An den Altstadthäusern wird intensiv gearbeitet. Wenn sie fertig sind, sollen sie auch im Dunkeln gut zu sehen sein.
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An den Altstadthäusern wird intensiv gearbeitet. Wenn sie fertig sind, sollen sie auch im Dunkeln gut zu sehen sein.

Frankfurter Altstadt

LED-Leuchten für die neue Altstadt

  • VonGünter Murr
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In der neuen Altstadt sollen die Häuser nicht wie in einem Freilichtmuseum angestrahlt werden. Der Lichtplaner plädiert für moderne LED-Lampen in historischem Gehäuse, die Gassen und Fassaden in ein weiches Licht tauchen.

Mit den Häusern in der Altstadt zwischen Dom und Römerberg geht es flott voran. Im ersten Quartal 2016 sollen die Rohbauarbeiten beendet sein. Höchste Zeit, die letzten Details zu klären. Zum Beispiel die Beleuchtung. Damit beauftragt wurde der Lichtplaner Norbert Wasserfurth aus Hildesheim. „Wir komponieren das Lichtbild wie Maler“, erläuterte er am Montagabend im Dom-Römer-Sonderausschuss des Stadtparlaments seine Vorgehensweise. Und er machte deutlich, was nicht in Frage kommt: Die erst vor wenigen Jahren aufgestellten Lampen in der Braubachstraße sind für ihn der „schlimmste anzunehmende Beleuchtungsfall“. Sie blenden grell, und trotzdem verschwinden die Fassaden der Häuser im Dunkeln.

In der Altstadt soll das nicht so werden. Dazu seien die Fassaden der Häuser viel zu schön gestaltet, sie sollten auch bei Dunkelheit sichtbar sein. „Mir geht es um das Raumklima am Abend.“ Die Identität des Ortes dürfe nicht verloren gehen.

Wie Gaslaternen

Das heißt aber nicht, dass Wasserfurth auf moderne Technik verzichten will. Im Gegenteil: An LED-Leuchten führe kein Weg vorbei, wenn man das Licht möglichst zielgenau steuern wolle. Moderne Leuchtdioden lieferten warmes, weiches Licht, wie man es von Glühbirnen oder Gaslaternen kenne. Der Planer schlägt vor, mit den Wandlampen zwar überwiegend die Straßenfläche zu beleuchten – das ist allein schon aus Gründen der Verkehrssicherheit nötig –, aber auch die Fassaden. Allerdings sollen sie nicht wie in einem Freilichtmuseum angestrahlt werden. Das geht schon deshalb nicht, weil in den meisten Häusern Wohnungen sind. Nach 23 Uhr soll die Fassadenbeleuchtung abgeschaltet werden. Allerdings: Eine Leuchte, wie Wasserfurth sie sich vorstellt, gibt es derzeit nicht auf dem Markt, sie müsste erst entwickelt werden. Dann aber, so der Vorschlag des Planers, könnte sie für alle historischen Stadtviertel in Frankfurt verwendet werden. Wolfgang Siefert (Grüne) kann sich eine Beleuchtung der Fassaden noch nicht so recht vorstellen. Die Wirkung soll zunächst ausprobiert werden, sobald genügend Häuser im Rohbau stehen.

Auf breite Zustimmung stieß hingegen der Vorschlag der Dom-Römer GmbH, die Gewerbeflächen in den Erdgeschossen der Häuser nicht zu verkaufen, wie es zwischenzeitlich erwogen wurde. Stattdessen bleiben sie im Eigentum der Dom-Römer GmbH und werden zentral vermietet. Dadurch werde ein Nutzungsmix gewährleistet, sagte Dom-Römer-Geschäftsführer Michael Guntersdorf. „Eine Vermietung an überregionale Ketten ist nach wie vor ausgeschlossen“, betonte er.

Unterdessen geht die Vermarktung der Wohnungen weiter. Für die 53 Apartments in den Neubauten, die im Losverfahren vergeben wurden, sollen demnächst die ersten Kaufverträge unterzeichnet werden. Im Sommer beginnt dann die Vermarktung der neun Wohnungen, die in rekonstruierten Häusern entstehen. Ob diese ebenfalls verlost werden, steht noch nicht fest.

Rampe wird flacher

Diskussionsbedarf gibt es noch beim Stoltze-Museum, das neben der Goldenen Waage untergebracht werden soll. Der Gestaltungsbeirat hat sich dagegen ausgesprochen, die Exponate im Treppenhaus des Nebengebäudes zu zeigen. Dadurch werde dessen Charakter beeinträchtigt, sagte Björn Wissenbach. „Kämpferisch“ werde sich der Beirat für die umstrittene Pergola am Übergang zwischen Krönungsweg und Schirn-Plateau einsetzen.

Da es dazu immer noch keine Entscheidung gibt, werde die Behelfsrampe zum Eingang der Schirn rollstuhlgerecht umgebaut, kündigte Guntersdorf an. Wie berichtet, hatten Behindertenvertreter das Provisorium kritisiert.

(mu)

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