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Schutz für Fußgänger in Frankfurt: Lösung für Höchster Markt gefunden?

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Von: Michael Forst

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Diese Fläche direkt vor der Höchster Markthalle soll mittels mobiler Bänke vor Falschparkern geschützt werden.
Diese Fläche direkt vor der Höchster Markthalle soll mittels mobiler Bänke vor Falschparkern geschützt werden. © Maik Reuß

Immer wieder gab es Ärger wegen Falschparkern am Marktplatz in Frankfurt-Höchst. Ist nun eine Lösung zum greifen nah?

Frankfurt – Fair diskutieren, gegenseitig zuhören und Kompromisse finden: Diese Tugenden feierten auf der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend (08.02.2022) einen kleinen Triumph. Und das ausgerechnet beim Thema Höchster Markt - der seit Jahren die Lager spaltet und die Emotionen hochkochen lässt. Dabei rückten die Grünen von ihrer Forderung ab, die Zone vor der Markthalle dauerhaft mit Betonpollern abzusichern.

Wie man Fußgänger vor Markthalle in Frankfurt-Höchst nun schützen will

Um Fußgänger zu schützen und die Straßenverkehrsordnung gegenüber den Falschparkern durchzusetzen, ließen sich die Grünen um Antragsteller Frank Rusko auf eine Alternative ein: Die mobilen Bänke des Stadtplanungsamts, die unter anderem schon in der Königsteiner Straße zum Einsatz kommen, sollen künftig anstelle der Poller - und nur zu Marktzeiten - dort aufgestellt werden.

Damit, so die Hoffnung, werden man den Fußgängern und Markthändlern gleichermaßen gerecht - letztere hatten sich gegen Betonpoller entlang der Markthallen-Front gewehrt. Die mobilen Bänke steigerten als Pausen-Platz für müde Marktbesucher die Einkaufsattraktivität, ließen sich aber wie eine Sackkarre schnell wieder in der Halle verstauen. Das ist wichtig für die Marktbeschicker, die frühmorgens mit ihren Fahrzeugen zum Entladen weiterhin direkt an die Halle heranfahren können - ebenso zum Beladen nach Marktende.

Flexible Lösung für Markthalle in Frankfurt gefunden

Die Idee für den Kompromiss entsprang dem Auftritt Christian Tacks von der Höchster AG Rad und Verkehr in der Bürgerfragestunde. Tack hatte zur Anschauung eine mobile Bank mitgebracht. Das Straßenverkehrsamt werde im März, wenn der Markt wieder stärker besucht wird, eine Parkraumanalyse vornehmen, auf deren Grundlage mögliche Maßnahmen der Parkplatzregulierungen entschieden würden, erklärte Tack. Da Betonpoller jedoch flexiblere Lösungen buchstäblich verbauen könnten, favorisiere er die mobilen Bänke als Alternative.

In der späteren Diskussion des Grünen-Antrags fand der Vorschlag bei der CDU derart großen Anklang, dass der Fraktionsvorsitzende Markus Wagner jede weitere Debatte für obsolet erklärte. Doch so schnell wollte sich Grünen-Vertreter Frank Rusko die Poller nicht ausreden lassen. Er wundere sich vielmehr, dass es ausgerechnet die CDU, die darauf oft an anderer Stelle beharre, beim Höchster Markt mit der Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung nicht so genau nehme.

Auf den Einwand von Linken-Chefin Dominike Pauli hin, sie gehe seit 40 Jahren auf den Höchster Markt und es sei noch nie ein Unfall mit Fußgängern passiert, erinnerte Rusko an die tödlichen Unfälle am Bahnübergang Oeserstraße und an der Kreuzung Oeserstraße / Waldschulstraße / Am Neufeld in Nied und mahnte: "Es muss doch nicht immer erst etwas Schlimmes passieren, ehe sich etwas tut."

Frankfurt: „Masse an Falschparkern einfach gewähren“ zu lassen, nicht hinnehmbar

Während Pauli ihren Widerstand gegen den Grünen-Antrag untermauerte und vorschlug, ihn zurückzustellen, bis man mit den Markthändlern darüber gesprochen habe - und im übrigen den "Höchster Markt einfach mal in Ruhe zu lassen" -, sah ihre Fraktionskollegin Ellen Janik das ganz anders: Nicht nur am Markt, sondern im ganzen Stadtteil sei es nicht hinnehmbar, dass man "die Masse der Falschparker einfach gewähren" lasse.

Zudem hätten die Marktbeschicker bei Gesprächen mit dem Stadtteilbüro im vergangenen Jahr zugesagt, illegal vor der Markthalle parkende Autofahrer zurechtzuweisen. "Da ist aber nichts passiert", schilderte sie ihre Beobachtungen. Das war Wasser auf Ruskos Mühlen: "Die Marktbeschicker sitzen ziemlich tief in ihren eigenen Gräben und machen sich wenig Gedanken darüber, wie sie mit Leuten wie den Anwohnern oder mir zurecht kommen", sagte er. Dabei sei sein Wunsch lediglich, "sicher von A nach B zu kommen".

Nachdem sich die Grünen im Diskussionsverlauf zunehmend für die mobilen Bänke erwärmen konnten, klopfte die SPD-Vorsitzende Petra Scharf die Idee auf ihre Machbarkeit hin ab: "Lässt sich so etwas auch kurzfristig umsetzen?", fragte sie Andreas Schmidt vom Amt für Straßenbau und Erschließung. Denn dann könne man das jetzt, vor dem großen Besucherandrang im Frühjahr, einmal testen. "Kein Problem, wenn wir Paten für die Bänke haben", so Schmidt. Worauf Tack aus den Zuschauerreihen die Hand hob: "Geht klar, ich mache das!" Der Antrag wurde in seiner geänderten Form einstimmig angenommen. Und Ortsvorsteherin Susanne Serke (CDU), die auch im Römer sitzt, merkte an: "Wenn sich die Stadtverordnetenversammlung doch auch einmal so gut einigen könnte . . ." (Michael Forst)

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