Der Frankfurter Künstler Herbert Cybulska brütet noch über den Entwürfen zur Lichtgestaltung der Kirche.
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Der Frankfurter Künstler Herbert Cybulska brütet noch über den Entwürfen zur Lichtgestaltung der Kirche.

St.-Sebastian-Kirche

Mit Lichtkunst ins Jubiläumsjahr

  • vonSandra Kathe
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Mit einem Konzert mit Lichtinstallationen startet am 30. Januar das Festjahr der katholischen Kirche St. Sebastian, die 50. Geburtstag feiert. Als Lichtgestalter konnte die Gemeinde den international gerühmten Frankfurter Künstler Herbert Cybulska gewinnen.

Für Herbert Cybulska ist der Ort, an dem er gerade sein neuestes Projekt plant, ein Gesamtkunstwerk. „Schon als ich mir die Kirche St. Sebastian zum ersten Mal angesehen habe, war mir klar, dass sich das Gebäude perfekt dazu eignet, mit Licht in Szene gesetzt zu werden.“ Speziell meint er damit die Bauweise des 1966 vollendeten und geweihten Gotteshauses, das in diesem Jahr sein 50. Kirchenjubiläum feiert.

Tatsächlich ist das Gebäude der katholischen Gemeinde alles andere als traditionell gebaut: Die Stirnwände bestehen aus Beton und sind nach innen geknickt, die Seitenwände mit ihren Natursteinen bilden dagegen einen natürlichen Kontrast. Wer sich die Decke näher betrachtet, sieht sich einem Schiffsboden aus langen Holzbrettern gegenüber.

Das alles will Cybulska gemeinsam mit den Musikern Matthias Raue (Viola, Violine) und Tobias Koriath (Orgel) mit ihren drei halbstündigen Shows aus Licht und Musik am 30. Januar noch mehr zur Geltung bringen. Dann werden rund 70 Scheinwerfer aufgestellt, die die Kirche nach und nach in zehn verschiedene Lichtbilder tauchen. Mal in blaues Licht, mal in Gelbtöne, die durch ein ständiges Spiel zwischen Licht und Schatten alle Winkel der 1966 fertiggestellten Kirche ins Auge des Betrachters rücken sollen.

Noch existieren die Lichtbilder nur auf postkartengroßen Karten, die Cybulska nach seinen ersten Eindrücken der Kirche entworfen hat. In der kommenden Woche werden dann die Scheinwerfer aufgebaut, so dass das Feierjahr in der Kirche angemessen starten kann.

Gerade mit Cybulska haben die Verantwortlichen von St. Sebastian einen etablierten Künstler ausgesucht, der sich mit Lichtentwürfen nicht nur bei Gebäuden einen internationalen Namen gemacht hat, sondern auch die Beleuchtung für etliche Theateraufführungen, etwa in London, Lyon und Athen, entworfen hat. „Dass ich eigentlich aus der Bühnenkunst komme, zeigt sich gerade bei Kirchen, die ja auch irgendwie eine Art Bühne sind, immer wieder als Vorteil“, so der 1956 geborene Künstler, der in Berlin und Darmstadt studiert hat und in Frankfurt ein Büro für Lichtplanung und Lichtgestaltung betreibt. Zuletzt wurde er für die Beleuchtung der St. Bonifatius-Kirche in Sachsenhausen mit dem „German Design Award“ ausgezeichnet.

Und auch seine Musiker sind in Frankfurt nicht unbekannt. Koriath spielt als Kantor die Orgel in der evangelischen Gemeinde St. Thomas in Heddernheim und Raue hat sich als Komponist von Filmmusik einen Namen gemacht – unter anderem für etliche Tatort-Folgen. Mit ihm arbeitet Cybulska seit vielen Jahren zusammen, mit Koriath, der ihn bei einem Neujahrsempfang im vergangenen Jahr begeisterte, ist es die erste Kooperation, die für beide Künstler eine besondere ist. „Matthias Raue und ich werden die Musik zu den einzelnen Lichtbildern improvisieren, was besonders schwierig ist, weil man musikalisch eine gemeinsame Sprache sprechen muss“, erklärt Koriath. Nach den ersten Probeneindrücken funktioniert die Sprache der beiden, für die sie bis zur Aufführung noch weiterhin proben, bereits perfekt.

Für die Kirche sind die drei Aufführungen am 30. Januar um 19, 20 und 21 Uhr nur ein erster Schritt in das Festjahr. „Wir haben für 2016 ein vielseitiges Programm zusammengestellt aus Ausflügen, Führungen und weiteren Aufführungen, die unsere Kirche in den Mittelpunkt rücken sollen“, erklärt Andrea Pischel-Lustig, die als pastorale Mitarbeiterin das Programm geplant hat. Programmhefte sind bei der Kirche erhältlich. Der Eintritt zur Lichtshow ist frei.

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