+
Die Chancen auf einen Millionen-Gewinn sind gering. Dennoch fesselt Lotto viele - selbst Lottofee Franziska Reichenbacher tippt mit.

50 Jahre Lotto

Lottofee träumt vom Geldregen

Das Klackern der Kugeln in der Plexiglas-Trommel und das „Plopp“ bei jeder gezogenen Gewinnzahl haben viele Menschen im Ohr. Vor 50 Jahren übertrug die ARD erstmals live im Fernsehen die Ziehung

Das Klackern der Kugeln in der Plexiglas-Trommel und das „Plopp“ bei jeder gezogenen Gewinnzahl haben viele Menschen im Ohr. Vor 50 Jahren übertrug die ARD erstmals live im Fernsehen die Ziehung der Lottozahlen aus dem Studio des Hessischen Rundfunks in Frankfurt. Es war der 4. September 1965, als die Prozedur erstmals live über die Mattscheibe flimmerte.

Die Chancen auf einen Millionen-Gewinn sind gering, dennoch fesselt Lotto viele Menschen. Selbst Lottofee Franziska Reichenbacher tippt. „Auf den großen Gewinn warte ich noch“, gibt die 47-Jährige zu, die in der ARD seit 1998 samstags die Zahlen präsentiert. Sie spielt regelmäßig und hatte schon „ein paar Mal drei Richtige“.

Der Ziehung zuzusehen, war früher für viele Deutsche ein Ereignis, fast ein Ritual, das zum Samstag gehörte. Doch seit Sommer 2013 wird die Ziehung nur noch im Internet gezeigt. Ein Bedeutungsverlust? Nicht unbedingt – die Verlesung der Gewinnzahlen kurz vor der „Tagesschau“ hat nach wie vor gute Einschaltquoten von rund vier Millionen Zuschauern.

„Die Magie der Ziehung ist zwar verloren gegangen, doch die Faszination der Zahlen ist ungebrochen“, betont Reichenbacher, die mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Frankfurt wohnt.

Kann sie Anekdoten bieten? Natürlich. Sie erlebte eine denkwürdige Panne im Februar 1999. Bei der Live-Ziehung für die Zusatzlotterie „Spiel 77“ brach eine Kugel beim Mischen entzwei und lag in der Trommel. Die Ziehung wurde für ungültig erklärt und nach der Sendung wiederholt. „In der Kürze der Zeit konnten wir den Zuschauern das aber nicht vollständig erklären. Es gab eine Riesen-Aufregung und Schlagzeilen in den Zeitungen“, erinnert sie sich. „Die Geschichte stand danach sogar in Indonesien in der Zeitung, in der Jakarta Post, wie ich später erfuhr.“

Bei der bisher wohl größten Panne rollten beim Mittwochslotto im ZDF am 3. April 2013 nicht alle Kugeln in die Trommel hinein, zwei hingen fest. Die Zahlen wurden für ungültig erklärt, die Ziehung wiederholt. Bereits 2011 blieb bei der Ziehung der Superzahl die Kugel in der Röhre stecken und fiel nicht in den Behälter, wie Reichenbacher erzählt. „Da wir das aber noch in der Sendung erklärten und der Aufsichtsbeamte die Korrektheit der gezogenen Zahl bestätigen konnte, gab es keine Irritation beim Publikum.“

Im Mai 2005 patzte Reichenbacher ebenfalls: Sie verlas die falsche Zusatzzahl. Schuld war aber nicht die Lottofee. Die zunächst korrekt gezogene Zusatzzahl „18“ wurde wegen einer technischen Panne hinter den Kulissen auf einer Tafel als „8“ eingegeben. So las Reichenbacher „8“ statt „18“. Prompt riefen aufgebrachte Zuschauer beim Sender an.

Den größten Lottogewinn, der jemals in Deutschland ausgeschüttet wurde, gewann im Dezember 2014 ein Handwerker aus Hessen beim Eurojackpot: 58,7 Millionen Euro sahnte er ab.

Was viele nicht mehr wissen: Karin Dinslage war am 4. September 1965 die erste Dame neben der Lostrommel im TV. Die Frau mit dem Pagenschnitt war ausgebildete Grafikdesignerin. 1967 löste sie Karin Tietze-Ludwig ab, die bis 1998 die Lottofee schlechthin war. In all den Jahren passierte ihr nur eine Panne – in der ersten Sendung. Die Lichtreflexion im Studio blendete sie, so dass sie die „6“ mit der „9“ verwechselte. Heike Maurer hingegen war im ZDF seit dem Jahr 2000 Moderatorin von „Lotto am Mittwoch“. Bald nach der historischen Panne im April 2013 wurde die Sendung abgesetzt.

Lottofee Franziska Reichenbacher weiß: „Die Chance, den Jackpot zu gewinnen, liegt bei 1 zu 139 Millionen. Aber man hat dafür mit einem geringen Einsatz die Chance auf ein Vermögen. Daher sind die Hoffnungen berechtigt.“ Zudem sei die Spielformel unkompliziert und man könne einen großen Traum träumen.

(lhe)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare