Bowling

Lokalmatadorin Nadine Geißler holt Deutsche Meisterschaft

Nach Silber und Bronze gab es zum Abschluss der nationalen Titelkämpfe auch noch Gold für Nadine Geißler.

Die beständigste Spielerin hat ihre starke Leistung während den Deutschen Bowling-Meisterschaften in Frankfurt mit dem Triumph im Einzel gekrönt. Nach Platz zwei im Mixed-Wettbewerb (mit Bodo Konieczny von Finale Kassel) und Rang drei im Doppel (mit Clubkollegin Janine Manuela Gabel) durfte Nadine Geißler vom BC/FTG Frankfurt nach dem Einzel-Wettbewerb auch noch die oberste Stufe des Siegerpodests besteigen. Bei den Herren setzte sich Bodo Konieczny durch.

Das bedeutet, dass Deutschland Ende Oktober in Langen beim European Champions Cup (ECC), dem Landesmeister-Wettbewerb, von zwei Bowlern aus hessischen Vereinen vertreten wird.

Die diesjährigen Sieger von Frankfurt feierten übrigens auch schon vor zwei Jahren in Berlin gemeinsam die Deutsche Einzel-Meisterschaft. Für Geißler war es sogar schon der dritte Erfolg im Einzel. Zum ersten Mal siegte sie 2011.

Mit der in Mannheim lebenden Spielerin des BC/FTG setzte sich die Bowlerin durch, die als einzige während der neun Tage kaum Schwächen zeigte. „Es ist nicht das erste Mal, dass ich national über einen so langen Zeitraum einen Schnitt von mehr als 220 Pins geschafft habe. Dennoch war ich selbst über diese Beständigkeit hier erstaunt. Die Bahnen liegen mir“, erklärte Nadine Geißler.

An den Bahnen lag es aber weniger als an ihrer Klasse. Diese zeigte sie vor allem im Halbfinale gegen Miriam Dreyer (Recklinghausen). 21 Strikes (alle zehn Pins mit dem ersten Wurf) und dreimal eine neun als Anwurf, die dann geräumt wurde, ergaben 279 und 278 Pins. „Ich war gut eingespielt. Übernachtet habe ich diesmal nicht wie sonst daheim, sondern bei Teamkollegin Vanessa Timter in Höchst. In der Zwischenrunde am Morgen war ich dann schon gut in Form, und das setzte sich fort.“

Im Finale setzte sie noch einen drauf. Da wartete auf sie die nach den Vorrunden und der Zwischenrunde auf Platz eins platzierte Martina Schütz (Düsseldorf), die sich erst im dritten Halbfinalspiel mit 205:201 gegen Janin Rigbuth (VfL Wolfsburg) behauptet hatte. „Ich bin irgendwie froh, dass es Martina geschafft hat. Alles andere wäre ungerecht. Ich bin kein Freund des Masters (Anmerkung der Redaktion: Gleicht einem Play-off-Modus). Martina war in den 18 Spielen so dominant, sie hat das Finale mehr verdient als ich“, sagte die unterlegene Rigbuth sehr fair.

Doch gegen die wie entfesselt aufspielende Geißler war dann selbst für Schütz kein Kraut gewachsen. Elf Strikes und dann eine Neun ergaben ein 299:257 im ersten Durchgang. „Ich spiele schon 24 Jahre lang Bowling, aber ich kann mich nicht erinnern, auf einer anspruchsvollen Bahn eine Serie von 279, 278 und 299 gespielt zu haben“, gestand die Meisterin hinterher. Vielleicht kam ihr ein wenig zugute, dass die Konkurrentinnen alle viel gradliniger warfen und sich so die Ölspur gegenseitig ein wenig „schädigten“, während die Kugel der einen Bogen von außen werfende Geißler über weniger abgespielten Untergrund rollte.

Doch das alles spielt am Ende nur eine untergeordnete Rolle. Was zählte, war die Klasse. Die hatten beide Finalistinnen. Schütz glich mit einem Vorsprung von nur acht Pins aus (217:209), die Entscheidung musste der dritte Durchgang bringen. Bis zum zehnten Frame war alles offen. Dann ließ Schütz einen Pin stehen, während Geißler mit zwei Strikes zum 224:194 den Titelgewinn klarmachte. Schütz musste sich nach den Plätzen drei (2013) und zwei (2014 und 15) – damals noch für den BC/FTG Frankfurt – mit Silber begnügen.

Vanessa Timter und Jeannine Barth (BV 77 Frankfurt), bis zur Zwischenrunde auf Masters-Kurs, mussten am Ende mit den Plätzen 14 beziehungsweise 15 vorliebnehmen. „Irgendwann war es zu viel. Ich habe Mixed und Doppel gespielt, sogar sehr gut, und war auch in der Vorrunde des Einzels stark. Aber dann ging die Konzentration flöten“, kommentierte Barth den Rückschlag am Schlusstag.

Bei den Herren zeichnete sich fürs Finale ein „Familien-Duell“ ab. Bodo Konieczny hat sein Halbfinale gegen Christoph Susen (Duisburg) schon gewonnen. Auf den Bahnen daneben gewann sein nach der Zwischenrunde vorne liegende Ehepartner Andreas Hernitschek, mit dem er in München lebt, den ersten Durchgang. Nach dem Ausgleich von Christoph Schurian (Berlin) halfen dem Bundesligaspieler von Finale Kassel auch die Tipps seines Mannes nicht. Er verlor 156:235. Im Finale dominierte dann Konieczny eindeutig. Als drittbester Hesse belegte Oliver Morig (Finale Kassel) Platz zwölf. Dem in Egelsbach lebenden Spieler fehlten zur Teilnahme am Masters nach 18 Durchgängen nur 77 Pins.

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