Autor Leo Born hat seinen fünften Krimi veröffentlicht. Hier steht er in der Herbartstraße. Dort im Nordend könnte seine Protagonistin Kriminalkommissarin Mara Billinsky wohnen - oder in einer anderen Seitenstraße der Berger Straße, da legt sich der Autor nicht fest.  Foto: SaudA
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Autor Leo Born hat seinen fünften Krimi veröffentlicht. Hier steht er in der Herbartstraße. Dort im Nordend könnte seine Protagonistin Kriminalkommissarin Mara Billinsky wohnen - oder in einer anderen Seitenstraße der Berger Straße, da legt sich der Autor nicht fest. Foto: SaudA

Stadtgeflüster

Leo Born taucht ein ins Mafia-Milieu

Dieser Autor hat ein Gespür für Themen und Spannung: Als die Wurstskandale zuerst bei Wilke und später bei Tönnies publik wurden, stand Spiegel-Bestsellerautor Leo Borns Buch "Blutige Gnade" schon lang in den Regalen. Nun erschien vor wenigen Tagen "Vergessene Gräber". Born schickt seine unkonventionelle Kriminalkommissarin Mara Billinsky erneut auf Verbrecherjagd. Es geht um Intrigen, Geheimdienste und russische Mafia.

Frankfurt - "Meine Themen finde ich lesend", erklärt Oliver Becker, wie der Krimi-Schriftsteller mit bürgerlichem Namen heißt. "Manchmal stoße ich auf etwas, was ich einfach nur interessant finde", schildert der Vater von zwei Kindern. Dann vertieft er sich in das Thema, recherchiert, gräbt sich ins Thema hinein. "Die gibt dem Ganzen dann Substanz und verschafft ihm eine Bühne, auf der es stehen kann", sagt Born.

Das Sujet von "Vergessene Gräber" fand der 1970 im Schwarzwald geborene Leo Born durch seine Recherche übers Bahnhofsviertel und die Kriminalität dort. "Es gab eine Zeit, in der die russische Mafia wohl eine Rolle spielte, aber welche sie jetzt spielt, das weiß ich nicht."

Zwar geht er mitten rein ins Bahnhofsviertel. Forscht dort an Ort und Stelle nach. "Aber es passiert nichts. Wenn du keine Kontakte hast, bist und bleibst du ein Außenstehender", weiß Born, der schon mehr als 20 Bücher veröffentlicht hat.

Aber Leo Born hat ein Ass im Ärmel: "Ich habe einen Bekannten, der ehemaliger Kriminalkommissar ist, der hier in Frankfurt ermittelt hat", berichtet der Autor, der Germanistik und Politikwissenschaften in Freiburg studierte. "Von ihm habe ich viel über den Alltag der Polizei erfahren, wer am Tatort ist, was in Frankfurt los ist, wo was läuft", erzählt Born aus seinem Schriftstellerdasein.

"Den Rest versuche ich, wie ein Journalist es wohl tun würde, zu recherchieren." Außerdem verschlingt er Sachbücher. "Krimis sind so gar nicht meins", sagt Leo Born, der früher Texter war. "Das ist auch das Spannende, denn du stolperst während der Recherche auf Dinge, auf die du so nie gestoßen wärst", schildert er, was ihn auch an dieser Arbeit reizt.

Ein gutes halbes Jahr habe er an "Vergessene Gräber" gesessen. Das Zeitaufwendigere sei die Recherche. Neben dem Schreiben, der Arbeit bei einer Großbank und der Familie bleibe ihm dann nicht mehr viel Zeit für Hobbys.

Borns Billinsky-Bücher kommen gut an - so gut, dass bereits zwei Filmproduktionsfirmen an seine Tür geklopft haben. "Aber das ist eine sehr langwierige Sache, das mit dem Film", sagt Leo Born. Fans müssen zwar länger auf die Filme warten, aber der sechste Billinsky-Band liegt bereits bei der Lektorin und soll in ziemlich genau einem Jahr in den Buchhandel kommen.

Vom Schreiben bekommt Leo Born nie genug. "Ich wurde gefragt, ob ich eine zweite Reihe schreiben wolle." Was für eine Frage. Natürlich wollte er. "Da bin ich gerade dran, die Figuren zu entwickeln." es

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