf dem Weingut mit Bauernhof werden Tomaten, Wein, Olivenöl und Schafskäse selbst herstellt. Auch das Fleisch in der Hackfleischsoße ist aus regionaler Herstellung und wird direkt in Castiglion Fibocchi, der Heimat des Hofs, verarbeitet.

Nach Frankfurt kommen die Produkte regelmäßig in einer Großlieferung. In die Speisekammer, dem kleinen nach Frankfurt ausgelagerten Hofladen in Fechenheim, kommt man nur als angemeldeter Kunde mit einer personalisierten Zugangskarte und kann alle Produkte, wie neue Weine und Soßen, direkt probieren.

Evelyn, Joshua und Helena mussten nicht extra nach Fechenheim fahren, um sich von den Soßenrezepten zu überzeugen, denn Maxeiner und Pellecia hatten kiloweise Minipasta für Kinder, Tomaten- und Hackfleischsoße sowie mehrere Liter vom hauseigenen Traubensaft im Gepäck. Am Ende des Tages zeigten die rot verschmierten Münder und leeren Teller der Kinder, dass es allen geschmeckt hatte.

Auch denen, die anfangs vielleicht noch skeptisch waren. „Denn im Alltag vieler Kinder spielen Kochen und gesunde Ernährung keine große Rolle“, weiß auch Cornelia Fischer. Viele Kinder kamen mit den ihren Tellern mehrfach zurück, um sich Nachschub zu holen, selbst die, die anfänglich vielleicht lieber Nudeln mit Ketchup gegessen hätten. Und in der Soße wirkten die Basilikumblätter auch für Joshua schließlich gar nicht mehr so gefährlich.

(ska)

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