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Lärm und Gestank: Bürgerinitiative fordert Lösung für Saalburgstraße in Frankfurt

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Von: Boris Schlepper

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Alle zwei Minuten fährt nach Angaben einer Bürgerinitiative ein Bus durch die Saalburgstraße.
Alle zwei Minuten fährt nach Angaben einer Bürgerinitiative ein Bus durch die Saalburgstraße. © Privat

Anwohner der Saalburgstraße in Bornheim beschweren sich über Verkehrslärm durch Busse. Eine Bürgerinitiative sucht nun nach Lösungen für die Situation.

Bornheim – Anwohnende klagen über Lärm und Gestank der vier Buslinien, die durch die Straße fahren. Sie haben eine Bürgerinitiative gegründet, die die Straße lebenswerter machen will. Die Straßenbahnhaltestelle Bornheim Mitte in der Saalburgstraße wird voraussichtlich bis 2025 barrierefrei umgebaut. Erst dann sollen dort auch die ersten E-Busse eingesetzt werden.

Geplant sei, dass die Bauarbeiten an der Station ein Jahr zuvor beginnen, sagt Wolfgang Siefert vom Mobilitätsdezernat auf Anfrage. Noch 2022 soll der Antrag zur Planfeststellung erfolgen, kommendes Jahr die Zuschüsse beantragt werden. Ob die Endhaltestellen der Busse im Zuge dessen an die Eissporthalle verlegt werden, sei noch offen.

Für die Verlegung hatte sich der Ortsbeirat 4 ausgesprochen. Dadurch könne einerseits der Festplatz besser und barrierefreier angebunden werden, wo derzeit zusätzlich das neue Familienbad gebaut wird. Zudem sinke die Belastung für die Nachbarn in der Saalburgstraße. Seit Jahren schon klagen diese darüber, dass die vier Buslinien nicht nur durchfahren, sondern auch parken - und dabei häufig ihre Dieselmotoren laufen lassen.

Frankfurt: Bürgerinitiative fordert Verlegung der Endhaltestelle in der Saalburgstraße

Die Bürgerinitiative Herz von Bornheim, in der sich mehrere Nachbarn aus der Saalburgstraße zusammengeschlossen haben, fordern deshalb, die Endhaltestelle zu verlegen. Denkbar sei etwa eine Station auf der Saalburgallee vor der Post, sagt Carolina Bâ von der Initiative.

Dort wäre zwar Platz, sagt Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne), an den seit Jahren Anregungen herangetragen werden, wie die Situation in der Saalburgstraße verbessert werden kann. Doch sei die Idee bereits abgelehnt worden, da die Busse zunächst über die Wittelsbacherallee fahren müssten, wodurch sich die Fahrtzeit verlängere und mehr Fahrzeuge nötig würden. Auch die Verlegung auf den Festplatz sei zurückgewiesen worden, da Busse dort keine Wendeschleife fahren könnten.

Die Initiative hat weitere Ideen: Zur Verbesserung beitragen würde auch, statt der Dieselfahrzeuge E-Busse einzusetzen, sagt Katharina Riecken: „Ich wohne im engsten Teil der Saalburgstraße und es ist hier enorm laut, dadurch, dass der Schall des Verkehrslärms auch noch von den Häuserreihen reflektiert wird.“

Lärm und Abgase in der Saalburgstraße: Alle zwei Minuten fährt ein Bus durch die Straße

Ein entscheidendes Problem sei die hohe Taktung des Busverkehrs. „Da wir hier vier Buslinien haben, fährt mindestens alle zwei Minuten ein Bus durch unsere Straße“, sagt Riecken. Zusätzlich zu den vielen Lastwagen und den Fahrzeugen der FES auf dem Weg zur Weidenbornstraße. Die Initiative bittet deshalb darum, dass die Stadt die Saalburgstraße beim Umstieg auf E-Busse priorisiert. „Wir leiden schon so lange unter dem Lärm und den Abgasen“, sagt Riecken. „Wir können auch nicht warten, bis 2027 die Ringbahn den 34er ersetzt, wir brauchen jetzt eine Entlastung.“

Die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq hatte ihr von mehreren Linien berichtet, die demnächst in Frankfurt umgerüstet werden sollen, berichtet die Anwohnerin. Von den Bussen, die in der Saalburgstraße halten, werde „die Linie 38 ab Dezember 2025 auf alternative Antriebe umgestellt“, schreibt Traffiq. Bis 2030 werde das gesamte Busnetz in Frankfurt mit Elektrobussen oder Brennstoffzellenbussen fahren, sagt Referent Wolfgang Siefert. Wann Bornheim an der Reihe sei, konnte er nicht sagen.

Bornheimer Saalburgstraße: Bürgerinitiative fordert Verkehrsberuhigung

Dabei hat die Initiative nicht nur den ÖPNV im Blick. Die Situation auf der Saalburgstraße könnte insgesamt verbessert werden, sagt Carolina Bâ. Vor allem Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, seien derzeit benachteiligt. Nötig sei deshalb die Verkehrsberuhigung der gesamten Straße, bei der alle Verkehrsteilnehmer:innen, die Nachbarn und der ÖPNV gleichwertig Beachtung finden. Der jetzige Zustand sei „nicht tragbar im Sinne einer modernen, lebenswerten und klimagerechten Stadt“.

Die Leute haben deshalb mehrere Ideen entwickelt, denkbar wäre etwa mehr Grün und ein Radweg. Die Vorschläge sind nicht neu, sagt Ortsvorsteher Steib. Der Wunsch nach mehr Grün kollidiere jedoch mit dem nach Radwegen. Der Ortsbeirat 4 habe gefordert, dass die neuen barrierefreien Tram-Haltestellen, die westlich der Berger Straße entstehen sollen, begrünt werden. Die Bürgerinitiative hält an ihren Forderungen fest. In der kommenden Sitzung des Ortsbeirats will sie dies vorstellen. (Boris Schlepper)

Der Ortsbeirat 4 trifft sich am Dienstag, 15. Februar, 19.30 Uhr, im Zoogesellschaftshaus, Bernhard-Grzimek-Allee 1. Wegen der Pandemie ist der Platz begrenzt, Gäste müssen eine medizinischen Maske tragen. Zudem gilt die 3G-Regelung.

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