Ein Intercity-Express (ICE) der Deutschen Bahn fährt bei Sonnenuntergang über eine ICE-Trasse im Landkreis Hildesheim.
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Ein Intercity-Express (ICE) der Deutschen Bahn fährt bei Sonnenuntergang über eine ICE-Trasse im Landkreis Hildesheim.

Weitreichende Folgen

Mann mit Hund zwingt ICE zu Notbremsung – Lokführer unter Schock

Bei einem Spaziergang mit dem Hund verursacht ein Mann bei Limburg die Notbremsung eines ICE. Der Lokführer der Deutschen Bahn (DB) steht unter Schock.

  • Ein Mann zwingt einen ICE auf der Strecke von Frankfurt nach Köln zu einer Notbremsung.
  • 90 Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen bei Limburg mit Hilfe der Feuerwehr evakuiert werden.
  • Aus dem Vorfall entstehen mit Verspätungen und Ausfällen erhebliche Folgen für den Bahnverkehr.

Frankfurt/Limburg – Mit einem Schrecken davongekommen sind am Donnerstagabend (04.03.2021) ein Mann mit seinem Hund und der Lokführer eines ICE. Wie die Polizei mitteilt, löste der Mann, der mit seinem Hund bei Limburg neben den Gleisen spazierte, eine folgenreiche Notbremsung eines ICE aus. Es kam zu erheblichen Einschränkungen des Bahnverkehrs.

Der ICE der Deutschen Bahn (DB) befand sich laut Polizeiangaben gerade auf der Schnellfahrstrecke von Frankfurt am Main in Richtung Köln. Zwischen Limburg Süd und der Gemeinde Lindenholzhausen quietschten die Räder und der ICE kam mit einem heftigen Ruck zum Stehen. Der Lokführer hatte den Mann neben den Gleisen entdeckt und geistesgegenwärtig die Notbremse gezogen.

Deutsche Bahn: Feuerwehr muss den ICE bei Limburg evakuieren

Laut Polizei kam keiner der 90 Fahrgäste bei dem beherzten Manöver des Lokführers zu Schaden. Zudem konnte der Lokführer verhindern, dass der neben den Gleisen laufende Mann und sein Hund verletzt wurden. Denn als der Zug zum Stehen kam, hatten beide den Gleisbereich verlassen.

Allerdings kam es daraufhin zu erheblichen Einschränkungen im Zugverkehr. Die gesamte Besetzung des ICE musste den Zug verlassen und auf einen Ersatzzug warten. Der Lokführer stand unter Schock und war nicht mehr in der Lage, die Fahrt zum Kölner Hauptbahnhof fortzusetzen. Einsatzkräfte der Feuerwehr halfen den Fahrgästen ins Freie, wo sie später in den anderen Zug umsteigen konnten. Durch den Vorfall kam es bei 23 Zügen zu Verspätungen, acht Züge mussten umgeleitet werden. Eine Verbindung entfiel komplett.

Polizei in Frankfurt ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr

Von dem Mann mit dem Hund, der die folgenreiche Notbremsung veranlasst hatte, fehlt bislang jede Spur. Beamte der Bundespolizei hatten unmittelbar nach der Notbremsung den Streckenbereich abgesucht, konnten jedoch niemanden mehr antreffen. Auch eine Fahndung im Nahbereich verlief ergebnislos. Daher bitten die Ermittler um Hinweise aus der Bevölkerung.

Die Bundespolizeidirektion hat ein Ermittlungsverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Bundespolizeidirektion in Frankfurt unter der Nummer 069/130145-1103 zu melden.

Erst vor wenigen Monaten war eine S-Bahn am Wiesbadener Hauptbahnhof von einem Mann im Gleisbereich zu einer Notbremsung gezwungen worden. Auch dabei kam es zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen im Regionalverkehr der Bahn.

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