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Die Straßenbahn fährt schon seit Dezember, an der Straße wird immer noch gebaut. Im September sollen die Arbeiten beendet sein.

Straßenbahnverbindung in der Stresemannallee

Linie 17 läuft besser als erwartet

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Die Straßenbahnverbindung in der Stresemannallee wird von den Fahrgästen gut angenommen. Selbst frühere Kritiker des 20 Millionen Euro teuren Projekt finden die neue Linie 17 inzwischen gut.

Es gibt nicht viele Politiker, die freimütig einräumen, dass sie eine Fehleinschätzung korrigieren müssen. Jochem Heumann, Vorsitzender der CDU Frankfurt-Sachsenhausen, gehört dazu. „Ich habe mich geirrt“, sagte er gestern, als er auf Einladung der Römer-CDU in der neuen Straßenbahn-Linie 17 unterwegs war, die seit dem vergangenen Dezember von Gartenstraße über die Stresemannallee zur Stadtgrenze von Neu-Isenburg fährt. Heumann gehörte zu den Gegnern des 20 Millionen Euro teuren Projekts.

Heute räumt er ein, dass sich seine Argumente in Luft aufgelöst haben. Er befürchtete nämlich, dass im Zuge der Verlängerung der Linie 17 die Linie 14 zwischen Südbahnhof und Neu-Isenburg ganz eingestellt wird. Das aber ist nicht der Fall, sie verkehrt weiter bis Louisa, wo die Fahrgäste nach kurzer Wartezeit in die 17 umsteigen und nach Neu-Isenburg weiterfahren können. Kritik von Anwohnern der Strecke hört Heumann heute nicht mehr. Die neue Straßenbahn werden auf der etwa einen Kilometer langen Neubaustrecke gut angenommen.

Diesen Eindruck bestätigt auch die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Belastbare Fahrgastzahlen liegen zwar noch nicht vor, aber Geschäftsführer Hans-Jörg von Berlepsch betonte, dass man die Prognosen schon zu etwa drei Vierteln erreicht habe. Normalerweise dauere es zwei Jahre, bis ein neues Nahverkehrsangebot von den Fahrgästen angenommen wird. In der Nutzen-Kosten-Analyse, die dem Projekt zugrundelag, gingen die Gutachter von täglich rund 7500 Fahrgästen auf der Neubaustrecke aus.

Für Helmut Heuser, den verkehrspolitischen Sprecher der Römer-CDU, gibt es noch ein anderes Zeichen, dass die Strecke, die eine Direktverbindung von Neu-Isenburg zum Hauptbahnhof ermöglicht, gut angenommen wird: Der Parkplatz an der Endhaltestelle an der Stadtgrenze sei mittlerweile fast immer voll belegt. Das sei früher nicht der Fall gewesen. Auch die große Zahl von Fahrrädern, denen man noch bessere Abstellmöglichkeiten bieten müsse, deute auf eine hohe Zahl von Pendlern hin.

Auto, Fahrrad oder die eigenen Füße sind derzeit die einzigen Möglichkeiten, von der Endhaltestelle der Straßenbahn an der Stadtgrenze weiter ins Zentrum von Neu-Isenburg oder in die Nachbarorte zu gelangen. Einen Bus-Anschluss gibt es nicht, lediglich ein Anruf-Sammeltaxi wartet auf Fahrgäste.

Nach dem Willen der CDU – zumindest der Frankfurter – soll sich das ändern. „Es wäre sinnvoll, die Straßenbahn durch die Frankfurter Straße wenigstens bis zum Isenburg-Zentrum zu verlängern“, sagte Heuser. „Aber das ist kein einfaches Projekt.“ Der Verkehrspolitiker bezeichnete es als bemerkenswert, dass sich der Neu-Isenburger Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos), der nächstes Jahr zur Wiederwahl antritt, für dieses Projekt ausgesprochen habe.

Bis zu einer Realisierung würden aber noch einige Jahre vergehen. Nicht so lange dauert es, bis die Stresemannallee links und rechts der Gleise wieder vollständig hergestellt ist. Im September soll es so weit sein. Anschließend müssen nur noch Grünflächen angelegt und Bäume gepflanzt werden. Dann erst ist das Projekt, das laut VGF im Zeit- und Kostenplan geblieben ist, komplett abgeschlossen.

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