Stellenangebote in Frankfurt

Lockmittel für Bewerber

Hat man auf der Arbeitssuche die Auswahl zwischen mehreren Arbeitgebern, können Zusatzleistungen bei der Anstellung das Zünglein an der Waage bei der Entscheidung für einen Arbeitsplatz sein. Laut einer Kölner Studie ist Frankfurt dabei spitze.

Von Wilke Bitter

Das Fitnessstudio im Bürokomplex, ein eigener Parkplatz direkt vor dem Gebäude oder gratis Kultur- und Freizeitangebote: Frankfurt ist Spitzenreiter in Sachen attraktive Stellenangebote. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Kölner Agentur Arbeitgeber Gold nach der Analyse von 510 000 Online-Ausschreibungen. Zwei Tage lang haben die Mitarbeiter der Agentur im Januar die überregionalen Online-Jobbörsen von Step Stone, Monster, Jobrapido und der Agentur für Arbeit mit Hilfe eines extra dafür programmierten Web-Werkzeugs durchforstet.

„Wir haben das Programm in den Anzeigen der vier Web-Portale nach konkreten Stichwörtern suchen lassen, die die Attraktivität der Angebote messen sollen. In mehreren Kategorien wie Flexibilität der Arbeitszeiten, Verkehrsanbindung und Maßnahmen für das Wohlbefinden der Angestellten wollten wir herausfinden, welche Unternehmen am meisten für das neue Personal springen lassen“, sagt Peer Bieber, Geschäftsführer von Arbeitgeber Gold. Mit blumigen Formulierungen wie „in einem angenehmen Arbeitsklima arbeiten“ oder „attraktive Entlohnung“ führten manche Stellenanzeigen aber auch gezielt hinters Licht.

„Auf die Liste der konkreten, für die Arbeitnehmer tatsächlich interessanten Stichwörter kommen nur handfeste Versprechen wie ein eigener Parkplatz, Angebote zu betrieblicher Altersvorsorge sowie fixe Vertragsregularien gesetzt“, sagt Bieber. Mindestens einer der von Biebers Team zusammengestellten 78 Begriffe muss in der Anzeige vorkommen, damit sie als attraktiv eingestuft wird.

Von Stadt zu Stadt gibt es der Untersuchung nach gravierende Unterschiede, wie viele „Incentives“, zu Deutsch Anreize, durchschnittlich von den Arbeitgebern in die Ausschreibungen geschrieben werden. So landete Frankfurt mit beachtlichem Vorsprung auf Platz eins: Nach den Zahlen der Agentur fanden sich in den rund 28 000 Frankfurter Stellenangeboten 18 100, in denen „Incentives“ vorkommen, rund 63 Prozent also. „Den zweiten Platz mit 57 Prozent belegt Wiesbaden“, sagt Bieber.

Auf Platz drei und vier des Arbeitgeber Gold-Rankings landeten Freiburg und Düsseldorf, Köln ist auf Platz 15 und das Schlusslicht der 80 verglichenen Städte bildet Duisburg. Noch sei das „Aufpeppen“ der Stellenanzeigen unter den zumeist gut situierten Unternehmen allerdings nicht gang und gäbe, erklärt Anna Küchler, IHK-Referentin für Unternehmenskommunikation. „Vor allem die großen Unternehmen können sich nicht über Bewerbermangel beklagen. Dass ,Goodies‘ wie Dienstwagen, Dienstwohnung und Ähnliches verteilt werden, ist uns noch nicht oft zu Ohren gekommen.“

„Anreize in den Ausschreibungen können jedoch auch den entscheidenden Funken überspringen lassen“, betont Anna Morales, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Frankfurt. Gerade in der Mainmetropole würden die vielen, auch international aktiven Unternehmen immer mehr um Fachkräfte werben. „Besondere Anreize in den Anzeigen machen einen deutlichen Unterschied im Rücklauf für die Unternehmen auf der Suche nach Fachkräften aus.“ In Frankfurt werde Anna Morales zufolge am häufigsten mit flexiblen Arbeitszeiten geworben.

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