Eishockey

Löwen Frankfurt forcieren die Nachwuchsarbeit

  • schließen

Bei den Löwen Frankfurt unternimmt man große Anstrengungen im Nachwuchsbereich. Die Zweite Mannschaft ist allerdings nur bedingt ein Perspektiv-Team.

Zur Einstimmung durften sie gegen die Eishockey-Legenden“ antreten. In der Punktrunde werden die Spieler der Löwen Frankfurt 1 b unter dem Namen Löwen Frankfurt U 25 in der Regionalliga West an den Start gehen. Als Lohn für die gewonnene Hessenmeisterschaft 2018.

Die Aufstiegsmannschaft um den früheren Oberliga-Löwen Marc Schaub bildet auch den Kern des aktuellen Teams. Hinzu kommen einige Jugendliche, acht Spieler vom Regionalliga-Konkurrenten EG Diez-Limburg, zum Teil Rückkehrer bei den Löwen, sowie als Verstärkung der Tscheche Radim Reznícek und der aus der zweiten dänischen Liga geholte Thailänder Hideki Nagayama.

Das Match gegen die einstigen Größen des deutschen Eishockeys war ein netter Vorgeschmack. „Wir hatten zu viel Respekt. Es war aber eine gute Lehrstunde für uns. Wir haben gesehen, dass man den Puck nicht zu lange führen darf. Die Scheibe muss schneller laufen als die Spieler“, sagte Kapitän Tim Ansink nach der 7:8-Niederlage gegen die „Oldtimers Germany“.

In den kommenden Wochen beginnt für den Regionalliga-Neuling der Ernst. Rund 30 Spieler gehören der Löwen-Mannschaft aktuell an, in der Runde sollen aber nur etwas über 20 das Team bilden. Es ist sicherlich keine Perspektiv-Mannschaft im Hinblick auf die DEL 2, eher eine leistungsorientiert trainierende Amateurmannschaft, in der bis auf wenige Ausnahmen diejenigen versammelt sind, die den Sprung ins Profi-Eishockey nicht geschafft haben.

Unklar ist noch, wer während der Runde an der Bande stehen wird. Aktuell zeichnet für die Regionalliga-Mannschaft Bob Kratochvil als Trainer verantwortlich. Doch dieser kümmert sich im Verein hauptamtlich um die U 17 und die U 15, denen hinsichtlich der Zukunft eine große Bedeutung beigemessen wird. Denkbar ist, dass noch ein Coach seitens des Vereins verpflichtet wird. Eine Möglichkeit wäre der frühere Frankfurter Profi Andrej Jaufmann. Er ist freilich ein erfahrener Trainer, der dieses Team auch schon früher einmal betreut hatte.

Auch wenn sich die Löwen von diesem Team keine Wunderdinge versprechen und die Spieler kein Potenzial für das Profi-Geschäft haben, wird die Rolle dieser Mannschaft nicht unterschätzt. „Wir sollen die Klasse halten“, erklärt das Saisonziel Teammanager Uwe Lange. „Es wäre sogar sehr wichtig“, legt Bob Kratochvil nach. „Wir haben so viele Talente in unseren Nachwuchsteams. Ich denke, in drei Jahren könnten wir auch im aktiven Bereich eine Menge Spieler haben, die für Höheres geeignet wären. Die brauchen eine Plattform, um ans Profi-Geschäft herangeführt zu werden. Für einige sei es die Regionalliga, die besten müssten dann bei einem Oberligisten behutsam so weit gebracht werden, damit sie einmal vielleicht auch bei den Löwen-Profis mitmischen können.“

Der Verein sei dabei, allen Nachwuchsmannschaften qualifizierte Trainer zu geben, welche die Spieler vorwärts bringen. Chef-Trainer Toni Raubal wird bei den jüngeren Jahrgängen von dem Slowaken Stanislav Fatyka unterstützt, bei den älteren vom gebürtigen Tschechen Bob Kratochvil. „Jedes Team geht mindestens dreimal wöchentlich aufs Eis, hinzu kommen je drei Trockeneinheiten“, beschreibt Raubal das Sommerpensum der Vereinsspieler.

Für die 70 Spieler im Alter zwischen vier und sieben Jahren, die in zwei Laufschule-Teams die ersten Turniere absolvieren werden, hat sich Raubal etwas besonderes ausgedacht: Als Trainer wurden mit der Lettin Elisabeth Lilik und der Ukrainerin Inna Moskalenko zwei Eiskunstlauftrainerinnen engagiert. „Schlittschuhläuferisch sind sie jedem Eishockeyspieler überlegen. Sie sollen den Jüngsten läuferisch die Basis vermitteln“, erklärt der frühere DEL-Verteidiger der Löwen diesen ungewöhnlichen Schritt.

Mit Teams sind die Löwen ferner in der U 9, U 11, U 13, U 15, U 17 und der U 20 vertreten. „Bis U 13 haben wir ein enormes Potenzial, qualitativ wie quantitativ“, freut sich Raubal. „Diesen Jungs müssen wir eine Perspektive im DEB-Bereich bieten. Das war früher nicht der Fall. Und so liefen uns die Talente irgendwann weg.“

Deshalb sei es an der Zeit, im Bereich der Schüler, der Jugend und der Junioren Frankfurt zu einer Hochburg zu machen. Noch spielen die U 15 und U 17 nur im regionalen Bereich. Das muss sich schnell ändern.

Durch die Reorganisation im Nachwuchsbereich des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ist die Deutsche Nachwuchs-Liga (DNL) nun auch für U20-Spieler offen (bisher bis U19). Unterteilt wurde sie in drei Ligen, die Löwen wurden in die DNL 3 aufgenommen. Vorläufig. Ab der kommenden Saison gilt als eines der Kriterien, um in einer der bundesweiten DNL-Ligen spielen zu dürfen, dass die U 17 in der Bundesliga vertreten sein muss. Das tut die der Löwen nicht. „Der Aufstieg in dieser Altersklasse ist für uns also Pflicht“, erklärt der für diese Mannschaft zuständige Bob Kratochvil.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare