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Spielen sich ein letztes Mal den Ball zu: Margit Grohmann (l.) und Heike Sienel, ihre Nachfolgerin an der Spitze des Monikahauses.

Langjährige Geschäftsführerin

Leiterin des Familienzentrums Monikahaus hört nach 35 Jahren auf

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„Hilfen für Familien unter einem Dach“ ist das Motto, nach dem Margit Grohmann in 35 Jahren ihre Arbeit im Familienzentrum Monikahaus ausgerichtet und umgesetzt hat. Jetzt ist die langjährige Geschäftsführerin in den Vorruhestand gegangen, Heike Sienel übernimmt die Aufgaben.

Am 12. Dezember 1983 startete Margit Grohmann als Leiterin des Kinderheims des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in der Kriegkstraße im Gallus. „Rückblickend denke ich manchmal, da warst du mit 27 Jahren ganz schön jung und hattest schon so eine Verantwortung“, erzählt sie. 32 Kinder im Alter von einem bis sieben Jahren waren zu dieser Zeit im Heim untergebracht, 22 Mitarbeiter kümmerten sich um die Mädchen und Jungen.

Schon damals richtete Grohmann ihren Blick auf Kinder, deren Eltern und die Familien als Ganzes, bezog diese mit ein in die verschiedenen Prozesse und entwickelte nach und nach mit ihrem Team für unterschiedliche Situationen das entsprechende Angebot. Grohmann schlug damit eine grundlegende Ausrichtung ein, die bis heute die Arbeit im Familienzentrum Monikahaus bestimmt, dessen Träger der SkF ist.

„Das Besondere am Monikahaus ist die Vielfalt – von der Schwangerschaftsberatung über die frühen Hilfen und den sozialpädagogischen Hilfen bis zu den Angeboten in der Familienbildung“, fasst Margit Grohmann zusammen. Mit ihrem Team an der Seite, hat sie dieses umfangreiche Netzwerk an Hilfestellungen installiert und das SkF-Kinderheim von einst zum Familienzentrum Monikahaus geführt, das sie seit 1998 als Geschäftsführerin leitete.

Ihre Aufgaben gibt Grohmann jetzt in die Hände von Heike Sienel, die seit kurzem Geschäftsführerin der Einrichtung ist. Vor zwei Jahren bereits übernahm Sienel die pädagogische Geschäftsführung und hatte dadurch Zeit sich in die Prozesse und Abläufe der anfallenden Tätigkeiten einzuarbeiten. „Mir war wichtig, dass mein Weg in den Vorruhestand gut geplant ist“, sagt Grohmann. „Heike Sienel ist mit viel Begeisterung dabei. Das ist so wichtig, dass man für die Aufgaben brennt“, lobt Grohmann ihre Nachfolgerin.

Die Umsetzung neuer Projekte stehen an, wie die Einrichtung einer Mutter-Kind-Wohn-Gruppe für alleinerziehende geflüchtete Frauen mit kleinen Kindern. „Es sind sechs Plätze auf einer Etage geplant“, sagt Sienel. Das Ziel dieses Angebotes sei, die Frauen zu begleiten und sie in die Selbständigkeit zu führen. Die Vorbereitungen für das Projekt laufen, die Baugenehmigung stünde noch aus. „Wenn alles klappt, dann öffnen wir die Mutter-Kind-Wohn-Gruppe im März kommenden Jahres.“ Ein zweites Projekt steht demnächst an. Im Monikahaus wird im September eine Hebammen-Ambulanz eröffnet. Beide Projekte hat Sienel noch mit ihrer Vorgängerin gemeinsam vorbereitet.

„Im Vergleich zu früher haben es Familien heute viel schwerer“, sagt Grohmann weiter. Die Gesellschaft sei im Wandel, familiäre Strukturen brechen auf, Familien wohnten weit voneinander entfernt.

„Die Oma, die ihrer Tochter bei der Kindererziehung früher mit Rat zur Seite gestanden hat, ist heute häufig für viele Familien nicht mehr greifbar“, weiß Grohmann. Gleichzeitig gebe es einen hohen Anspruch daran, was Familie leisten soll.

„Was ich in der Kindererziehung gelernt habe, ist, dass die Bindung zwischen Eltern und Kindern ganz wichtig ist. Bindung kommt noch vor Bildung“, betont sie. Aus dieser Erfahrung heraus initiierte sie 2006 zum Beispiel die frühen Hilfen. „Einst waren Kinder in der Regel die ersten drei Lebensjahre bei ihrer Mutter und alles schien in Ordnung zu sein. Dass dies vielleicht nicht der Fall war, danach hat damals niemand geschaut“, sagt Grohmann.

Bei dem Angebot „STEEP“ etwa, das Teil der frühen Hilfen ist, werden junge Mütter und Eltern dabei begleitet, eine sichere und stabile Bindung zu ihrem Nachwuchs aufzubauen.

„Wichtig ist, dass die Angebote niedrigschwellig sind“, fügt sie hinzu. „Dabei schauen wir auch, was die Frauen erzählen und versuchen die Anliegen und Themen aufzugreifen.“ Weitere Angebote sind beispielsweise die Schwangerschaftsberatung, das Projekt „

Aktion Moses

“ und seit 2014 die vertrauliche Geburt.

Rückblickend sagt Grohmann: „Es gab manchmal auch schwere Zeiten, aber die Arbeit hat mir immer viel Spaß gemacht. Ich hatte den Rückhalt des Vorstands und konnte meine Visionen verwirklichen.“ Langweilig wird es ihr im Vorruhestand nicht werden: Grohmann ist unter anderem Mitglied im Jugendhilfe- und Erziehungshilfeausschuss und freut sich, dadurch ihre Erfahrungen in die Familienpolitik der Stadt mit einbringen zu dürfen.

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