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In Bergen-Enkenheim kann das Neubaugebiet "Leuchte" nun errichtet werden - doch das dauert mindestens zwei Jahre.

Bauanträge können eingereicht werden

An der Leuchte geht's los - doch bis das Neubaugebiet errichtet ist, können noch mindestens zwei Jahre vergehen

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In Bergen-Enkenheim kann das Neubaugebiet "Leuchte" nun errichtet werden - doch das dauert mindestens zwei Jahre. 

Frankfurt - Schon bevor Bergen-Enkheim 1977 nach Frankfurt eingemeindet wurde, sollte hier eigentlich gebaut werden: Im Neubaugebiet "Leuchte", zwischen der gleichnamigen Straße, der Barbarossa- und der Rangenbergstraße. Doch die Ausweisung und Erschließung des Baugebiets verzögerten sich immer wieder. So mussten etwa geschützte Zauneidechsen umgesiedelt werden. Zuletzt verhinderte der gestiegene Grundwasserspiegel die Erschließung.

Nun kann es endlich losgehen, erklärte Markus Lind vom Amt für Straßenbau und Erschließung in der Sitzung des Ortsbeirats 16. "Für die Grundstücke entlang der Barbarossastraße können nun Bauanträge eingereicht werden."

Für den Rest des Baugebiets gilt das aber noch nicht, sagt der stellvertretende Amtsleiter, Ulrich Rendel. Die Bau- und Finanzierungsvorlage für die Erschließungsarbeiten sei nun "im Geschäftsgang" und müsse nun von den Stadtverordneten beschlossen werden. "Das geschieht sicherlich nicht mehr vor der Sommerpause und auch wohl nicht in der ersten Sitzung danach."

Neubaugebiet "Leuchte": Erschließung dauert mindestens zwei Jahre

Fünf Monate wird es bis zum Beschluss wohl dauern, fünf weitere rechnen er und Lind für die europaweite Ausschreibung der Erschließungsarbeiten oben drauf. Zur Erschließung gehören das verlegen der Wasser-, Strom- und anderen Leitungen, von rund zwei Kilometern Abwasserkanälen - getrennt nach Brauch- und Regenwasser - sowie der Bau von Straßen und Gehwegen.

"Im Frühjahr 2020 sollte der Bau beginnen können. Vor dem drittel Quartal 2021 werden wir sicher nicht fertig", so Lind Im zweiten Halbjahr 2021 könnten "die ersten Bauherren beginnen", hofft er - wenn alles glatt läuft. Doch Verzögerungen sein immer noch möglich. Etwa wenn ein unterlegener Bieter gegen die Ausschreibung klagt, was heutzutage fast immer passiere. "Es kann aber auch passieren, dass wir gar kein Angebot einer Firma bekommen." Dann müsse erneut ausgeschrieben werden.

Die Erschließung hatte 2014 bereits begonnen - bis die beauftragte Firma merkte, dass die für die Verlegung der Leitungen gegrabenen Kanäle voll Wasser liefern: Der Grundwasserspiegel war seit den letzten Messungen gestiegen, was die Stadt überrascht hatte. Verantwortlich scheint dafür - zumindest zum Teil - die Schließung des Trinkwasserbrunnens im Enkheimer Ried zu sein. 

Grundwasserabsenkung an der "Leuchte" muss genehmigt werden

Zumindest sei der Grundwasserspiegel heute wieder genauso hoch wie in den 50er Jahren, also bevor hier Trinkwasser gefördert wurde, erklärt Tiefbauspezialist Hayo Krechberger, Geschäftsführer des Baugrundinstituts Franke Meißner Rheinland-Pfalz GmbH. Die Firma plante im Auftrag der Stadt die Erschließung und die dafür nötige zeitweise Absenkung des Grundwassers.

Letztere musste vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt genehmigt werden, seit März liegt die Genehmigung vor. Der Grundwasserpegel schwankt an der Leuchte von Natur aus um etwa einen Meter. Oft liegt er dabei nur knapp unter der Oberfläche. Bis in siebeneinhalb Meter Tiefe reichen die Wasser führenden Schichten, darunter ist wasserdichter Ton, erklärt Krechberger. Deshalb werden die Gräben zum Verlegen der Leitungen mit Spundwänden vor dem Eindringen des Grundwassers geschützt. Die Wände reichen bis in die Tonschicht hinab.

So muss nicht das gesamte Gebiet trocken gelegt werden, sondern immer nur der Abschnitt, in dem gerade gearbeitet wird, erklärt Krechberger. Auswirkungen auf die bestehenden Wohngebiete erwartet er nicht. Trotzdem soll auch der Grundwasserspiegel während der Erschließung kontrolliert werden.

Für private Bauherrn bedeute der hohe Grundwasserspiegel, dass auch sie für zu bauende Keller eine Genehmigung zum Absenken des Grundwassers beantragen müssen, sagt Lind. Allerdings nicht wie die Stadt bei der Oberen Wasserbehörde des RP in Darmstadt, sondern bei der Unteren Wasserbehörde in Frankfurt. Der Keller muss als "Weiße Wanne" gebaut werden, also aus einem Wasser undurchlässigen Stahlbeton, erklärt Lind.

Von Andreas Haupt

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