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Triste Gegend: So soll das Areal um den Lokalbahnhof aufgewertet werden

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Von: Stefanie Wehr

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Am Lokalbahnhof gibt es zwar eine Toilette, doch benutzt werden kann sie nicht. Wegen Vandalismusschäden ist das stille Örtchen derzeit geschlossen.
Am Lokalbahnhof gibt es zwar eine Toilette, doch benutzt werden kann sie nicht. Wegen Vandalismusschäden ist das stille Örtchen derzeit geschlossen. © Stefanie Wehr

Das Areal rund um den Lokalbahnhof in Frankfurt ist trist. Groß ist der Ärger auch über eine Toilette. Der Ortsbeirat stellt nun Pläne für eine Modernisierung vor.

Frankfurt – Ähnlich trist wie die unterirdische S-Bahn-Station Lokalbahnhof mit mehreren Ausgängen - es gibt nicht mal eine nennenswerte B-Ebene, nur langgezogene Gänge in Richtung der Rolltreppen - ist auch die Straßenbahnhaltestelle Lokalbahnhof zwischen Darmstädter Landstraße, Dreieichstraße und Heisterstraße. Obwohl hier viele Passanten unterwegs sind, um in die Straßenbahn zu steigen oder einkaufen zu gehen, wirkt die Ecke schmucklos und traurig.

Der Grünstreifen entlang letzterer mit Spazierweg und Sitzbänken hat keine Aufenthaltsqualität, hier liegen nur Müll und hin und wieder ein vergessener Einkaufswagen herum.

Lokalbahnhof in Frankfurt: Leerstand in der Ladenzeile

Der Ortsbeirat fragt deshalb in einer aktuellen Anfrage, ob die Stadt eine Möglichkeit sieht, um das Areal rund um den Lokalbahnhof aufzuwerten. Die Stadtteilpolitiker jedenfalls sehen dringend Bedarf für eine Schönheitskur. Sie nennen auch die kleine Grünanlage vor dem REWE-Markt, die sich „durch eine gewisse Trostlosigkeit auszeichnet". Die örtlichen Toilettenanlagen seien dauerhaft durch Vandalismus gezeichnet. Außerdem gebe es rundherum und in der Ladenzeile an der Darmstädter Landstraße einigen Leerstand.

Ein Dorn im Auge ist dem Stadtteilgremium die ewig defekte Toilettenanlage an der Straßenbahnhaltestelle Lokalbahnhof. Seit Jahren gibt es immer wieder große Probleme mit Vandalismus und extremer Verschmutzung. Die Türen wurden vor Jahren eingetreten, die Sanitäranlagen beschädigt und Schüsseln verstopft. 2015 wurde das WC für rund 120 000 Euro saniert. Das brachte nichts, wenige Jahre später war die Anlage kaum noch nutzbar, weil ständig verdreckt. Sie wurde zunächst geschlossen, dann saniert.

Lokalbahnhof in Frankfurt: Vandalismus soll Einhalt geboten werden

Der Ortsbeirat mahnte zwischendurch mehrmals an, dass die Reinigung öfter erfolgen und dem Vandalismus unbedingt Einhalt geboten werden müsse. Die Grundsanierung ist etwas mehr als ein Jahr her, vergangenen November wurde die städtische WC-Anlage wieder eröffnet. Die Stadt war guten Mutes: "Erfahrungswerte belegen, dass man durch ein Bezahlsystem den Vandalismus eindämmen kann. Es ist daher vorgesehen, die Toilettenanlage entsprechend auszustatten. Bis zur Einbringung des Bezahlsystems erfolgt die Reinigung im drei Mal täglichen Rhythmus an sieben Tagen die Woche durch die FES", gab die Stadt vor einem Jahr bekannt.

Auch dies ist wieder Geschichte: Seit Sommer ist das Klo zu, sowohl das Herren-WC, als auch die Damen-Toilette. Im August 2021 musste sie geschlossen werden, weil im Herren-WC die Waschtischarmatur von Randalierern abgerissen worden und die Drückerplatte defekt war. "Das austretende Wasser, das sich in der Toilette staute, sickerte durch den Boden und beschädigte die Decke sowie die Abwasserrohre der darunterliegenden Tiefgarage", berichtet Jan Pasternack, Sprecher des Baudezernats, auf Anfrage.

Lokalbahnhof in Frankfurt: Wiedereröffnung für Februar 2022

"Die Anlage musste aus diesem Grund komplett geschlossen werden. Die Abwasserrohre wurden im November 2021 ausgetauscht. Der Schaden liegt bis dato bei 1800 Euro", so der Sprecher weiter. Die Arbeiten im Herren-WC werden ab Januar 2022 durchgeführt. Eine neue Dämmung wird eingebaut, der Boden betoniert, Estrich und Fliesen verlegt und alles verfugt. "Die Wiedereröffnung ist für Februar 2022 geplant", lautet die Ankündigung. Die Kosten belaufen sich auf rund 1500 Euro.

Schon zuvor bat der Ortsbeirat darum, wenigstens den von Platanen eingefassten Platz an der Dreieichstraße vor den Supermärkten aufzuwerten und zu verschönern. Die Stadt erteilte dem Wunsch vor einem Jahre aber eine deutliche Absage. Die Fläche könne nicht aufgewertet werden. Der Anregung, dort Stauden zu pflanzen, könne nicht nachgekommen werden, weil die Platanen bereits zu groß seien. "Da sich das Wurzelwerk unter der gesamten Fläche des Platzes befindet, ist eine Bepflanzung - vor allem mit Stauden - nicht möglich", heißt es aus dem Römer. Und weiter: "Die Bäume spenden Schatten, sorgen für Verdunstungskühle, binden Feinstaub und produzieren Sauerstoff. Damit leisten sie einen positiven Beitrag für das Mikroklima." Möglich sei es aber, weitere Pflanzkübel aufzustellen. (Stefanie Wehr)

Nicht nur der Lokalbahnhof in Frankfurt soll einen neuen Anstrich bekommen: Auch am Hauptbahnhof Frankfurt wird die B-Ebene modernisiert.

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